Inhalt

Geschäftsordnung für den Rat und die Ausschüsse
der Stadt Preußisch Oldendorf


Inhaltsübersicht

Präambel

I.        Geschäftsführung des Rates

1. Vorbereitung der Ratssitzungen

     § 1 Einberufung der Ratssitzungen
     § 2 Ladungsfrist
     § 3 Aufstellung der Tagesordnung
     § 4 Öffentliche Bekanntmachung
     § 5 Anzeigepflicht bei Verhinderung

 
2.      Durchführung der Ratssitzungen

a)  Allgemeines

     §   6 Öffentlichkeit der Ratssitzungen
     §   7 Vorsitz
     §   8 Beschlussfähigkeit
     §   9 Befangenheit von Ratsmitgliedern
     § 10 Teilnahme an Sitzungen


b)  Gang der Beratungen

     § 11 Änderung und Erweiterung der Tagesordnung
     § 12 Redeordnung
     § 13 Anträge zur Geschäftsordnung
     § 14 Schluss der Aussprache, Schluss der Rednerliste
     § 15 Anträge zur Sache
     § 16 Abstimmung
     § 17 Fragerecht der Ratsmitglieder
     § 18 Fragerecht von Einwohnerinnen und Einwohnern
     § 19 Wahlen


c)  Ordnung in den Sitzungen
  
     § 20 Ordnungsgewalt und Hausrecht
     § 21 Ordnungsruf und Wortentziehung
     § 22 Entzug der Sitzungsentschädigung, Ausschluss aus der Sitzung
     § 23 Einspruch gegen Ordnungsmaßnahmen


3.  Niederschrift über die Ratssitzungen, Unterrichtung der Öffentlichkeit

     § 24 Niederschrift
     § 25 Unterrichtung der Öffentlichkeit


 

 

II.     Geschäftsführung der Ausschüsse
   
        § 26 Grundregel
        § 27 Abweichungen für das Verfahren der Ausschüsse
        § 28 Einspruch gegen Beschlüsse entscheidungsbefugter Ausschüsse



III.    Fraktionen

        § 29 Bildung von Fraktionen



IV.    Schlussbestimmungen, Inkrafttreten

        § 30 Schlussbestimmungen
        § 31 Inkrafttreten

  


Präambel

Der Rat der Stadt Preußisch Oldendorf hat am ................................ folgende Geschäftsordnung beschlossen:

I.    Geschäftsführung des Rates

  
1.   Vorbereitung der Ratssitzungen
   


                                                       § 1
 
                                     Einberufung der Ratssitzungen

(1)   Der Bürgermeister beruft den Rat ein, so oft es die Geschäftslage erfordert, jedoch soll er den Rat wenigstens alle 2 Monate einberufen. Der Rat ist unverzüglich einzuberufen, wenn mindestens ein Fünftel der Ratsmitglieder oder eine Fraktion unter Angabe der zur Beratung zu stellenden Gegenstände dies verlangen.


(2)   Die Einberufung erfolgt durch Übersendung einer schriftlichen Einladung an alle Ratsmitglieder.


(3)   In der Einladung sind Zeit, Ort und Tagesordnung anzugeben. Ihr sind schriftliche Erläuterungen zu den einzelnen Verhandlungsgegenständen (Vorlagen) beizugeben. Die Erläuterungen können aus Gründen der Geschäftsführung bis zum 2. Tage vor der Sitzung nachgereicht oder aber in der Sitzung gegeben werden.

                                                        § 2

                                                   Ladungsfrist

(1)   Die Einladung muss den Ratsmitgliedern mindestens 7 volle Tage vor dem Sitzungstag zugehen. Der Absendetag wird mit eingerechnet.


(2)   In besonders dringenden Fällen kann die Ladungsfrist bis auf 3 volle Tage abgekürzt werden. Die Dringlichkeit ist in der Einladung zu begründen.

 

                                                       § 3

                                       Aufstellung der Tagesordnung

(1)   Der Bürgermeister setzt die Tagesordnung fest. Er hat dabei Vorschläge aufzunehmen, die ihm in schriftlicher Form spätestens am 10. Tag vor dem Sitzungstag von mindestens einem Fünftel der Ratsmitglieder oder einer Fraktion vorgelegt werden.
 
