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1229
Vermutlich leitet sich der Name „Espelkamp“ von dem im 12./13. Jahrhundert. im Rahdener Land ansässigen Rittergeschlecht „de Aspelkamp“ her. Bereits im Jahre 1229 erstmalig urkundlich als „Aspelekampe“ erwähnt, blieb Espelkamp über Jahrhunderte eine kleine und unbedeutende Siedlung.

Gedenkstein Aspelecampe

Gedenkstein zur urkundlichen Ersterwähnung


1618 – 1648
Seit Ende des 30jährigen Krieges, in dem die Bevölkerung schwer unter kaiserlichen und schwedischen Truppen gelitten hatte, gehört Espelkamp als Teil des Fürstentums Minden zum Kurfürstentum Brandenburg.

Karte Fürstenthum Minden









Fürstenthum Minden, handkolorierte Radierung nach einem Original von 1791


1701
Kurfürst Friedrich III von Brandenburg übernimmt für das Herzogtum Preußen die Königswürde. Die Espelkamper werden dadurch Untertanen des preußischen Königs.


1701
Nach einer Königlich Preußischen Verordnung wird "auf dem Espelkamp" eine Nebenschule eingerichtet. 



1768
Friedrich der II urteilt über die Bevölkerung hier und in den übrigen Teilen des Fürstentums Minden: Es ist das beste Volk von der Welt, betriebsam, emsig und treu.

1806/7
Die preußischen Truppen werden in der Schlacht von Jena und Auerstedt vernichtend von Napoleon I geschlagen. Espelkamp gehört fortan als Teil des Distrikts Minden im Department Weser zum neu gegründeten Königreich Westfalen. 

1811
Espelkamp gehört jetzt zum Kaiserreich Frankreich. Abgaben, Einquartierungen und Truppenaushebungen bedeuten für die Bewohner der Gemeinde eine hohe Belastung.

1815
Europa erfährt im Wiener Kongress nach dem Sieg 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig und 1815 in der Schlacht von Waterloo über Napoleon eine Neuordnung. Der Minden-Ravensburger Raum –und somit auch Espelkamp- wird wieder Teil des Preußischen Staates.

1832
Die Nebenschule wird zu einer selbständigen Schule erhoben. Die Kinder brauchen nun nicht mehr nach Rahden zur Schule.

1899

1. Oktober
Zwischen Bünde (Westfalen) und Rahden wird eine Eisenbahnstrecke eröffnet; Espelkamp erhält einen Bahnhof. 1910

1. April
Espelkamp wird selbstständige Gemeinde und gehört ab jetzt nicht mehr zur Landgemeinde Großendorf (Rahden). 1939
Festgehalten in der Statistik: In Espelkamp leben jetzt rund 1.000 Menschen auf einer Fläche von 18,5 Quadratkilometern. Wichtigste Erwerbsquelle ist die Landwirtschaft, doch sie kann nicht alle ernähren. Der Boden ist wenig ertragreich. Große Teile des Acker- und Grünlandes im Wassereinzugsgebiet der Großen und Kleinen Aue leiden unter Staunässe. Immer wieder kommt es nach größeren Regenfällen zu Überschwemmungen. Zuerwerb finden die Menschen im benachbarten Holland, in der Flachsverarbeitung, später auch in der Zigarrenherstellung.

Landarbeiter

Landarbeiter bei der Arbeit

1938/39 In der Gemarkung "Mittwald" beginnt der Aufbau einer "Munitionsanstalt des Heeres", später "Muna" genannt. Auf rund 250 Hektar Waldfläche entstehen 133 massive einstöckige Gebäude, ein rund 20 Kilometer langes Straßennetz, Wasserwerk, Ringleitung, Kläranlage, Hochspannungsanschluss, Trafostation und ein Anschlussgleis an die Eisenbahnstrecke Herford - Bassum - Bremen. In der Muna werden Granaten, Zünder und Geschossrohlinge hergestellt. Das Rohmaterial stammt aus anderen Rüstungsbetrieben und wird hier schussbereit gemacht. Halbfertigwaren und fertige Munition werden gelagert. Bis Kriegsende wird an einer Anlage gebaut, mit der Giftgasgranaten mit dem Nervengas "Tabun" gefüllt werden sollen. Diese wird aber nicht fertig und geht daher nie in Betrieb.

MUNA-Zaun

Das eingezäunte Munagelände



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