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Datum: 25.06.2025

Zimmerer-Azubis zimmern für die Stadt - Berufskolleg Lübbecke unterstützt Bau der Aue-Brücke in Espelkamp

In der Werkhalle des Zimmereibetriebs Dyck herrschte Mitte Mai geschäftiges Treiben:  26  angehende Zimmerer und Zimmerinnen des Berufskollegs Lübbecke haben vom 20. bis 22. Mai 2025 gemeinsam mit ihren Lehrkräften und den Zimmerermeistern Jannik Henkel und Alexander Dyck von der Zimmerei und Dachdeckerei Dyck sieben große Aussteifungsrahmen und die dazugehörige Dachkonstruktion für das neue Brückenbauwerk Nr. 9 an der Fritz-Helmut-Allee gefertigt.

Der Zimmereibetrieb stellte für dieses besondere Projekt Maschinen und Arbeitsfläche zur Verfügung und passte eigens den Betriebsablauf an, um den Auszubildenden die Möglichkeit zu geben, ihr theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen. Die Schüler hatten im Vorfeld im Unterricht Werksplanungen und Materiallisten selbstständig erarbeitet – nun konnten sie ihre Ergebnisse in handfeste Bauteile verwandeln.

Begleitet wurden sie dabei von ihren Berufsschullehrern Steffen Skrodzki und Albrecht Schmeling, die das Projekt gemeinsam mit der Stadt Espelkamp vorbereitet hatten. Steffen Skrodzki betont: „Für unsere Schüler und Schülerinnen ist das eine besondere Erfahrung: ein reales Bauwerk mitzugestalten, was später von vielen Menschen genutzt wird. Ein Projekt im Unterricht zu planen und auch umzusetzen, verknüpft Theorie und Praxis und verspricht maximalen Lernerfolg für unsere Azubis.“

Auch Bürgermeister Dr. Henning Vieker und Sachgebietsleiter Stefan Rogalske machten sich vor Ort ein Bild vom Stand der Arbeiten – und bedankten sich mit einem kräftigen Mettbrötchenfrühstück bei allen Beteiligten. Dr. Vieker nutzte den Termin zudem, um den heimischen Zimmereibetrieb näher kennenzulernen und sich über Ausbildung, Holzbau und Betriebsabläufe zu informieren.

„Es ist großartig zu sehen, wie Ausbildung, Handwerk und kommunales Ehrenamt hier zusammenwirken“, sagte Bürgermeister Vieker. „Die jungen Menschen bekommen echte Verantwortung übertragen, und das mit sichtbarem Ergebnis für die ganze Stadt.“

Auch aus Sicht der Projektleitung ist die Umsetzung besonders. „Die Koordination eines Projekts, bei dem so viele Ehrenamtliche und Partner mitwirken, ist für uns als Projektverantwortliche im technischen Bereich etwas Besonderes“, sagt Stefan Rogalske, Sachgebietsleiter Straßenbau und Grünflächen. „Es läuft anders als im klassischen Baualltag – mit mehr Abstimmung, mehr Flexibilität, aber auch mit viel Vertrauen und Engagement von allen Seiten. Das macht es herausfordernd, aber auch sehr lohnend.“

Weitere Unterstützer des Projekts:

  • Ingenieurbüro Lenk (Lübbecke): hat die komplette Planung des Brückenbauwerks über alle Leistungsphasen der HOAI ehrenamtlich übernommen.
  • Riemer Tiefbau (Espelkamp): hat den Rückbau der alten Brücke ehrenamtlich ausgeführt.
  • Müller Bau GmbH & Co. KG (Espelkamp): wird alle Betonarbeiten – insbesondere die Fundamente – unentgeltlich erbringen.
  • Dachkeramik Meyer-Holsen (Rahden): stellt die benötigten Dachziegel als Sachspende zur Verfügung.
  • Westruper Holz- und Ingenieurbau Wehmeyer GmbH & Co. KG (Stemwede) unterstützt die Zimmererazubis bei der Montage des Haupttragwerkes.
  • Weitere Unterstützer: sind herzlich eingeladen, sich an diesem besonderen Gemeinschaftsprojekt zu beteiligen.

Ausblick: Brückenfundamente im Sommer, Montage im Herbst geplant

Die Arbeiten an der neuen Brücke schreiten weiter voran: Noch in diesem Sommer soll mit dem Bau der Fundamente begonnen werden. Die Montage der Brückenkonstruktion ist für den Herbst 2025 – voraussichtlich September oder Oktober – vorgesehen. Auf dem kritischen Pfad liegt derzeit die Herstellung und Lieferung der Brettschichtholzbinder für das zentralen Hauptragwerkes durch einen spezialisierten Brückenbau- und Stahlbaubetrieb. Sollte diese Lieferung nicht rechtzeitig erfolgen, würde sich die Montage verschieben. Alle Beteiligten hoffen jedoch, dass die logistischen Abläufe wie geplant funktionieren, sodass die Brücke noch in diesem Jahr fertiggestellt werden kann.

Das Brückenbauwerk Nr. 9, das künftig wieder eine sichere Verbindung über die Große Aue schaffen wird, ist ein echtes Bürgerprojekt. Dass nun auch junge Menschen aus der Region einen aktiven Beitrag zum Wiederaufbau leisten, ist ein starkes Zeichen für Engagement, Praxisnähe und Teamgeist.

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