Veterinäramt erinnert Hundehaltende an Staupeimpfung
Bei Füchsen aus dem Kreis Minden-Lübbecke hat das Chemische- und Veterinäruntersuchungsamt in Detmold aktuell das Staupevirus nachgewiesen. Die infizierten Füchse waren von Jägern im Gebiet der Stadt Petershagen tot aufgefunden oder aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten getötet worden. Staupe ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung, an der sich hauptsächlich fleischfressende Wildtiere wie Fuchs, Marder oder Dachs infizieren können. Auch Hunde können sich anstecken. „Wir nehmen die aktuellen Meldungen zum Anlass, Hundehaltende nochmal an die Staupeimpfung für ihre Hunde zu erinnern“, sagt Dr. Alois Schulze-Dorfkönig vom Veterinäramt des Kreises Minden-Lübbecke.
Staupe tritt immer wieder bei Füchsen und Mardern auf. Nach Untersuchungen aus Niedersachsen, wo seit Jahren in erster Linie Füchse regelmäßig auch auf Staupe untersucht werden, waren durchschnittlich 20 bis 30 Prozent der Tiere mit dem Staupevirus infiziert. Füchse und Marder sind also als sogenannte Erregerreservoire anzusehen. Jagd- und andere freilaufende Hunde, die nicht geimpft sind, sind daher einer ständigen Infektionsgefahr ausgesetzt.
Der Hauptübertragungsweg der Staupe auf den Hund ist der direkte Körperkontakt mit unerkannt erkrankten Artgenossen. Das Virus wird durch Speichel, Nasen-, Augensekret, Kot und Urin infizierter Tiere ausgeschieden. Empfängliche Tiere können sich über diese Ausscheidungen durch gegenseitiges Belecken und Tröpfcheninfektion anstecken oder nehmen den Krankheitserreger mit verunreinigtem Futter, Wasser oder aus der Umgebung auf. Kennzeichnend für die Erkrankung sind hohes Fieber und Abgeschlagenheit. Je nach befallenem Organsystem können Durchfall und Erbrechen oder Atemwegssymptome auftreten. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Schädigung des Gehirns mit zentralnervösen Erscheinungen kommen. Die Sterblichkeitswahrscheinlichkeit liegt je nach Schwere des Krankheitsverlaufs zwischen 30 und 80 Prozent.
Wie häufig Staupe bei Hunden auftritt, ist amtlich nicht bekannt, weil Staupe nicht zu den meldepflichtigen Krankheiten gehört. Einen wirksamen Schutz vor Staupe erreicht man durch prophylaktische Impfungen. Diese beginnen mit einer Grundimmunisierung, die möglichst schon im Welpenalter durchgeführt sein sollte. Anschließend sollten regelmäßigen Auffrischungsimpfungen folgen. Ansprechpartner hierfür sind die Tierarztpraxen.