WBV »Am Wiehen« setzt Instandhaltung des Rohwassernetzes fort
Der Wasserbeschaffungsverband (WBV) „Am Wiehen“ arbeitet weiter daran, die Trinkwasserversorgung im Verbandsgebiet langfristig zu sichern. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist die Instandhaltung des Rohwassernetzes, um das volle Potenzial der eigenen Brunnenanlagen nutzen zu können. Das Wasser aus den Brunnen soll möglichst vollständig und ungehindert im Wasserwerk in Hille-Südhemmern ankommen. Schon in den letzten Jahren wurde deshalb ein erster Abschnitt einer Rohwasserleitung gereinigt. Jetzt folgte die Reinigung eines weiteren 1,4 Kilometer langen Leitungsbereiches. Zusätzlich wird aktuell eine Rohwasser-Redundanzleitung in Südhemmern gebaut, die als Absicherung der bestehenden Infrastruktur dient. Wenn diese im November 2026 fertiggestellt ist, soll auch der letzte Leitungsabschnitt gereinigt werden, um die umfassende Maßnahme abzuschließen.
Auf dem Weg zwischen Brunnen und Wasserwerk können sich mit der Zeit Ablagerungen bilden. Dazu gehören unter anderem natürliche Bestandteile des Rohwassers wie Eisen und Mangan. Solche Ablagerungen können im Laufe der Zeit den Durchfluss einer Rohwasserleitung verringern.
„Wir wollen das Beste aus unseren bestehenden Anlagen herausholen“, erklärt Verbandsvorsteher Michael Kasche. „Jede zusätzliche Menge an Wasser, die wir durch solche Instandhaltungsmaßnahmen im Rohwassernetz selbst fördern und nutzen können, stärkt die Versorgungssicherheit.“
Erst der Molch, dann Luft und Wasser
Bei der Reinigung des ersten Leitungsabschnitts wurde ein sogenannter Molch eingesetzt. Dabei wurde ein Kunststoffkörper, der nahezu den gesamten Leitungsquerschnitt ausfüllt, mit Wasserdruck durch die Leitung geschickt: Der Molch löst dabei Ablagerungen von der Rohrinnenwand und schiebt sie aus der Leitung.
In den Sommerferien erfolgte nun die Reinigung eines weiteren Leitungsabschnitts. Dafür wurde der 1,4 Kilometer lange Bereich vom übrigen Rohwassernetz getrennt und sechs Brunnen wurden für knapp zwei Tage außer Betrieb genommen. Die Wahl des sichersten verfügbaren Zeitfensters war besonders wesentlich, weil die Trinkwasser-Ampel in Verbandsgebiet des WBV „Am Wiehen“ bekanntermaßen weiterhin in Bad Oeynhausen, Hille, Hüllhorst und Löhne auf Rot steht. Gerade weil Wasser derzeit knapp ist, ist es jedoch auch wichtig, vorhandene Brunnen und Leitungen möglichst gut nutzen zu können.
„Das geplante Zeitfenster passte gut für uns“, erklärt Felix Berger von der technischen Betriebsführung des WBV „Am Wiehen“. „Denn Temperaturen um 20 Grad und wiederkehrende Regenschauer hielten die Abgabemenge während der Maßnahme beständig zwischen 15,3 und 16,3 Millionen Litern Trinkwasser am Tag. Zur Absicherung standen zudem zusätzliche Wassermengen eines Zulieferers bereit.“
Reinigen mit dynamischen Strömungen
Bei der Reinigung des zweiten Leitungsabschnitts kam das Luft-Wasser-Impulsspülverfahren zum Einsatz: Druckluft und minimale Wassermengen erzeugen dabei dynamische Strömungen. In der Leitung entstehen Turbulenzen, die die Ablagerungen von der Rohrinnenwand lösen und hinausbefördern – ohne Einsatz von Chemie. Das Spülwasser landete zunächst in einem Container. Traktoren mit Tankanhängern fuhren das Wasser anschließend zum Absetzbecken des Wasserwerks. Von dort ging es weiter in die Absetzteiche des WBV „Am Wiehen“, wo es auf natürliche Weise gereinigt wird.
Trinkwasser-Ampel bleibt auf Rot
„Noch wirkt sich die Reinigung der Rohwasserleitung nicht wesentlich auf die Förderleistung unserer Brunnen aus“, erklärt Michael Kasche. „Das Ergebnis wird sich erst nach der Reinigung des letzten Abschnittes zeigen, die Anfang nächsten Jahres erfolgen soll. Unsere Trinkwasser-Ampel bleibt auf Rot. Und mit dem Ende der Sommerferien werden wir sehen, wie sich der Trinkwasserverbrauch bei den eher wechselhaften Wetterbedingungen entwickeln wird. Deshalb bitten wir weiterhin alle Menschen in unserem Verbandsgebiet, verantwortungsbewusst und sparsam mit der wertvollen Ressource Trinkwasser umzugehen.“