| Informationen zur Grippe | ||
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Kreis Minden-Lübbecke, 12. Januar 2011
Winterzeit ist Grippezeit, aber auch die Zahl grippaler Infekte ist derzeit deutlich erhöht. Für die "richtige" Grippe ist momentan ungefähr das Niveau der vergangenen beiden Winter 2007/08 und 2008/09 erreicht. "Den Gipfel erwarten wir üblicherweise erst im Februar," sagt Dr. Peter Witte, Leiter des Kreisgesundheitsamtes. "Die Schutzwirkung der Grippeimpfung beginnt nach ungefähr zwei Wochen, so dass auch jetzt noch eine Impfung beim Hausarzt empfehlenswert ist." Die so genannte Schweinegrippe ist ab diesem Jahr eine von vielen, so dass besondere Quarantänemaßnahmen inzwischen auch nicht mehr notwendig sind. Sie scheint aber auch 2011 das Grippegeschehen zu dominieren. Aktuell sind im Kreis Minden-Lübbecke sechs laborbestätigte Fälle von Schweinegrippe gemeldet. Alle Erkrankten befinden sich in ambulanter Behandlung. Wie in jedem Jahr wird auch in diesem ein saisonaler Grippeimpfstoff angeboten. Die aktuelle Grippeimpfung schützt vor den drei Grippetypen, die in den vergangenen Monaten auf der Südhalbkugel der Erde grassierten. Dazu gehört auch das sogenannte Schweinegrippevirus H1N1, das in der jetzt laufenden Saison das häufigste Grippevirus auf der Südhalbkugel war und auch bei den aktuellen Fällen in Deutschland fast 70 % ausmacht. Für die aktuelle Grippeimpfung wurden neue Kombinationsimpfstoffe entwickelt. Diese enthalten alle drei Virustypen, also auch das Schweinegrippevirus. Derzeit werden Grippeimpfstoffe verschiedener Hersteller angeboten. 19 von 21 dieser Impfstoffe sind sogenannte nicht konjungierte Impfstoffe gegen Schweinegrippe enthalten, sie haben also keine Wirkverstärker. Im vergangenen Jahr waren die Impfstoffe ohne Wirkverstärker als besonders erstrebenswert betrachtet worden, weil sie eine niedrigere Nebenwirkungsrate haben sollten. Rückblickend ist festzustellen, dass die mit einem Wirkungsverstärker versehenen Schweinegrippeimpfstoffe des vergangenen Jahres keine schweren Nebenwirkungen über das normale Maß hinaus gezeigt haben. Lediglich die Lokalreaktionen mit Hautrötung und Schmerzen im Arm waren deutlich stärker als ohne den Wirkungsverstärker. 19 der 21 aktuellen Grippeimpfstoffe enthalten jedoch keine Wirkungsverstärker. "Die Impfungen werden wie üblich beim Hausarzt vorgenommen, der auch Auskunft über die Zusammensetzung des von ihm verwendeten Impfstoffes geben kann," so Dr. Witte. Zur derzeit geltenden Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission vom Juli 2010 gehören Menschen mit chronischen Erkrankungen, das heißt chronischen Lungenerkrankungen, Herzerkrankungen, Zuckerkrankheit etc., sowie Menschen über 60, Schwangere und Menschen mit häufigem Publikumskontakt oder aufgrund beruflich starkem Publikumskontakt, zum Beispiel Busfahrer. Im Winter 2009/2010 sind fast 300 Todesfälle in Deutschland mit nachgewiesener Schweinegrippevirusinfektion und eindeutiger Todesursache Schweinegrippe festgestellt worden. Die Dunkelziffer an Todesfällen durch die Schweinegrippe dürfte aber um ein Vielfaches höher gelegen haben, insbesondere, da sie seit August 2009 in der Regel keine Virusdiagnostik mehr erfolgte. Wie in jeder Grippesaison war es im vergangenen Winter zu einer Übersterblichkeit durch Grippefälle von mehreren tausend Menschen gekommen. Da mehr als 90 Prozent aller entnommenen Rachenabstriche bei Grippekranken das Schweinegrippevirus enthielten, muss man daher davon ausgehen, dass deutschlandweit mehrere tausend Menschen zusätzlich durch Schweinegrippe verstorben sind. Die klassischen Symptome einer Grippe sind Fieber über 38,5 Grad, plötzlich auftretende Mattigkeit, Gliederschmerzen sowie Husten und Halsschmerzen, gelegentlich auch Erbrechen und Durchfall. Alle Grippearten werden per Tröpfcheninfektion übertragen, also vor allem durch Husten und Niesen. Um sich und andere zu schützen, sollten – wie bei allen Erkältungserkrankungen auch - die wichtigsten Hygieneregeln beachtet werden. Dazu gehören in erster Linie das Benutzen von Einmal-Taschentüchern sowie regelmäßiges und intensives Waschen der Hände. Risikogruppen sollten Menschenansammlungen möglichst meiden. ___________________________________________________________________________________________________________ Hygiene-Maßnahmen Schon die Einhaltung einfachster Hygiene-Empfehlungen hat beim Schutz vor Ansteckung mit Viren eine große Wirkung: - Saubere Hände – mehrmals am Tag eine halbe Minute lang mit Seife waschen, auch zwischen den Fingern - Hände vom Gesicht fernhalten! - In die Armbeuge husten und niesen – nicht in die Hand! - Abstand halten – wenn möglich zwei Meter zum Gegenüber, auf Händeschütteln verzichten! Wenn ein Familienmitglied an der Neuen Grippe („Schweinegrippe“) erkrankt ist, gibt es einfache Verhaltensregeln, die das Ansteckungsrisiko für die anderen vermindern: - Körperkontakt vermeiden – auf Küsse und Umarmungen verzichten! - Eigener Raum – Erkrankte möglichst getrennt von den Anderen schlafen lassen! - Regelmäßig lüften – drei- bis viermal täglich für jeweils zehn Minuten! ___________________________________________________________________________________________________________ Allgemeine Information
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