(2)   Der Bürgermeister legt ferner die Reihenfolge der einzelnen Tagesordnungspunkte fest und bestimmt unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften, welche Tagesordnungspunkte in nichtöffentlicher Sitzung behandelt werden sollen.
 
(3)   Betrifft ein Vorschlag eine Angelegenheit, die nicht in den Aufgabenbereich der Stadt fällt, weist der Bürgermeister in der Tagesordnung darauf hin, dass die Angelegenheit durch
Geschäftsordnungsbeschluss vom Rat von der Tagesordnung wieder abzusetzen ist.



                                                      § 4

                                     Öffentliche Bekanntmachung

Zeit, Ort und Tagesordnung der Ratssitzung sind vom Bürgermeister rechtzeitig öffentlich bekanntzumachen. Die Bekanntmachung erfolgt in der Form, die die Hauptsatzung hierfür vorschreibt.



                                                      § 5

                                    Anzeigepflicht bei Verhinderung

(1)   Ratsmitglieder, die verhindert sind, an einer Sitzung teilzunehmen, haben dies unverzüglich, spätestens zu Beginn der Sitzung, dem Bürgermeister mitzuteilen.

(2)   Entsprechendes gilt für Ratsmitglieder, die die Sitzung vorzeitig verlassen wollen.

  

 

2.   Durchführung der Ratssitzungen

a) Allgemeines

                                                       § 6

                                     Öffentlichkeit der Ratssitzungen

(1)   Die Sitzungen des Rates sind öffentlich. Jede Person hat das Recht, als Zuhörer bzw. Zuhörerin an öffentlichen Ratssitzungen teilzunehmen, soweit dies die räumlichen Verhältnisse gestatten. Die zuhörenden Personen sind –außer im Falle des § 18 (Fragestunde für Einwohnerinnen und Einwohner)- nicht berechtigt, das Wort zu ergreifen oder sich sonst an den Verhandlungen des Rates zu beteiligen.


(2)   Für folgende Angelegenheiten wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen:

     a) Personalangelegenheiten, Darlehensangelegenheiten
     b) Liegenschaftssachen
     c) Auftragsvergaben
     d) Angelegenheiten der zivilen Verteidigung
     e) Einzelfälle in Abgabenangelegenheiten
     f) Angelegenheiten der Rechnungsprüfung mit Ausnahme der Beratung des im allge-
        meinen Berichtsband (§ 101 Abs. 3 GO) enthaltenen Prüfungsergebnisses
        (§ 94 Abs. 1 GO)

Dies gilt nicht, wenn im Einzelfall weder Gründe des öffentlichen Wohls noch berechtigte Ansprüche oder Interessen Einzelner den Ausschluss der Öffentlichkeit gebieten.


(3)   Darüber hinaus kann auf Antrag eines Ratsmitgliedes oder des Bürgermeisters für einzelne
Angelegenheiten die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden. Anträge und Vorschläge auf                  Ausschluss der Öffentlichkeit dürfen nur in nichtöffentlicher Sitzung begründet und beraten werden. Falls dem Antrag stattgegeben wird, ist die Öffentlichkeit in geeigneter Weise zu unterrichten, dass in nichtöffentlicher Sitzung weiter verhandelt wird (§ 48 Abs. 2 Sätze 3-5 GO).


(4)   Personenbezogene Daten dürfen offenbart werden, soweit nicht schützenswerte Interessen 
Einzelner oder Belange des öffentlichen Wohls überwiegen; erforderlichenfalls ist die Öffentlichkeit auszuschließen.

  

                                                       § 7

                                                     Vorsitz

(1)   Der Bürgermeister führt den Vorsitz im Rat. Im Falle seiner Verhinderung übernimmt sein
Stellvertreter/seine Stellvertreterin den Vorsitz. Die Reihenfolge der Stellvertretung bestimmt sich aufgrund des Wahlergebnisses nach § 67 Abs. 2 GO.


(2)   Der Bürgermeister hat die Sitzung sachlich und unparteiisch zu leiten. Er handhabt die Ordnung in der Sitzung und übt das Hausrecht aus (§ 51 GO).

        

                                                         § 8

                                                Beschlussfähigkeit

(1)   Vor Eintritt in die Tagesordnung stellt der Bürgermeister die ordnungsgemäße Einberufung sowie die Beschlussfähigkeit der Versammlung fest und läßt dies in der Niederschrift vermerken. Der Rat ist beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte der gesetzlichen Mitgliederzahl anwesend ist. Er gilt als beschlussfähig, solange seine Beschlussunfähigkeit nicht festgestellt ist (§ 49 Abs. 1 GO).


