Inhalt
Datum: 15.11.2017

Vorurteile und Gewalt bringen nicht weiter

Puppentheater „Hille Pupille“ begeisterte zahlreiche kleine und große Besucher im Wehdemer LifeHouse mit „Ich war’s nicht“

Von Anja Schubert

Wehdem. Eine Geschichte erzählen oder eine solche doch lieber spielen? Beim Puppentheater in Wehdem war bei den Kindern am Sonntagnachmittag eindeutig spielen angesagt. Das Thema, um das es ging, hat bei jedem schon einmal für Magendrücken gesorgt. Denn wer kennt das nicht: Etwas ist weg oder kaputt und alle wissen gleich, wer es war. Der oder die ist es nämlich i m m e r! Doch was ist, wenn es der oder die dieses Mal wirklich nicht war?

Das Puppentheater „Hille Pupille“ aus Dülmen, nicht zum ersten Mal auf Einladung der Jugendförderung im vollbesetzten LifeHouse zu Gast, näherte sich der Problematik mit einem packenden Puppenspiel.

Jugendförderin Gabi Hohmeier begrüßte die kleinen und großen Zuschauer und erläuterte, dass das Puppenspiel im Rahmen der derzeitigen „Diversity“-Wochen des Kreises Minden-Lübbecke und der Kommunen präsentiert werde. Vielfalt sowie Anderssein als Chance und Bereicherung der Gesellschaft – dafür wolle das Projekt ein Zeichen setzen. Das Theaterstück war hierfür wie maßgeschneidert.

Das kleine Rabenmädchen Sabine musste erleben wie es ist als Diebin abgestempelt und ausgegrenzt zu sein. Einige Tiere des Waldes, Maus, Igel, Hamster und vor allem Frettchen Fred verdächtigten sie, Himbeeren gestohlen zu haben. Nach gemeinen Beschuldigungen, Verdächtigungen, Tränen und Wiedergutmachungsversuchen entdeckten die Tiere durch Zufall die wahren „Täter”: die Ameisen. Jetzt galt es, die Himbeeren zurück zu bekommen. Doch wie? Mit neuerlichen Diebesbeschuldigungen und einem Ameisenbären als Drohmittel? Oder vielleicht doch lieber mit einer sachlichen und freundlichen Klärung? Letztere bewies schließlich, dass in der Ameisenkultur einfach nur ein Stück Wald aufgeräumt worden war – anderes Denken, anderes Handeln, ohne bösen Vorsatz.

Puppenspielerin Hille Menning erweckte nach und nach mit offenem Spiel alle Tierfiguren zum Leben. Eine Stehlampe, einen wandelbaren Ohrensessel, eine große Decke und Kissen – mehr als diese Utensilien, die in jeder Wohnstube zu finden sind, brauchte es nicht, um mit wenigen Mitteln ein heimeliges Bühnenszenario zu schaffen, das Raum für Phantasie ließ. Auch dem Ausgang der Geschichte, die auf dem Bilderbuch von Autor Udo Weigel basierte, waren keine Grenzen gesetzt, denn schließlich handelte es sich ja um ein freies Spiel. Kurzerhand wandelte Hille Menning die nahezu brutale Lösung des Problems mittels eines Ameisenbären in eine friedliche und charmante Konfliktbeseitigung um. Zur Begeisterung der Kinder gab es nach dem fesselnden Stück noch die Gelegenheit, die Tiere des Waldes aus der Nähe zu bestaunen und Frettchen Fred zum Abschied vorsichtig die Hand zu schütteln. Denn sie hatten ihn und die übrigen Protagonisten schnell ins Herz geschlossen.

 

Foto: Anja Schubert

Foto: Nach der Vorstellung schauten sich einige Kinder mit Puppenspielerin Hille Menning (l.) interessiert die Bühnendeko und die tierischen Protagonisten an.

nach oben zurück