Waldbrand: Minden-Lübbecker Feuerwehren proben Ernstfall
Kreis Minden-Lübbecke, 28.09.2007
Waldbrand: Minden-Lübbecker Feuerwehren proben Ernstfall
Großflächige Waldbrände, vermisste Personen: Es gab viel zu tun für die Einheiten der Bezirksreserve Detmold bei einer dreitägigen Übung im Bereich des Truppenübungsplatzes Daaden im Westerwald. Bei dem fiktiven Großeinsatz waren auch rund 80 Feuerwehrleute aus dem Kreis Minden-Lübbecke im Einsatz.
Die Bezirksreserve ist ein Verband aller Feuerwehren aus den ostwestfälischen Kreisen und der Stadt Bielefeld, die durch Einheiten des Technischen Hilfswerks und des Deutschen Roten Kreuzes verstärkt wird. Sie kommt zum Einsatz, wenn die Bezirksregierung Detmold um überörtliche Hilfeleistung bei größeren Schadensfällen gebeten wird.
Das von der Bezirksregierung erarbeitete Szenario für die diesjährige Vollübung sah großflächige Waldbrände in der Gegend um den Truppenübungsplatz Daaden vor, die von den örtlichen Feuerwehren allein nicht bewältigt werden konnten. So war es die erste Aufgabe der vom Kreis Minden-Lübbecke gestellten Abteilungsführung unter Leitung von Lutz Kölling von der Feuerwehr Minden, die Verlegung von mehr als 630 Einsatzkräften mit über 120 Fahrzeugen aus den jeweiligen Heimatstandorten nach Daaden zu organisieren. Gleichzeitig mussten sie die Helfer unterbringen und verpflegen sowie die Fahrzeuge mit Kraftstoff versorgen.
Dann wurde es auch für die Einsatzkräfte ernst. Fiktive Waldbrände sorgten dafür, dass alle Einheiten reichlich damit beschäftigt waren, die Wasserversorgung im Übungsbereich sicherzustellen und die weitere Ausdehnung der Brände zu verhindern. Dazu wurden mehrere Kilometer Schlauchleitungen verlegt und parallel mehrere Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr eingesetzt. Um eine Ausbreitung des Brandes zu verhindern, musste eine Schneise in den Wald geschlagen werden. Neben den Rüstwagen der Feuerwehr kam hier das schwere Räumgerät des THW zum Einsatz.
Für zusätzliche Aufregung sorgte die natürlich ebenfalls fiktive Meldung, dass in dem betroffenen Gebiet vier Waldarbeiter vermisst werden. Umgehend wurden Kräfte zur Menschenrettung abgestellt, die das fragliche Areal durchkämmten. Sie fanden die Vermissten rechtzeitig und übergaben sie dem Rettungsdienst.
Übungsziele waren die Bildung einer effizienten Einsatzleitung, die geordnete Verlegung von Einheiten, die Überprüfung eines neu eingeführten Funkkonzeptes sowie die Zusammenarbeit zwischen den taktischen Einheiten.
Nach Abschluss der Übung wurde mit Vertretern der Bezirksregierung Detmold und des nordrhein-westfälischen Innenministeriums ein positives Fazit gezogen. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Feuerwehren aus Ostwestfalen-Lippe funktioniert sehr gut. Das THW stellt mit seinen Kräften und seiner technischen Ausstattung eine wichtige Ergänzung dar und das DRK hat die Herausforderung, über 630 Personen drei Tage lang zu verpflegen, gut gemeistert.
Die Bezirksreserve Detmold hat ihre Schlagkraft und den guten Ausbildungsstand der einzelnen Einheiten bei dieser Übung eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Auch die Feuerwehrleute aus dem Mühlenkreis haben eindrucksvoll gezeigt, was sie können.