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Demografische Entwicklung im Kreis Minden-Lübbecke


Begrüßung durch Landrat Dr. Ralf Niermann

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich begrüße Sie ganz herzlich zu der heutigen Veranstaltung „Demografische Entwicklung im Kreis Minden-Lübbecke“. Die große Resonanz macht die Bedeutung dieses wichtigen Themas deutlich. Durch die demographische Entwicklung werden sich die Strukturen in unseren Lebensbereichen wandeln. Die demografische Entwicklung lässt sich mit den drei Kernbegriffen „weniger, älter, bunter“ zusammenfassen:

  • „Weniger“: die Zahl der Gesamtbevölkerung wird zurückgehen; bei uns im Mühlenkreis voraussichtlich von heute ca. 321.000 Einwohnern auf ca. 313.000 im Jahr 2020.
  • „Älter“: der Anteil der älteren Menschen, insbesondere auch der sog. „Hochbetagten“ wird zunehmen; im Mühlenkreis werden im Jahr 2020 ca. 48% mehr über 80-Jährige leben als heute;
  • „Bunter“: der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund wird ebenfalls zunehmen, auch bei uns im Mühlenkreis.

Dabei sind vor allem die Veränderungen innerhalb der Bevölkerungsstruktur zu beachten. So nimmt der Anteil der Älteren in den Kommunen zu, der Anteil der Kinder sinkt, und zugleich wachsen viele Kinder in sozial schwierigen Verhältnissen auf.

Einige konkrete Zahlen:

  • im Jahr 2020 werden im Mühlenkreis gegenüber dem Jahr 2003 20,5% weniger Kinder und Jugendliche zwischen 1 und 18 Jahren leben!
  • das sog. „Medianalter“ - also das Alter, bei dem 50% der Bevölkerung jünger und 50% der Bevölkerung älter ist - wird von 41,5 Jahre im Jahr 2006 auf 47 Jahre im Jahr 2020 ansteigen;
  • im Kreis Minden-Lübbecke liegt nach einer aktuellen Anfrage der Kindertagesstätten der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund bei 21 %

Folgende Fragen stellen sich: „Welche Folgen haben diese Trends für unsere Region?“ „Was bedeutet der demografische Wandel konkret für die Kommunen?“ „Welche Möglichkeiten haben Politik und Verwaltung, auf die sich abzeichnenden Veränderungen zu reagieren?“ „Was können die Menschen vor Ort selbst tun, um die Zukunft ihres Lebensumfeldes unter den veränderten Bedingungen attraktiv zu gestalten und lebenswert zu erhalten?“ Und schließlich: „Gibt es Möglichkeiten, angesichts der absehbaren Veränderungen aktiv die Auswirkungen des demografischen Wandels zu gestalten“?

Als Kreis Minden-Lübbecke haben wir eine Untersuchung beim Mindener Büro Demographie lokal in Auftrag gegeben, die für den Mühlenkreis Antworten auf diese Fragen finden und Handlungsempfehlungen entwickeln soll.

Die heutige Zukunftskonferenz ist ein wichtiger Baustein in dem Prozess dieser Konzepterarbeitung.
Wir laden sie ein, Ihre Ideen und Anregungen wowie Ihr Bewusstsein für die Notwendigkeit zur Gestaltung dieses Prozesses einbringen. Denn der demografische Wandel ist ein Prozess, bei dem auch die Chancen zur Gestaltung gesehen werden sollten. Sich diesem unabwendbaren Prozess zu stellen macht es auch möglich, diesen mit eigenen Ideen und Projekten zu formen. Sie entdecken die Zukunft neu und setzen Prioritäten durch die Entwicklung von Handlungszielen.

Im Vorfeld der heutigen Veranstaltung fanden in den drei sogenannten „Generationendörfern“ Seelenfeld, Stemmer und Frotheim im August und Oktober diesen Jahres Dorfwerkstätten statt. Dabei haben die Menschen vor Ort ihre Einschätzungen, Ideen und Gedanken eingebracht.

Zudem wurden Gespräche mit den Fachämtern hier im Haus durchgeführt. Unter anderem für die Bereiche Sozial- und Jugendarbeit, Schulentwicklung, Siedlungsentwicklung, Gesundheit und Pflege, Mobilität sowie Wirtschaftsförderung und Tourismus wurden die möglichen Auswirkungen der demografischen Veränderungen beleuchtet. Bereits das Spektrum der genannten Themen zeigt die umfassenden Auswirkungen des demografischen Wandels.

In vielen Handlungsfeldern liegt die vorrangige Zuständigkeit bei den Kommunen. Daher ist eine Einbindung der kreisangehörigen Städte und Gemeinden sehr wichtig. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister wurden um ihre Einschätzung durch die Beantwortung eines Fragebogens gebeten.

Ziel der heutigen Veranstaltung ist es, anhand der gewonnenen Ergebnisse gemeinsam Handlungsempfehlungen zu erarbeiten, vorhandene Netzwerke weiter auszubauen und möglichst sinnvoll zu verknüpfen sowie das weitere zukünftige Vorgehen zu diskutieren.

Frau Kerstin Schmidt vom Büro „demographie lokal“ hat bereits mit den eben genannten Dörfern die Dorfwerkstätten durchgeführt und wird heute die Veranstaltung moderieren sowie gleich ein einführendes Referat zum Thema halten. Ich freue mich ebenfalls auf das Fachreferat von Herrn Dr. Heuwinkel aus unserem Nachbarkreis Osnabrück – ein Blick über den Tellerrand und ein fachlicher Austausch über Kreis- und Landesgrenzen hinweg hat noch nie geschadet. Aber dann sind Sie gefordert! In Arbeitsgruppen und im Plenum wollen wir mit Ihnen Wege und Chancen für die Herausforderungen des demografischen Wandels erarbeiten. Ich bin überzeugt, dass wir das gemeinsam schaffen werden und bedanke mich schon jetzt für Ihr Engagement!

Der Veranstaltung wünsche ich einen guten und ideenreichen Verlauf!

 

 

 

 

 

 

 

 

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