Häufige Fragen zum zukünftigen RathausAn dieser Stelle haben wir häufige Fragen zusammengetragen und diese beantwortet. Die Fragen sind thematisch sortiert:SANIERUNGIst es möglich eine Sanierung in mehreren Abschnitten durchzuführen?Es würde sich um eine grundhafte Kernsanierung handeln. Dadurch, dass im Bestandsgebäude zu damaliger Zeit Schadstoffe verbaut wurden, müssen Schwarz-Weiß-Bereiche (luftdichte Abschottung von kontaminierten und nicht kontaminierten Arbeitsbereichen) aufgebaut werden. Hinzu kommt, dass aufgrund der Beton-Skelett-Bauweise Lärm innerhalb des Gebäudes stark übertragen wird. Es ist nicht zu verantworten die Mitarbeitenden während dieser Zeit im Rathaus weiterarbeiten zu lassen. Demnach kommt eine Sanierung in mehreren Abschnitten nicht in Frage. Was müsste bei einer Sanierung sofort gemacht werden?Das Ziel wäre eine umfassende Kernsanierung möglichst effizient durchzuführen. Dabei sind folgende Aspekte besonders dringend: Brandschutz ist ein großes Thema im Bestandsgebäude. Derzeit werden bauliche Brandschutzmängel mit organisatorischen Maßnahmen kompensiert. Es darf aber kein Dauerzustand sein. Weiterhin wurden Schadstoffe im Gebäude gefunden. Durch Bohrungen etc. könnten diese freigesetzt werden. Daher müssten Schwarz-Weiß-Bereiche (luftdichte Abschottung von kontaminierten und nicht kontaminierten Arbeitsbereichen) aufgebaut werden und die Mitarbeitenden müssten in eine Interimslösung umziehen. Die Leitungsnetze müssen dringend erneuert werden. Darüber hinaus müssten kurzfristig Dächer und die Fassade saniert werden. Am 24.08.2022 wurde bereits über den Zustand im Stadtrat informiert. Die Präsentation kann hier eingesehen werden. Besteht Denkmalschutz für das jetzige Rathaus oder Teile des Rathauses?Nein. Es besteht kein Denkmalschutz. RAUMPROGRAMMWie viele Arbeitsplätze wird es im neuen Rathaus geben?Wir rechnen mit einer Homeoffice-Quote von 0,9. Das bedeutet, dass es je 10 Mitarbeitende 9 Arbeitsplätze gibt. Es werden nur noch ca. 150 Arbeitsplätze geplant. Was passiert mit dem Kundencenter der Stadtwerke?Die Stadtwerke wurden bei der Planung berücksichtigt. Demnach wurde auch das Kundencenter eingeplant. Wird es wieder vermietbare Flächen wie Läden oder ein Restaurant geben?Vermietungen sind in die jetzige Nutzwertanalyse nicht eingeflossen, weil solche Flächen nicht zu den tatsächlichen Bedarfen der Verwaltung zählen. Für eine Vergleichbarkeit der Varianten war dies auch nicht notwendig. Da die Ausarbeitung nur für die Variantenentscheidung entwickelt wurde und noch keine Gebäudeplanung vorliegt, kann dies auch noch zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Ist eine der Varianten für einen zukünftigen Anbau vorgesehen?Für alle Varianten gilt: Ein Anbau ist nicht direkt vorgesehen. Stattdessen soll das anpassbare Bürokonzept für Flexibilität sorgen. So kann ohne aufwendige Umbaumaßnahmen auf zukünftige Umstrukturierungen, Personalzuwachs und sich verändernde Arbeitsanforderungen reagiert werden. Nähere Informationen stehen im Kapitel „03 Bürokonzept und Raum- und Funktionsprogramm“ im Abschlussbericht Müsste für eine Interimslösung eine Bürocontaineranlage aufgebaut werden oder kann man Büroflächen anmieten?In der Nutzwertanalyse wurde mit einer Bürocontaineranlage geplant. Ein Bürogebäude anzumieten steht nicht außer Frage. Soll der Bunker erhalten bleiben?Aufgrund der derzeitigen weltpolitischen Situation sieht die Stadtverwaltung zunächst davon ab den Bunker zurückzubauen. Für die Vergleichbarkeit der Varianten war die Berücksichtigung des Bunkers nicht notwendig. Im weiteren Verfahren werden hierzu Planungen durchgeführt, um die Maßnahmen für eine Erhaltung besser abschätzen zu können. GROBTERMINPLANWarum dauert es so lange bis zur Inbetriebnahme?Im Gegensatz zu Privatpersonen müssen Kommunen das Vergaberecht beachten. Da es sich hier um ein großes Vorhaben handelt, müssen die Ausschreibungen europaweit erfolgen. Dies nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Hinzu kommt, dass Fördermittel häufig erst ab einem gewissen Planungsstand beantragt werden können. Um während des Genehmigungsverfahrens für die Fördermittel die Planung bzw. den Bau fortzusetzen, müssen gewisse Stellungnahmen/Planungen vorliegen. Solange diese nicht vorliegen, kann nicht zeitgleich weitergearbeitet werden. Weshalb kann die Sanierung oder der Neubau eines Rathauses nicht weiter abgewartet werden?Beim Bestandsgebäude liegen schwerwiegende Mängel vor, die ein Handeln unaufschiebbar machen. Die größten Mängel bestehen in folgenden Punkten:
