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Vortrag über Häusliche Gewalt in türkischen Familien

Kreis Minden-Lübbecke, 04.08.2006

 
Häusliche Gewalt kann in allen Familien stattfinden, in Migrantenfamilien ist dieses Problem jedoch besonders häufig anzutreffen. Darüber hinaus kommen in Familien mit türkisch-islamischem Hintergrund Gewaltformen vor, die sich an sonsten in der deutschen Gesellschaft nicht mehr zeigen, wie zum Beispiel die Zwangsverheiratung und der sogenannte Ehrenmord. Die Betreuung betroffener Familien erfordert auf dieser Grundlage eine besondere Sensibilisierung.

Mehr zu erfahren über die religiösen und gesellschaftlichen Hintergründe bei türkisch-islamischen Familien, die in Deutschland leben, das ist das Ziel, das der Runde Tisch gegen häusliche Gewalt in dieser Vortragsveranstaltung verfolgt. PRIO, das Bündnis gegen häusliche Gewalt im Kreis Minden-Lübbecke (Prävention - Intervention - Opferschutz), hat als Referentin eine prominente Frau eingeladen: die türkisch-stämmige Rechtsanwältin aus Berlin Seyran Ates. Ihr Fall ging 1984 durch die gesamten deutschen Medien, als sie selber Opfer eines Anschlages wurde, den sie nur knapp überlebte.

Nicht umsonst bedeutet ihr türkischer Name Ates übersetzt "Feuer". Hier ist "nomen" tatsächlich "omen". Wer sie einmal persönlich oder im Fernsehen erlebt hat, kann sich vorstellen, mit welchem Feuereifer sie sich für ihre Mandantinnen und Mandanten einsetzt. Sie versteht sich selbst als Menschenrechtsaktivistin mit einem besonderen Blick für Frauenrechte und ist für ihre Aktivitäten bereits mehrfach ausgezeichnet worden.

Im Alter von achtzehn Jahren hat sie bereits ihr erstes Buch geschrieben, das sich mit ihrer Immigration nach Deutschland befasst. Ihr Vortrag verspricht auch deshalb besonders interessant und anschaulich zu werden, da sie aktuelle Beispiele aus ihrer Anwaltspraxis und Erfahrungen aus ihrem eigenen Leben mit einbezieht.

Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, den 30. August 2006, ab 15.00 im Kreishaus in Minden, Saal des Kreistages. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, für die Teilnahme entstehen keine Kosten. Anmeldungen werden erbeten bei der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Minden-Lübbecke, Andrea Strulik, unter Telefon-Nummer 0571/807-2109 oder unter e-mail a.strulik@minden-luebbecke.de.

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