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Zur Winterzeit geht ´s wieder los: Noroviren verursachen Brechdurchfälle

Kreis Minden-Lübbecke, 21.11.2008

  
Zur Winterzeit geht ´s wieder los: Noroviren verursachen Brechdurchfälle

Starke Übelkeit, Erbrechen und Durchfall - nach ein bis zwei Tagen tritt langsam wieder Besserung ein. Wer das in diesen Wochen im Kreis Minden-Lübbecke durchleidet, hat sich mit einiger Wahrscheinlichkeit mit Noroviren angesteckt, wie auch die erhöhten Meldezahlen für diese Erreger im Gesundheitsamt bestätigen.
Noroviren (früher als Norwalk-like Viren bezeichnet) sind mit einer äußerst geringen Menge von ca. 10-100 Viruspartikeln hoch ansteckend. Die Übertragung erfolgt fäkal-oral, also über geringste Mengen von Stuhl, oder über virushaltige Aerosole z. B. während des Erbrechens und sogar noch Stunden danach durch das Vorhandensein der Viren in der Mundschleimhaut. Dies erklärt die sehr rasche Ausbreitung von Norovirus-Infektionen in Familien, aber leider auch in Einrichtungen des Gesundheitswesens mit hohen Erkrankungszahlen. Auf Gegenständen wie zum Beispiel Türgriffen, bleiben die Viren bis zu 24 Stunden ansteckungsfähig. Wichtigste Hygienemaßnahme nach Erkrankung sowie zur Vorsorge, ist daher das Händewaschen. Infektionen können in geringerem Maße auch von kontaminierten Lebensmitteln, die mit verunreinigtem Wasser zubereitet wurden, ausgehen.
Die direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist der Haupt-Verbreitungsweg. Zum Beispiel in Kliniken und Altenheimen nicht nur Patienten bzw. Bewohner, sondern oft genug auch das Personal betroffen. Die wichtigste Maßnahme bei Norovirus-Ausbrüchen ist daher die Absonderung Erkrankter von anderen Personen. An Brech-Durchfall erkrankte und auch kurz zuvor krank gewesene Personen sollten grundsätzlich Besuche im Krankenhaus oder Pflegeheim eine zeitlang vermeiden, um die Erreger dort nicht einzuschleppen. Die dort untergebrachten Patienten bzw. Bewohner sind besonders anfällig und die Krankheitssymptome wesentlich belastender als beim Normalgesunden im Privatbereich oder bei Betroffenen von Gruppenerkrankungen in Schulen oder Kindergärten.

Das Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall; auftreten können auch Bauchkrämpfe, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber. Die Zeit von der Aufnahme des Erregers bis zum Anzeichen erster Symptome beträgt in der Regel 24 bis 48 Stunden, manchmal sogar noch kürzer. Betroffene Personen sind während der Erkrankung und mindestens ca. 48 Stunden nach Abklingen der Beschwerden ansteckungsfähig. Untersuchungen ergaben, dass die Erreger oft noch über eine Dauer von 7 bis 14 Tagen, in Einzelfällen auch über Wochen nach der Erkrankung im Stuhl erkrankter Personen nachweisbar war. Auch wenn die Ansteckungsfähigkeit in dieser Zeit rapide abnimmt, ist aus diesem Grund die Einhaltung von Hygienemaßnahmen, d.h. intensives Händewaschen auch im Anschluss an die Erkrankung, von besonderer Bedeutung.

Für Nachfragen steht Christoph Kämper vom Kreisgesundheitsamt unter der Tel.: 0571/807-2839 zur Verfügung.

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