Wann ist die Dichtigkeitsprüfung durchzuführen?
1. Neubau von HausanschlüssenDie Dichtheitsprüfung ist somit für alle neuen Grundleitungen und Anschlusskanäle, die Schmutz- oder Mischwasser ableiten,
erforderlich.Über das Ergebnis der Dichtheitsprüfung ist eine Bescheinigung zu fertigen. Die Bescheinigung ist von dem Eigentümer oder der Eigentümerin aufzubewahren und der Bauaufsichtsbehörde oder der Gemeinde auf Verlangen vorzulegen. Die Dichtheitsprüfung ist spätestens nach 20 Jahren zu wiederholen.
2. Bestehende Hausanschlüsse
§ 61a LWG schreibt vor, dass bei bestehenden Hausanschlüssen eine Dichtheitsprüfung
- bei einer Änderung der Grundstücksentwässerungsanlage,
- spätestens jedoch bis zum 31.12.2015 durchzuführen ist.
Wie lässt sich feststellen, ob der Hausanschluss dicht ist?
Grundsätzlich gilt:
Vor der eigentlichen Dichtheitsprüfung sind eine Reinigung und eine optische Inspektion (Kamerabefahrung) der Hausanschlussleitung erforderlich. Diese Vorarbeiten erfolgen in der Regel ohne Aufgrabungen und ohne Eingriff in die Bausubstanz.Die Reinigung erfolgt in der Regel durch den Einsatz von Hochdruck-Spüldüsen, die entweder über Revisionsschächte oder -klappen vom Grundstück her eingeführt werden und in Fließrichtung des Abwassers spülen. Eine Spülung ist auch vom Hauptkanal aus über spezielle kameraüberwachte Hochdruck- Satelliten- Spüllafetten möglich.3. Reinigung
Wenn alle Verschmutzungen beseitigt sind, erfolgt eine optische Inspektion mit einer Kanal- TV- Kamera. Bei dieser optischen Inspektion werden der Zustand der Leitungen bzw. alle sichtbaren Schäden festgestellt. Die Schadenauswertung lässt Rückschlüsse auf die Dichtheit des Kanals zu. Die Inspektion kann auch hier entweder von einer Revisionsöffnung aus dem Haus heraus oder mit einer speziellen "Satellitenkamera" vom Hauptkanal aus erfolgen.
Ist die Hausanschlussleitung augenscheinlich schadensfrei oder werden nur kleinere Schäden wie Haarrisse, Abplatzungen und Korrosionen festgestellt, ist trotzdem eine Dichtheitsprüfung erforderlich. Denn mit der TV-Inspektion ist keine eindeutige Aussage über die Dichtheit einer Leitung möglich, da z. B. undichte Rohrverbindungen (Muffen) nicht zu erkennen sind.
Dichtheitsprüfung
Eine Dichtheitsprüfung für Abwasserleitungen kann mit Wasser oder Luft durchgeführt werden. Bei Hausanschlüssen erfolgt sie in der Regel mit Wasser.Nach dem Absperren der Leitung wird das Grundleitungssystem bis zur Oberkante des tiefsten Entwässerungsgegenstandes mit Wasser geflutet und über einen bestimmten Zeitraum gehalten (in der Regel 15 Minuten). Während dieser Zeit wird der Wasserverlust gemessen.
Die Leitung gilt als dicht, wenn ein bestimmter vom Rohrmaterial abhängiger Wasserverlust nicht überschritten wird. Mit speziellen Geräten ist alternativ auch eine Einzeldichtheitsprüfung der Rohrverbindungen (Muffen) möglich.
Mit dem Hochdruckspülverfahren können lose Verschmutzungen und auch die meisten Ablagerungen und Verfestigungen beseitigt werden.§ 45 (4) BauO NW schreibt vor, dass "alle im Erdreich oder unzugänglich verlegten Abwasserleitungen zum Sammeln und Fortleiten, ausgenommen Niederschlagswasserleitungen und Leitungen, die in dichten Schutzrohren so verlegt sind, dass austretendes Abwasser aufgefangen und erkannt wird, nach der Errichtung oder Änderung von Sachkundigen auf Dichtheit überprüfen zu lassen sind."