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Transnationale Kooperation Hermagor 09.-12.06.2025

Anfang Juni durfte Regionalmanagerin Stefanie Carls gemeinsam mit Dr. Pia Steffenhagen-Koch vom Kreis Minden-Lübbecke für drei Tage in die LEADER-Partnerregion Hermagor in Kärnten (zugleich Partner-Region des Kreises Minden-Lübbecke) reisen und deren Ansätze für das EU-Förderprogramm LEADER kennenlernen.

LEADER als Instrument aktiver Regionalentwicklung

Die Region zeichnet sich durch einen bewussten und respektvollen Umgang mit den natürlichen und kulturellen Ressourcen aus. Das Ineinandergreifen aus Regionalentwicklung, Nachhaltigkeit und regionaler Identität wird auch über das LEADER-Programm gestützt und weiterentwickelt. In Hermagor wird LEADER nicht als reines Förderinstrument verstanden, sondern als Plattform, die Kooperation, Innovation und Teilhabe auf Augenhöhe ermöglicht.

Tag 1 – Kultur, Handwerk und Geologie

Lesachtaler Brot
Unsere Reise begann in Liesing mit dem Besuch beim Bürgermeister der Gemeinde Lesachtal, Johann Windbichler. Das Lesachtaler Brot ist eine Kärntner Spezialität, gehört zum „Slow Food Presidio“-Projekt und wurde als UNESCO-Kulturerbe ausgezeichnet. Im Lesachtaler Bauernladen vermarkten über 50 Bauern und regionale Produzenten ihre Produkte.


Geigenbaumuseum in der Volksmusikakademie Lesachtal

Der authentische Zugang und die hohe Wertschätzung für kulturelles Erbe waren hier unmittelbar spürbar. In der Volksmusikakademie Lesachtal sind neben dem Geigenbaumuseum, Veranstaltungsräumlichkeiten, ein Ofen zum Brotbacken sowie die Akademie des Kärntner Bildungswerks untergebracht.


Bildungs-/Innovations- & Gründungszentrum Karnischen Werkstätten
(seit Herbst 2024 in Betrieb)
Spannende Einblicke Karnischen Werkstätten konnte Nicole Mitsche geben. Kernstück ist das SmartLab, das mit modernster Technologie wie 3D-Drucker, Plotter und Cutter ausgestattet ist. Darüber hinaus ist die Gründerwerkstatt ein wichtiger Baustein. Im Anschluss wurden die Hallen im Industriepark Kötschach, die z.T. noch für weitere Betriebe umgebaut werden, besichtigt.


GeoParks Karnische Alpen in Dellach

Im Besucherzentrum wird geologische Bildung mit sanftem Tourismus verbunden – auch dank LEADER-Unterstützung. Der GeoPark zeigt, wie regionale Naturbesonderheiten zur Wissensvermittlung und Wertschätzung für die Landschaft beitragen.


Gemeinde Weissensee

Innovative Umwelt- und Tourismusprojekte werden stets im Einklang mit dem sensiblen Ökosystem des Sees umgesetzt. Im Gespräch mit Bürgermeisterin Karoline Turnschek wurde deutlich, dass die Region eine Form des sanften Tourismus lebt, die auf Authentizität und Nachhaltigkeit setzt – Werte, die durch LEADER-Projekte gezielt gestärkt werden. So wurde z.B. ein neues Floß mit Elektroantrieb angeschafft. Des Weiteren ist ein Naturpark Shuttle im Einsatz, um die Belastung des Individualverkehrs zu reduzieren.


Tag 2 – Verwaltung, Kommunikation und Kulinarik

KEM-Region
Im Gespräch mit Georg Oberkofler (zuständig für Partnerschaften beim Gemeindeverband der Region Hermagor) und Nina Fábián (Klima- und Energiemodellregionsmanagerin Tourismus; KEM Karnische Region) wurde die Karnischen Region als KEM-Region vorgestellt. Diese fokussiert sich auf die Themen Energie, Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit. In diesem Zusammenhang sind Maßnahmen zur Selbstversorgung des Bezirkes mit Erneuerbaren Energien, ein regionales e-Carsharing-Systemen (FReD) sowie einem Anpassungskonzept inkl. Naturgefahrenchecks für die Gemeinden entstanden.


Austausch mit Bezirkshauptmann Heinz Pansi
Im Gespräch wurde deutlich, wie Verwaltung, Politik und LEADER-Management in Hermagor zusammenarbeiten – eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Regionalentwicklung.


Kommunikationsworkshop
Ziel ist es mit allen beteiligten Akteuren eine gemeinsame regionale, digitale Strategie zu erarbeiten, um eine zentrale Plattform für die Region zu etablieren. Im Rahmen des Workshops wurde u.a. reflektiert, wie LEADER-Projekte besser sichtbar gemacht werden können und wie wichtig transparente, wertschätzende Kommunikation in partizipativen Prozessen ist.


Lerchenhof
Der zertifizierter Slow-Food-Betrieb serviert regionale Küche mit höchstem Qualitätsanspruch. Hans Steinweder (Besitzer des Schlosses) erläutert, wie Genuss, Regionalität und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen – und wie LEADER dabei helfen kann, regionale Wertschöpfungsketten zu stärken.


HEurOpen

Die Region Hermagor arbeitet zusätzlich über das Programm Interreg auch eng mit Italien zusammen, um gemeinsame Herausforderungen zu meistern. Im Gespräch mit Birgit Zankl-Petautschnig wurde uns die grenzüberschreitende LEADER-Kooperation „HEurOpen“ mit zwei Lokalen Aktionsgruppen in Friaul-Julisch-Venetien näher erläutert. Das CLLD-Management unterstützt Projektakteure von der Ideenfindung bis zur Umsetzung, koordiniert thematische Fokusgruppen und trägt gemeinsam mit ihren Vorständen die Verantwortung für die ordnungsgemäße Umsetzung der Entwicklungsstrategie.

Sitzung der Steuerungsgruppe zum IREP  2.0
In der Sitzung wurden konkrete Maßnahmen und Projekte in den Gemeinden aus dem Bereich Klimaanpassung, Jugendbeteiligung oder Mobilität unter die Lupe genommen, weiterentwickelt und Akteure benannt.


Tag 3 – Tourismus erleben und verstehen

Presseger See (Tourismuszentrum)
Markus Brandstädter (NLW Tourismus Marketing GmbH) erläutert wie der ganzheitliche Ansatz, Naturerlebnis, Nahversorgung, Freizeit und Umweltbildung gemeinsam zu denken, für die Regionalentwicklung gedacht wird. Auch hier greifen die Instrumente LEADER und Interreg, um Maßnahmen, die touristische und ökologische Qualität fördern und von engagierten Menschen umgesetzt werden, zu unterstützen.

Fazit: Kooperation auf Augenhöhe mit echtem Mehrwert

Der dreitägige Austausch mit der LEADER-Region Hermagor war geprägt von offenen Gesprächen, vielfältigen Eindrücken und einem inspirierenden Blick auf das, was ländliche Regionen leisten können – wenn sie über geeignete Instrumente und eine gemeinsame Vision verfügen.
Besonders beeindruckt hat uns die tiefe Wertschätzung der Menschen für ihre Heimat, für Landschaft, Traditionen, Produkte und Nachbarschaften.

Wir nehmen zahlreiche Ideen und viel Motivation aus dem Austausch mit.
Unser herzlicher Dank gilt allen GastgeberInnen, ProjektträgerInnen und PartnerInnen für ihre Gastfreundschaft und den offenen, wertschätzenden Austausch.

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