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Datum: 14.02.2008

Von Schlüsseln, einem Stern und einem Torbau

Am vergangenen Freitag öffnete das Museum der Stadt Lübbecke im Kultur- und Medienzentrum der Stadt zu ungewöhnlicher Zeit: Die Klasse 4 b der Grundschule Nettelstedt hatte mit ihrer Klassenlehrerin Hannelore Stehrenberg ihren Besuch angekündigt. Gleich zur ersten Stunde machte die Gruppe sich mit dem Bus auf den Weg ins Alte Rathaus. „Mach dein Lübbecke-Diplom!“ hieß es dann im Laufe des Vormittags für die 21 Schülerinnen und Schüler. Dabei galt es, knifflige Aufgaben zur Stadtgeschichte zu lösen. 

Der Gang durch mehr als 250.000 Jahre Geschichte im Lübbecker Land war spannend. Besonders begeistert zeigten die Kinder sich aber, als es um das  Mittelalter ging. Wie hätten sie vorher auch ahnen sollen, dass dort, wo sich heute der Busbahnhof und das Parkhaus West befinden, einst Burgmannshöfe standen? „In einem der 12 Burgmannshöfe war ich schon!“, tönte es Christel Droste, Mitarbeiterin der Stadt Lübbecke und für den Ablauf des Programms verantwortlich, mehrfach entgegen. „Ich besuche nämlich die Musikschule im Alten Amtsgericht – und dort lebte früher doch auch eine Ritterfamilie!“ Diese Antwort war natürlich richtig. 

Wie die Mode der Adeligen um 1600 zugeschnitten war, konnte die Klasse anschließend selbst ausprobieren, denn 1975 war anlässlich des Stadtjubiläums „1.200 Jahre Lübbecke“ die Kleidung des Bürgermeisters Johann von Westrup und seiner Frau Margarethe, geb. von Schilder, nachgenäht worden. Schnell fanden die Kinder an der Nordseite der St.-Andreas-Kirche später den Beweis dafür, dass die Kleidung damals wirklich so ausgesehen hatte, wie die, die sie im Museum anprobiert hatten. Dann staunten sie aber doch sehr, als sie an der Orgelempore das Ratsemblem der Stadt Lübbecke mit St. Andreas, den schräg gekreuzten Schlüsseln und dem Stern entdeckten. Im Jahre 1561 war es angefertigt worden. Das seit der Kommunalreform 1973 gültige Wappen hatten sie zuvor bereits vom Gedenkstein am Alten Rathaus abgezeichnet. Dabei hatten die Kinder mit Ingeborg Thüner, einer der ehrenamtlichen Stadtführerinnen des Stadtmarketingvereins, schon erarbeitet, was es mit dem Wappen auf sich hat. 

In der Schule haben die vierten Klassen der Grundschule Nettelstedt bereits Burgen gebaut. „Ich besuche euch bald einmal in der Schule und schaue mir eure Burgen an“, versprach Droste den Kindern. „Wenn alles gut klappt, stellen wir sie dann hier im Museum aus.“ Man darf gespannt sein!

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