(2)   Ist eine Angelegenheit wegen Beschlussunfähigkeit zurückgestellt worden und wird der Rat zur Behandlung über denselben Gegenstand einberufen, so ist er ohne Rücksicht auf die Zahl der
Erschienenen beschlussfähig, wenn bei der zweiten Einberufung auf diese Bestimmung ausdrücklich hingewiesen worden ist (§ 49 Abs. 2 GO).

              

                                                          § 9

                                       Befangenheit von Ratsmitgliedern

(1)   Muss ein Ratsmitglied annehmen, nach §§ 43 Abs. 2, 31 GO von der Mitwirkung an der Beratung und Entscheidung ausgeschlossen zu sein, so hat es den Ausschließungsgrund vor Eintritt in die Verhandlung unaufgefordert dem Bürgermeister anzuzeigen und den Sitzungsraum zu verlassen; bei einer öffentlichen Sitzung kann das Ratsmitglied sich in dem für die Zuhörenden bestimmten Teil des Sitzungsraumes aufhalten.


(2)   In Zweifelsfällen entscheidet der Rat darüber, ob ein Ausschließungsgrund besteht.


(3)   Verstößt ein Ratsmitglied gegen die Offenbarungspflicht nach Abs. 1, so stellt der Rat dies durch Beschluss fest. Der Ratsbeschluss ist in die Niederschrift aufzunehmen.

        

                                                          § 10

                                             Teilnahme an Sitzungen

(1)   Der Bürgermeister nimmt an den Sitzungen des Rates teil. Er ist berechtigt und auf Verlangen mindestens eines Fünftels der Ratsmitglieder oder einer Fraktion verpflichtet, zu einem Punkt der Tagesordnung vor dem Rat Stellung zu nehmen.


(2) Mitglieder der Ausschüsse können an nichtöffentlichen Sitzungen des Rates als Zuhörende teilnehmen, soweit deren Aufgabenbereich durch den Beratungsgegenstand berührt wird[1]. Die Teilnahme als Zuhörer/in begründet keinen Anspruch auf Ersatz des   Verdienstausfalls und auf Zahlung von Sitzungsgeld (§ 48 Abs. 4 GO)

b) Gang der Beratungen

      

                                                          § 11

                                    Änderung und Erweiterung der Tagesordnung

(1)   Der Rat kann beschließen,

       a) die Reihenfolge der Tagesordnungspunkte zu ändern,
       b) Tagesordnungspunkte zu teilen oder miteinander zu verbinden,
       c) Tagesordnungspunkte abzusetzen.

Die Verweisung eines zur Beratung in öffentlicher Sitzung vorgesehenen Tagesordnungspunktes in die nichtöffentliche Sitzung darf nur dann erfolgen, wenn es sich um eine geheimhaltungsbedürftige Angelegenheit im Sinne des § 6 Abs. 2 bis 4 GeschO handelt.


(2)   Die Tagesordnung kann in der Sitzung durch Beschluss des Rates erweitert werden, wenn es sich um Angelegenheiten handelt, die keinen Aufschub dulden oder die von äußerster Dringlichkeit sind (§ 48 Abs. 1 GO). Der Ratsbeschluss ist in die Niederschrift aufzunehmen.


(3)   Ist aufgrund des Vorschlags einer Fraktion oder eines Fünftels der Ratsmitglieder eine Angelegenheit in die Tagesordnung aufgenommen worden, die nicht in den Aufgabenbereich der Stadt fällt, setzt der Rat durch Geschäftsordnungsbeschluss die Angelegenheit von der Tagesordnung ab.


(4)   Wird nach Aufruf eines Tagesordnungspunktes, der eine Angelegenheit betrifft, die nicht in den Aufgabenbereich der Stadt fällt, ein Geschäftsordnungsantrag nach Absatz 3 aus der Mitte des Rates nicht gestellt, stellt der Bürgermeister von Amts wegen den Antrag und läßt darüber
abstimmen.