GROBKOSTENINDIKATION / FINANZIERUNGDie Stadt befindet sich in der Haushaltssicherung. Wie kann eine Finanzierung sichergestellt werden und sind solch hohe Ausgaben in dieser Situation erlaubt?Die Ausgaben sind begründet. Zudem darf das Rathaus nicht in diesem Zustand belassen werden. Die Finanzierung wird nicht einfach werden. Gibt es Fördermöglichkeiten?Sowohl für einen Neubau als auch für eine Sanierung gibt es momentan KfW-Förderprogramme für energetische Maßnahmen. Nach aktuellem Stand können die entstehenden Kosten nur anteilig gefördert werden. Besteht die Option das Rathaus durch einen Investor bauen zu lassen, sodass die Stadtverwaltung dieses anschließend mietet?Grundsätzlich ist diese Option durchaus möglich und wird noch weiter untersucht. UMGEBUNG RATHAUSWird das Postgebäude bei allen Varianten abgerissen?Ja, der Abriss des Postgebäudes ist vorgesehen, sodass die Fläche überplant werden kann. Gibt es während der Bauphase keinen MarktplatzWährend einer eventuellen Bauphase in der Innenstadt kommt eine Sperrung der Breslauer Straße zwischen dem Wilhelm-Kern-Platz und dem Bürgerhaus in Betracht. Durch die gewonnene Fläche könnte der Markt vorübergehend hierhin verlegt werden. Wenn das zukünftige Rathaus errichtet wurde, kann der Wilhelm-Kern-Platz städtebaulich neu geordnet werden. KOMMUNALES RECHENMODELLWarum wurde zusätzlich zum Fachbüro Drees & Sommer die NRW-Bank als Berater hinzugezogen?Die NRW-Bank hat u.a. in Kooperation mit dem Ministerium der Finanzen NRW ein Rechenmodell für Wirtschaftlichkeitsvergleiche entwickelt. Dieses muss bei Projekten auf Landesebene sogar verpflichtend angewendet werden. Zur Validierung der Ergebnisse von Drees & Sommer wurde der Wirtschaftlichkeitsvergleich der Projektvarianten mit dem kommunalen Rechenmodell durchgeführt. Die NRW-Bank hat die Stadtverwaltung dabei unentgeltlich beraten und die Eingaben anschließend plausibilisiert. Der Wirtschaftlichkeitsvergleich gab der Stadtverwaltung weiterhin die Chance eine Fortführungsvariante zu überprüfen. Dabei wurde der Weiterbetrieb des Bestandsgebäudes mit den anfallenden, nötigsten Instandsetzungen/ Instandhaltungen betrachtet. Welche Variante ist nach dem kommunalen Rechenmodell die wirtschaftlichste?Die Stadtverwaltung hat mithilfe der NRW-Bank einen Wirtschaftlichkeitsvergleich nach dem kommunalen Rechenmodell durchgeführt. Dieser hat das Ergebnis von Drees & Sommer bestätigt; auch hiernach ist die Variante 4 „Neubau südlich des Wilhelm-Kern-Platzes“ die wirtschaftlichste.
Wie aus der Grafik erkennbar, setzt sich das Bewertungsergebnis der Varianten aus zwei Teilen zusammen. Es wurde zum einen der monetäre Aspekt (untere Zahl) betrachtet. Dieser bildet sowohl die Investitions- und Betriebskosten, als auch die Wertschöpfung ab. Zum anderen wurden die qualitativen Vor- und Nachteile der Varianten bewertet und sind im nicht-monetären Ergebnis zusammengefasst (obere Zahl). Hier sind der zukünftige Standort, die Nachhaltigkeit und Funktionalität des Gebäudes sowie die Zeitschiene eingeflossen. Die NRW-Bank empfiehlt die monetären Faktoren mit mindestens 60 % und die nicht-monetären daher mit höchstens 40 % zu gewichten. Für die zuvor durchgeführte Machbarkeitsstudie von Drees & Sommer wurde das Verhältnis nach Festlegung im Ausschuss für Stadtentwicklung und Klimaschutz genau umgekehrt angenommen. Trotz der unterschiedlichen Gewichtung ergibt sich bei beiden Berechnungen die gleiche Rangfolge der Projektvarianten (Variante 4 bleibt am wirtschaftlichsten). Stand: 02.09.2024 |
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