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Gewalt kommt auch in Rahden nicht in die Tüte


Häusliche Gewalt – dieses Thema ist unabhängig von Alter, Bildungsstand und Herkunft und  für jeden und jede von uns relevant. Im Jahr 2018 gab es im Kreis Minden-Lübbecke 494 bei der Polizei gemeldete Fälle von häuslicher Gewalt. In 243 Fällen wurden durch die Polizei Wegweisungen und Rückkehrverbote ausgesprochen.  Damit stieg die Zahl der gemeldeten Fälle um ca. 25 %. Die Dunkelziffer ist noch viel höher. Der Anstieg der gemeldeten Fälle heißt nicht zwangsläufig, dass es mehr Gewalt im Kreis Minden-Lübbecke gibt, erklärt der Opferschutzbeauftragte der Polizei NRW, Michael Wehrmann,  aber es werden mehr Fälle öffentlich gemacht und zur Anzeige gebracht. „Und das ist gut so“, finden Bürgermeister Dr. Bert Honsel und Gleichstellungsbeauftragte Heike Krüger.

Deshalb beteiligt sich die Stadt Rahden auch an der Fahnenaktion der Menschenrechtsorganisation „Terre des Femmes“  zum  Internationalen Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen“ am 25. November. Die Bürgerinnen und Bürger werden für eine Woche die blauen Fahnen am Rathaus und im Schulzentrum wehen sehen. Dieser Gedenktag ist weltweit zum Symbol geworden ist, sich gegen jegliches Unrecht an Frauen und Mädchen zu wehren. Guido Wiehebrink,  Bezirksbeamter der Polizei in Rahden, ermutigt alle betroffenen Bürgerinnen sich an entsprechende Beratungsstellen, an die Gleichstellungsstelle der Stadt Rahden oder direkt an die Polizei zu wenden. Auch im Jugendcafe Rahden wird das Thema aufgegriffen und gemeinsam mit den Jugendlichen diskutiert.

Auf eine besondere Aktion in diesem Jahr weisen die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Minden-Lübbecke hin: Gemeinsam mit dem Soroptimistinnen (eine der weltweit größten Service-Organisationen berufstätiger Frauen mit gesellschaftspolitischem Engagement) haben sie eine Brötchentütenaktion gestartet. Insgesamt 126.000 Brötchentüten werden über die Bäckereien im Kreisgebiet verteilt, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Auch die Rahdener Bäckereien haben spontan zugesagt und machen bei der Brötchentütenaktion mit, freut sich Heike Krüger. Auf den Brötchentüten sind statistische Daten und wichtige Kontakte zu Hilfsorganisationen und Notrufnummern zu finden wie z. B. das Hilfetelefon, dem bundesweiten Beratungsangebot für Frauen.  Hier finden betroffene Frauen sowie deren Angehörige, Freundinnen und Freunde und Fachkräfte Hilfe. Unter der Nummer 08000 116 016 und via Online-Beratung werden Betroffene aller Nationalitäten 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr anonym und kostenfrei unterstützt. 


 

21.11.2019 
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