                                                       

                                                             § 12

                                                       Redeordnung

(1)   Der Bürgermeister ruft jeden Punkt der Tagesordnung nach der vorgesehenen oder beschlossenen Reihenfolge unter Bezeichnung des Verhandlungsgegenstandes auf und stellt die Angelegenheit zur Beratung. Wird eine Angelegenheit beraten, die auf  Vorschlag von einem Fünftel der Ratsmitglieder oder einer Fraktion in die Tagesordnung aufgenommen worden ist (§ 3 Abs. 1 dieser Geschäftsordnung), so ist zunächst den Antragstellerinnen und Antragstellern Gelegenheit zu geben, ihren Vorschlag zu begründen. Ist eine Berichterstattung vorgesehen, so erhält zunächst die Berichterstatterin bzw. der Berichterstatter das Wort.


(2)   Hinsichtlich der Angelegenheiten, die nicht in den Aufgabenbereich der Stadt fallen, gelten § 11 Absätze 3 und 4.


(3)   Ein Ratsmitglied, das das Wort ergreifen will, hat sich durch Aufheben der Hand zu melden.
Melden sich mehrere Ratsmitglieder gleichzeitig, so bestimmt der Bürgermeister die Reihenfolge der Wortmeldungen.


(4)   Außerhalb der Reihenfolge erhält ein Ratsmitglied das Wort, wenn es Anträge zur Geschäftsordnung stellen will.


(5)   Der Bürgermeister ist berechtigt, auch außerhalb der Reihenfolge das Wort zu ergreifen.


          

                                                              § 13

                                             Anträge zur Geschäftsordnung

(1)   Anträge zur Geschäftsordnung können jederzeit von jedem Ratsmitglied gestellt werden. Dazu gehören insbesondere folgende Anträge:

     a) auf Schluss der Aussprache (§ 14),
     b) auf Schluss der Rednerliste (§ 14),
     c) auf Verweisung an einen Ausschuss oder an den Bürgermeister,
     d) auf Vertagung,
     e) auf Unterbrechung oder Aufhebung der Sitzung,
     f) auf Ausschluss oder Wiederherstellung der Öffentlichkeit,
     g) auf namentliche oder geheime Abstimmung,
     h) auf Absetzung einer Angelegenheit von der Tagesordnung.


(2)   Wird ein Antrag zur Geschäftsordnung gestellt, so darf noch je ein Ratsmitglied für und gegen diesen Antrag sprechen. Alsdann ist über den Antrag abzustimmen. In den Fällen des § 16 Abs. 3 und 4 bedarf es keiner Abstimmung.

Über Anträge zur Geschäftsordnung hat der Rat gesondert vorab zu entscheiden. Werden mehrere Anträge zur Geschäftsordnung gleichzeitig gestellt, so ist über den jeweils weitestgehenden Antrag zuerst abzustimmen. In Zweifelsfällen bestimmt der Bürgermeister die Reihenfolge der Abstimmung.


              
                                                            § 14

                               Schluss der Aussprache, Schluss der Rednerliste

Jedes Ratsmitglied, das sich nicht an der Beratung beteiligt hat, kann verlangen, dass die Beratung des Tagesordnungspunktes beendet oder die Rednerliste geschlossen wird. Wird ein solcher Antrag gestellt, so gibt die bzw. der Vorsitzende die bereits vorliegenden Wortmeldungen bekannt.

               
                                                            § 15

                                                 Anträge zur Sache

(1)   Jedes Ratsmitglied und jede Fraktion sind berechtigt, zu jedem Punkt der Tagesordnung Anträge zu stellen, um eine Entscheidung des Rates in der Sache herbeizuführen (Anträge zur Sache). Hat eine Vorberatung in Ausschüssen des Rates stattgefunden, so steht ein gleiches Recht auch den beteiligten Ausschüssen zu. Die Anträge müssen einen abstimmungsfähigen Beschlussentwurf enthalten.


(2)   Für Zusatz- und Änderungsanträge zu den nach Abs. 1 gestellten Anträgen gilt Abs. 1 Satz 3 entsprechend.


(3)   Anträge nach den Absätzen 1 und 2, die Mehrausgaben oder Mindereinnahmen gegenüber den Ansätzen des Haushaltsplanes zur Folge haben, müssen mit einem Deckungsvorschlag verbunden werden.


         
                                                             § 16

                                                       Abstimmung

(1)   Nach Schluss der Aussprache stellt der Bürgermeister die zu dem Tagesordnungspunkt gestellten Sachanträge zur Abstimmung. Der weitestgehende Antrag hat Vorrang. In Zweifelsfällen bestimmt der Bürgermeister die Reihenfolge der Abstimmung.


