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Datum: 30.10.2014

Vom Eisernen Kreuz zum Synagogenbrand - Weg der Erinnerung am 9. November

Lübbecke. Als vor 100 Jahren der Erste Weltkrieg ausbricht, gleicht der Lübbecker Marktplatz bald einem Kriegslager, denn dort findet die Musterung der Pferde auf ihre Kriegsbrauchbarkeit statt. „Die jungen Burschen, die sie führen, sind kriegspflichtig, tragen ihre Garderobe in Kartons auf dem Rücken und begeben sich zu den Gestellungsplätzen.“ So erinnert sich der bislang letzte in Lübbecke tätige jüdische Lehrer und Kantor Max Lazarus in seinen „Erinnerungen“.

Die jüdische Gemeinde in Lübbecke ist nicht sehr groß, aber auch sechs Gemeindemitglieder erhalten ihre Einberufung, drei melden sich zudem freiwillig. Pflichtgetreu und tapfer treten sie mit der Bereitschaft ihren Dienst an, ohne Unterschied des Glaubens notfalls bis zum Tode für das gemeinsame Vaterland zu kämpfen. Doch nicht alle kehren nach Hause zurück. Beim diesjährigen „Weg der Erinnerung“ werden einzelne Schicksale vorgestellt und der Blick weitergelenkt auf die NS-Zeit. Was geschah mit jenen Mitbürgern, die im Ersten Weltkrieg mitgekämpft und mitgelitten hatten, in den Jahren der Shoa?

An den Vorbereitungen für den „Weg der Erinnerung“ sind neben der katholischen und der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde auch die Pestalozzischule und das Wittekind-Gymnasium sowie der Stadtheimatpfleger, Vertreter des DGB und der Bundeswehr sowie die Stadt Lübbecke beteiligt. Die Veranstaltung beginnt am Sonntag, 9. November um 15 Uhr im westlichen Bereich der Grünanlage hinter dem Rathaus („Heldenhain“) am Mahnmal für die Opfer der beiden Weltkriege an der Kreishausstraße. Von dort aus führt der Weg durch die Stadt zum Platz der Synagoge, wo in diesem Jahr Hauptmann Johannes Potthoff als Vertreter der Bundeswehr nach der Kranzniederlegung die Ansprache halten wird.

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