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RegioPort bietet neue Chancen für die Region - »Zukunftsweisende Logistikdrehscheibe«

Mit einer Informationsfahrt auf dem Mittellandkanal ist der Baubeginn für den RegioPort Weser eingeläutet worden. Das Urteil des OVGs Münster vom 26.06.2017, das den Bebauungsplan für unwirksam erklärt hatte (die Presse berichtete) ist noch nicht rechtskräftig und hat keine aufschiebende Wirkung. Das heißt, dass die Baugenehmigung und der Planfeststellungsbeschluss weiter gültig sind und gebaut werden kann. Die Arbeiten auf der Fläche am Kanal in Minden-Päpinghausen laufen bereits.

Bürgermeister Michael Jäcke unterstrich bei der Informationsfahrt die Bedeutung des Hafen-Projektes für die Region. „Der RegioPort bietet neue Chancen für die Wirtschaft, Waren auf drei Wegen zu transportieren.“ An der künftigen Kajen-Anlage können künftig auch die 110 Meter langen Großmotorgüterschiffe (GMS) anlegen, was am jetzigen Standort nicht möglich ist. Das Projekt schaffe Arbeitsplätze und stärke den Standort Minden, so Jäcke weiter. Die Anlage werde eine „zukunftsweisende Logistikdrehscheibe für den Containerverkehr zwischen der Nordsee und dem Binnenland sein“.

Bereits 2016 wurden mehr Container am Industriehafen umgeschlagen, als für das Jahr 2026 prognostiziert worden seien. Bundesweit verzeichnet die Industrie ein stark anhaltendes Wachstum im Container-Güterverkehr – vor allem auf den Wasserstraßen.

Auch das Bundesverkehrsministerium, das den Bau des Hafens mit 79 Prozent der Kosten fördert (insgesamt 15,4 Millionen Euro), sieht in dem so genannten „Kombinierten Verkehr“ – Wasserstraße, Schiene, Straße – noch viel Potenzial. Das machte Dr. Gerhard Schulz, Abteilungsleiter Grundsatzangelegenheiten im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, in seinem Grußwort deutlich. Mehr als zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid würden jährlich durch kombinierten Verkehr auf Wasserstraßen und Schiene eingespart. Seit 1998 habe der Bund 150 Maßnahmen mit einem Volumen von rund 800 Millionen Euro im Kombinierten Verkehr gefördert, so Dr. Schulz. Rund drei Millionen Euro Bundesmittel davon seien von 2001 bis 2013 in den Ausbau des jetzigen Containerhafens in Minden geflossen. Das Terminal soll im Spätherbst 2018 eröffnet werden.

Als am Montag die „Poseidon“ das Hafengrundstück in Minden-Dankersen erreichte, gab es lautstarke Proteste von Projektgegnern. Mit Trillerpfeifen und Transparenten vermittelten sie ihre Botschaft: „RegioPort – nein, danke!“ Die Gäste auf dem Schiff nahmen das zum Anlass für weitere Gespräche über das Projekt – mit dem Ergebnis: „RegioPort – ja, unbedingt!“ Nach langen Planungen und einem intensiven, transparenten Beteiligungsprozess, in dem viele Eingaben Berücksichtigung fanden, wünschen sich alle Beteiligten nun auch einen Start des Projektes.


Weitere Informationen zum Hafenprojekt
Die ersten Vorüberlegungen für einen Hafenstandort gab es bereits 2006. Bereits vor elf Jahren zeichnete sich ab, dass der Containerterminal am Industriehafen II nicht das künftige Umschlagsvolumen abdecken kann. Im Jahr 2008 wurde durch ein europaweites vergabeverfahren ein Partner für die umfangreichen Planungen und das Planfeststellungsverfahren gefunden: die Ingenieursgemeinschaft RegioPort Weser – bestehend aus bremenports GmbH & Co. KG (Bremerhaven) und BPR Dipl.-Ing Bernd F. Kühne & Partner (Bremen). Im selben Jahr wurde auch die Änderung des Regionalplanes beschlossen.

Für die Umsetzung des Projektes ist 2009 ein länderübergreifender Planungsverband gegründet worden. Mitglieder sind die Kreise Schaumburg/Niedersachsen und Minden-Lübbecke sowie die Städte Bückeburg/Niedersachsen und Minden. Ziel war die Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen Verbandsvorsteher war von 2009 bis 2017 der ehemalige Bürgermeister Michael Buhre. Ihm folgte im Frühjahr dieses Jahres Lars Bursian (Beigeordneter für Städtebau und Feuerschutz der Stadt Minden) ins Amt.

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