(2)   Die Abstimmung erfolgt im Regelfall durch Handzeichen.


(3)   Auf Antrag von mindestens einem Fünftel der Ratsmitglieder erfolgt namentliche Abstimmung. Bei namentlicher Abstimmung ist die Stimmabgabe jedes Ratsmitgliedes in der Niederschrift zu vermerken.


(4)   Auf Antrag von mindestens einem Fünftel der Ratsmitglieder wird geheim abgestimmt.
       Die geheime Abstimmung erfolgt durch Abgabe von  Stimmzetteln.


(5)   Wird zum selben Tagesordnungspunkt sowohl ein Antrag auf namentliche als auch auf geheime Abstimmung gestellt, so hat der Antrag auf geheime Abstimmung Vorrang.


Das Abstimmungsergebnis wird vom Bürgermeister bekanntgegeben und in der Niederschrift festgehalten.

          
                                                             § 17

                                            Fragerecht der Ratsmitglieder

(1)   Jedes Ratsmitglied ist berechtigt, schriftliche Anfragen, die sich auf Angelegenheiten der Stadt beziehen, an den Bürgermeister zu richten. Anfragen sind mindestens 5 Werktage vor Beginn der Ratssitzung dem Bürgermeister zuzuleiten. Die Beantwortung hat schriftlich zu erfolgen, wenn die Fragestellerin oder der Fragesteller es verlangen.


(2)   Jedes Ratsmitglied ist darüber hinaus berechtigt, nach Erledigung der Tagesordnung einer
Ratssitzung bis zu zwei mündliche Anfragen, die sich nicht auf die Tagesordnung der Ratssitzung beziehen dürfen, an den Bürgermeister zu richten. Die Anfragen müssen Angelegenheiten betreffen, die in den Aufgabenbereich der Stadt fallen. Sie müssen kurz gefasst sein und eine kurze Beantwortung ermöglichen. Die Fragestellerin oder der Fragesteller dürfen jeweils nur eine Zusatzfrage stellen. Ist eine sofortige Beantwortung nicht möglich, kann auf eine Beantwortung in der nächsten Ratssitzung oder auf eine schriftliche Beantwortung verwiesen werden.


(3)   Anfragen dürfen zurückgewiesen werden, wenn

     a) sie nicht den Bestimmungen der Abs. 1 oder 2 entsprechen,
     b) die begehrte Auskunft der oder demselben oder einer anderen Fragestellerin bzw.
         Fragesteller innerhalb der letzten sechs Monate bereits erteilt wurde,
     c) die Beantwortung offenkundig mit einem unverhältnismäßigem Aufwand verbunden
         wäre.


(4)   Eine Aussprache findet nicht statt.


             
                                                             § 18

                                   Fragerecht von Einwohnerinnen und Einwohnern

(1)   Der Rat kann beschließen, dass eine Fragestunde für Einwohnerinnen und Einwohner in die
Tagesordnung der nächstfolgenden Ratssitzung aufgenommen wird. In diesem Falle ist jede
Einwohnerin und jeder Einwohner der Stadt berechtigt, nach Aufruf des Tagesordnungspunktes mündlich Anfragen an den Bürgermeister zu richten. Die Anfragen müssen sich auf Angelegenheiten der Stadt beziehen.
 
(2)   Melden sich mehrere Einwohnerinnen oder Einwohner gleichzeitig, so bestimmt der Bürgermeister die Reihenfolge der Wortmeldungen. Jede Fragestellerin und jeder Fragesteller sind berechtigt, höchstens zwei Zusatzfragen zu stellen.
  

(3)   Die Beantwortung der Anfrage erfolgt im Regelfall mündlich durch den Bürgermeister. Ist eine sofortige Beantwortung nicht möglich, so kann die Fragestellerin bzw. der Fragesteller auf
schriftliche Beantwortung verwiesen werden. Eine Aussprache findet nicht statt.

       
                                                             § 19


                                                           Wahlen

(1)   Wahlen werden durch offene Abstimmung vollzogen. Die Abstimmung erfolgt im Regelfall durch Handzeichen.


