Wenn Pflege zur Belastung wird
Kreis Minden-Lübbecke, Minden, 16.12.2010
Wenn Pflege zur Belastung wird
Vernetzungen gegen häusliche Gewalt treffen sich im Kreishaus
„Für eine effektive Einzelfallhilfe ist eine gute Zusammenarbeit zwischen frauenunterstützenden Einrichtungen und der Altenhilfe besonders wichtig, denn meistens sind es Frauen, die Angehörige pflegen. Da haben wir schon viel geschafft“, berichtete Andrea Strulik, die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Minden-Lübbecke. Solche Kooperationen müssten in anderen Regionen noch aufgebaut werden.
Mit dem Thema „Häusliche Gewalt in der Pflege“ haben sich Fachleute der Vernetzungen gegen häusliche Gewalt aus dem Regierungsbezirk Detmold beschäftigt. Strulik und Klaus Marschall, Koordinator für Behinderten und Seniorenbelange, hatten zum Austausch ins Kreishaus Minden eingeladen. Seit fast drei Jahren organisieren sie den Arbeitskreis Häusliche Gewalt in der Pflege. Mit dem Arbeitskreis haben die beiden bereits mehrere Veranstaltungen für Fachleute und Betroffene organisiert und in Kooperation mit der TelefonSeelsorge Ostwestfalen ein spezielles Angebot zur Entlastung bei kritischen Pflegesituationen entwickelt.
„Als nächstes werden wir uns verstärkt um die bessere Einbindung von Hausärztinnen und Hausärzten in das lokale Vernetzungs- und Hilfsangebot kümmern“, erklärte Marschall. „Sie sind häufig die einzigen, die Zugang zu Familien mit Pflegebedürftigen haben.“
In den meisten Fällen verläuft häusliche Pflege harmonisch und verantwortungsvoll. Trotzdem ist nicht auszuschließen, dass mangelnde Anerkennung, Erschöpfung, fehlende professionelle Unterstützung, Mehrfachbelastungen in Familie und Beruf und Rollenkonflikte auf Dauer zu Spannungen und Aggressionen führen.
Das nächste Treffen findet im März 2011 zum Thema „Täterarbeit“ im Kreis Paderborn statt.