MRSA ist nicht gleich MRSA
Es gibt unterschiedliche MRSA-Typen.
Im Krankenhaus oder in Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheimen bedeutet dies: Wenn zwei Menschen auf einer Station einen MRSA auf der Haut tragen, muss es sich nicht zwingend um eine Übertragung handeln. Dasselbe gilt auch, wenn ein MRSA bei einem Patienten in der Wunde und zeitgleich auch in der Nase eines Pflegers oder Arztes gefunden wurde.
Generell gilt: MRSA ist nicht gleich MRSA. Fachleute unterscheiden drei Gruppen von MRSA.
In Deutschland mit Abstand am häufigsten sind die im Krankenhaus erworbenen Keime (hospital acquired oder haMRSA). Sie betreffen vor allem ältere und betagte Menschen und sind assoziiert mit Risikofaktoren wie Krankenhausaufenthalt, wiederholte Antibiotikatherapie, chronische Pflegebedürftigkeit, Dialysepflichtigkeit, Transplantation, chronische Haut- und/oder Weichteilinfektion sowie liegende Katheter (siehe Kasten).
Charakteristisch für haMRSA: Die Menschen haben eine chronische Besiedlung der Haut mit MRSA und können den Keim bei jedem Krankenhausaufenthalt auf andere gefährdete Personen übertragen oder auch selbst eine Infektion erleiden, wenn keine besonderen Hygienemaßnahmen ergriffen wurden.
Die zweite Gruppe ist nicht mit den typischen Risikofaktoren der haMRSA assoziiert.
Sie tritt vor allem bei gesunden Personen, besonders Kindern und Jugendlichen, in Erscheinung. Man spricht von ambulant erworbenen, also community acquired oder caMRSA. Diese sind dadurch charakterisiert, dass sie häufiger Erkrankungen auslösen als haMRSA. Dies äußert sich zunächst in wiederholt auftretenden Hautabszessen, kann in der Folge aber auch zu schweren invasiven Infektionen, zum Beispiel einer nekrotisierenden hämorrhagischen Pneumonie, führen.
Die dritte große Gruppe sind MRSA, die auch bei Tieren der landwirtschaftlichen Tierzucht und -mast nachgewiesen wurden. Weltweit betrifft dies vor allem Schweinemastbetriebe. Die Keime werden auch als »livestock-associated« oder laMRSA zusammengefasst.
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