(2)   Wenn das Gesetz es bestimmt oder wenn ein Ratsmitglied der offenen Abstimmung widerspricht, erfolgt die Wahl geheim durch Abgabe von Stimmzetteln. Auf dem Stimmzettel ist der Name der bzw. des zu Wählenden anzugeben oder anzukreuzen. Unbeschriftete Stimmzettel gelten als Stimmenthaltung.


(3)   Gewählt ist die vorgeschlagene Person, die mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhalten hat. Nein-Stimmen gelten als gültige Stimmen. Erreicht niemand mehr als die Hälfte der Stimmen, so findet zwischen den Personen, welche die beiden höchsten Stimmenzahlen erreicht haben, eine engere Wahl statt. Gewählt ist, wer in dieser engeren Wahl die meisten Stimmen auf sich vereinigt. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los ( § 50 Abs. 2 GO).


(4)   Für die Besetzung von Ausschüssen des Rates gilt § 50 Abs. 3 GO

     c) Ordnung in den Sitzungen

          

 

                                                              § 20

                                               Ordnungsgewalt und Hausrecht

(1)   In den Sitzungen des Rates handhabt der Bürgermeister die Ordnung und übt das Hausrecht aus. Seiner Ordnungsgewalt und  seinem Hausrecht unterliegen – vorbehaltlich der §§ 21 – 23 dieser Geschäftsordnung – alle Personen, die sich während einer Ratssitzung im Sitzungssaal aufhalten. Wer sich ungebührlich  benimmt oder sonst die Würde der Versammlung verletzt, kann vom Bürgermeister zur Ordnung gerufen und notfalls aus dem Sitzungssaal  gewiesen werden.
  
(2)   Entsteht während einer Sitzung des Rates unter den Zuhörenden störende Unruhe, so kann der Bürgermeister nach vorheriger Abmahnung den für die Zuhörenden bestimmten Teil des
Sitzungssaales räumen lassen, wenn die störende Unruhe auf andere Weise nicht zu beseitigen ist.


       
                                                             § 21

                                           Ordnungsruf und Wortentziehung

(1)   Rednerinnen oder Redner, die vom Thema abschweifen, kann der Bürgermeister zur Sache rufen.


(2)   Rednerinnen oder Redner, die ohne Worterteilung das Wort an sich reißen oder die vorgeschriebene Redezeit trotz entsprechender Abmahnung überschreiten, kann der Bürgermeister zur Ordnung rufen.


(3)   Hat eine Rednerin oder ein Redner bereits zweimal einen Ruf zur Sache (Abs. 1) oder einen
Ordnungsruf (Abs. 2) erhalten, so kann der Bürgermeister das Wort entziehen, wenn die Rednerin oder der Redner Anlass zu einer weiteren Ordnungsmaßnahme geben. Wem das Wort entzogen ist, darf es in derselben Ratssitzung zu dem betreffenden Tagesordnungspunkt nicht wieder erteilt werden.

          
                                                             § 22

                        Entzug der Sitzungsentschädigung, Ausschluss aus der Sitzung

Einem Ratsmitglied, das sich ungebührlich benimmt oder die Würde der Versammlung verletzt, können durch Beschluss des Rates die auf den Sitzungstag entfallenden Entschädigungen (§ 45 GO) entzogen werden. Setzt das Ratsmitglied sein ordnungswidriges Verhalten fort, so kann es für einen im Beschluss festzulegenden Zeitraum von dieser und weiteren Ratssitzungen ausgeschlossen werden. Der Ausschluss bewirkt, dass das Ratsmitglied für den festgelegten Zeitraum auch an den Sitzungen der Ausschüsse nicht teilnehmen darf.

            
                                                             § 23

                                       Einspruch gegen Ordnungsmaßnahmen

(1)   Gegen Ordnungsmaßnahmen nach § 22 dieser Geschäftsordnung steht der betroffenen Person der Einspruch zu.


 

(2)   Über die Berechtigung der Ordnungsmaßnahme befindet alsdann der Rat in der nächsten Sitzung ohne die Stimme der  betroffenen Person. Dieser ist Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Die Entscheidung des Rates ist der betroffenen Person zuzustellen.

  

 

 

 

3.   Niederschrift über die Ratssitzungen, Unterrichtung der Öffentlichkeit

              
                                                             § 24

                                                        Niederschrift

(1)   Über die im Rat gefassten Beschlüsse ist durch die Schriftführerin bzw. den Schriftführer eine Niederschrift aufzunehmen. Die Niederschrift muss enthalten:

          a) die Namen und Straße sowie Hausnummer der anwesenden und der fehlenden Rats-
              mitglieder,
          b) die Namen der sonstigen an den Beratungen teilnehmenden Personen,
          c) Ort und Tag sowie Zeitpunkt des Beginns, einer etwaigen Unterbrechung und der
              Beendigung der Sitzung
          d) die behandelten Beratungsgegenstände,
          e) die gestellten Anträge,
          f) die gefassten Beschlüsse und die Ergebnisse von Wahlen.
   
(2)   Die Schriftführerin bzw. der Schriftführer werden vom Rat bestellt. Soll eine Bedienstete/ ein Bediensteter der Stadtverwaltung bestellt werden, so erfolgt die Bestellung im Benehmen mit dem Bürgermeister.
   
(3)   Die Niederschrift wird vom Bürgermeister und der Schriftführerin bzw. dem Schriftführer
unterzeichnet. Verweigert einer der Genannten die Unterschrift, so ist dies in der Niederschrift zu
vermerken. Die Niederschrift ist allen Ratsmitgliedern zuzuleiten.


          
                                                             § 25

                                          Unterrichtung der Öffentlichkeit

(1)   Über den wesentlichen Inhalt der vom Rat gefassten Beschlüsse ist die Öffentlichkeit in geeigneter Weise zu unterrichten. Dies kann dadurch geschehen, dass der Bürgermeister den Wortlaut eines vom Rat gefassten Beschlusses in öffentlicher Sitzung verliest und ihn erforderlichenfalls außerdem im unmittelbaren Anschluss an die Sitzung der örtlichen Presse zugänglich macht.


(2)   Außerhalb der Ratssitzungen obliegt die Unterrichtung der Öffentlichkeit über die vom Rat gefassten Beschlüsse dem  Bürgermeister.


(3)   Die Unterrichtung nach den vorstehenden Absätzen gilt grundsätzlich auch für Beschlüsse des Rates, die in nichtöffentlicher Sitzung gefasst werden, es sei denn, dass der Rat im Einzelfall
ausdrücklich etwas anderes beschlossen hat.

 

 

 

II.   Geschäftsführung der Ausschüsse

              
                                                             § 26

                                                        Grundregel

Auf das Verfahren in den Ausschüssen finden grundsätzlich die für den Rat geltenden Vorschriften entsprechend Anwendung, soweit nicht § 27 dieser Geschäftsordnung abweichende Regelungen enthält.


   
                                                             § 27

                                 Abweichungen für das Verfahren der Ausschüsse

(1)   Die bzw. der Ausschussvorsitzende setzen die Tagesordnung im Benehmen mit dem Bürgermeister fest (§58 Abs. 2 Satz 2 GO).


(2)   Über Zeit, Ort und Tagesordnung der Ausschusssitzungen unterrichtet der Bürgermeister die Öffentlichkeit in geeigneter Weise, ohne dass es einer öffentlichen Bekanntmachung nach § 4
dieser Geschäftsordnung bedarf.


(3)   Die Beschlussfähigkeit der Ausschüsse ist über § 8 Abs. 1 Satz 2 dieser Geschäftsordnung hinaus nur dann gegeben, wenn die Zahl der anwesenden Ratsmitglieder die Zahl der anwesenden sachkundigen Bürger (stimmberechtigte Ausschussmitglieder nach § 58 Abs. 3 GO) übersteigt; Ausschüsse gelten auch insoweit als beschlussfähig, solange ihre Beschlussunfähigkeit nicht festgehalten ist.


(4)   Der Bürgermeister ist berechtigt und auf Verlangen eines Ausschusses in Angelegenheiten seines Geschäftsbereichs verpflichtet, an dessen Sitzungen teilzunehmen. Der Bürgermeister ist berechtigt und auf Verlangen mindestens eines Fünftels der Ausschussmitglieder oder einer Fraktion verpflichtet, zu einem Punkt der Tagesordnung vor dem Ausschuss Stellung zu nehmen.


(5)   Der Bürgermeister ist zu allen Ausschusssitzungen einzuladen. Er hat das Recht, mit beratender Stimme an den Sitzungen teilzunehmen; ihm ist auf Verlangen jederzeit das Wort zu erteilen.


(6)   An den nichtöffentlichen Sitzungen eines Ausschusses können die stellvertretenden Ausschussmitglieder und alle Ratsmitglieder als Zuhörer teilnehmen.[2]

(7)   § 17 dieser Geschäftsordnung findet auf Ausschüsse keine Anwendung.


(8)   In den Ausschüssen ist eine Niederschrift über die Beschlüsse aufzunehmen. Die Niederschrift ist dem Bürgermeister, den Ausschussmitgliedern und den übrigen Ratsmitgliedern zuzuleiten..

       
                                                            § 28

                       Einspruch gegen Beschlüsse entscheidungsbefugter Ausschüsse

(1)   Beschlüsse von Ausschüssen mit Entscheidungsbefugnis können erst durchgeführt werden, wenn innerhalb von drei Tagen, den Tag der Beschlussfassung nicht eingerechnet, weder vom
Bürgermeister noch von mindestens einem Fünftel der Ausschussmitglieder schriftlich Einspruch
eingelegt worden ist.


(2)   Über den Einspruch entscheidet der Rat.

 

III.   Fraktionen

              
                                                             § 29

                                                 Bildung von Fraktionen

(1)   Fraktionen sind freiwillige Vereinigungen von Mitgliedern des Rates. Eine Fraktion muss aus
mindestens zwei Ratsmitgliedern bestehen. Jedes Ratsmitglied kann nur einer Fraktion angehören.


(2)   Die Bildung einer Fraktion ist dem Bürgermeister von der oder dem Fraktionsvorsitzenden schriftlich anzuzeigen. Die Mitteilung muss die genaue Bezeichnung der Fraktion, die Namen der oder des Fraktionsvorsitzenden und seiner Stellvertreterin bzw. seines Stellvertreters sowie aller der Fraktion angehörenden Ratsmitglieder enthalten. Ferner ist anzugeben, wer berechtigt ist, für die Fraktion Anträge zu stellen oder sonstige Erklärungen abzugeben. Unterhält die Fraktion eine Geschäftsstelle, so hat die Mitteilung auch die Anschrift der Geschäftsstelle zu enthalten.


(3)   Ratsmitglieder, die keiner Fraktion angehören, können von einer Fraktion als Hospitanten
aufgenommen werden. Bei der Feststellung der  Mindeststärke einer Fraktion zählen Hospitanten
nicht mit.


 

 

(4)   Die Auflösung einer Fraktion, der Wechsel im Fraktionsvorsitz (stellvertretenden Fraktionsvorsitz) sowie die Aufnahme und das Ausscheiden von Mitgliedern sind dem Bürgermeister von der bzw. dem Fraktionsvorsitzenden ebenfalls schriftlich anzuzeigen.


 

 

 

(5)   Die Fraktionen haben hinsichtlich der Verarbeitung personenbezogener Daten (i.S.d. § 3 Abs. 1 und 2 Datenschutzgesetz Nordrhein-Westfalen) die erforderlichen technischen und organisatorischen Maßnahmen zu treffen, um eine den Vorschriften des Datenschutzgesetzes Nordrhein-Westfalen entsprechende Datenverarbeitung sicherzustellen. Sie sind verpflichtet, bei der Auflösung der Fraktion die aus der Fraktionsarbeit erlangten personenbezogenen Daten zu löschen (§ 19 Abs. 3 Satz 1 lit.b Datenschutzgesetz Nordrhein-Westfalen).

 

IV.   Schlussbestimmungen, Inkrafttreten

              
                                                             § 30

                                                   Schlussbestimmungen

Jedem Mitglied des Rates und der Ausschüsse ist eine Ausfertigung dieser Geschäftsordnung auszuhändigen. Wird die Geschäftsordnung während der Wahlzeit geändert, so ist auch die geänderte Fassung auszuhändigen.

           
                                                              § 31

                                                         Inkrafttreten

Diese Geschäftsordnung tritt mit dem Tage nach der Beschlussfassung durch den Rat in Kraft.

Gleichzeitig tritt die frühere Geschäftsordnung vom 28.02.1985 außer Kraft.

  

Preußisch Oldendorf, den 15.03.2000

 

  

Bürgermeister                                                                           Schriftführer/in

 



[1]§ 10 Absatz 2 Satz 1 wurde geändert durch Beschluss des Rates vom 16.12.2009.

[2] § 27 Absatz 6 wurde neugefasst durch Beschluss des Rates vom 16. Dezember 2009.

Autor: Nadja Voss 
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