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Datum: 04.08.2026

Trinkwasser-Versorgung im Verbandsgebiet des WBV "Am Wiehen" (Stand 04.08.2026)

Die Trinkwasserlage im Verbandsgebiet des Wasserbeschaffungsverbands (WBV) „Am Wiehen“ bleibt auch nach Aufhebung der ordnungsbehördlichen Verordnung (24. Juni bis 24. Juli 2026) angespannt. Zwar sind die Verbräuche seit Beginn der NRW-Sommerferien gesunken und der „Ferieneffekt“ mit vielen Urlaubsfahrten greift: Seit dem 19. Juli wurden keine Spitzenverbrauchswerte über 18 Mio. Litern Trinkwasser am Tag mehr verzeichnet. Am ersten Hitzetag in den Ferien, am 30. Juli 2026, lag der Trinkwasserverbrauch bei rund 17,3 Mio. Litern – ein Wert leicht oberhalb des ausgegebenen Zielkorridors für den Sommer von 16-17 Mio. Litern am Tag. Der niedrigste Ferienverbrauchwert wurde bisher am 26. Juli 2026 mit rund 15,4 Mio. Litern erzielt. Zuletzt, am 03. August 2026, lag der Verbrauch bei 17,8 Mio. Litern Trinkwasser. Die Trinkwasser-Ampel bleibt dennoch weiterhin für Bad Oeynhausen, Hille, Hüllhorst und Löhne auf Rot. Denn es ist der verbrauchsstärkste Sommer seit Jahren und die insgesamt für das weitere Jahr verfügbare Trinkwassermenge ist nach wie vor knapp. Der Wasserbeschaffungsverband (WBV) „Am Wiehen“ informiert fortlaufend transparent über die Lage und stellt in diesem Zuge dieses aktualisierte Faktenpapier sowie weitere Antworten auf häufige Fragen zur Verfügung.

Die wichtigsten Fakten zum WBV „Am Wiehen“ auf einen Blick

• Der WBV „Am Wiehen“ hat die Aufgabe, Trinkwasser zu beschaffen, bereitzustellen, und, soweit dazu nötig, das Grundwasser zu bewirtschaften.

• Der WBV „Am Wiehen“ betreibt eine Eigenförderung über 22 Brunnenanlagen, ein weiterer Brunnen befindet sich im Planungsverfahren

• Der WBV „Am Wiehen“ beschafft über langjährige Partner weitere Trinkwassermengen und versorgt mit der Eigenförderung und den Zukäufen seine Verbandsmitglieder in Bad Oeynhausen, Hille, Hüllhorst und Löhne.

• Die Stadtwerke Bad Oeynhausen betreiben eine eigene Wasserförderung und kaufen ebenfalls Trinkwasser zu. So unterstützen sie das Gesamtversorgungssystem des WBV „Am Wiehen“.

• Im gesamten Verbandsgebiet werden ca. 119.700 Menschen in Bad Oeynhausen, Hille, Hüllhorst und Löhne versorgt – davon erhalten ca. 100.000 Menschen das Trinkwasser über ihr lokales Versorgungsunternehmen unmittelbar vom WBV „Am Wiehen“. Die Südstadt Bad Oeynhausens versorgen die Stadtwerke Bad Oeynhausen in der Regel aus eigener Förderung und Zukäufen. Die ausgewiesenen täglichen Abgabemengen beziehen sich aufs gesamte Verbandsgebiet.

• Der WBV „Am Wiehen“ betreibt drei Hochbehälter mit einem Speichervolumen von insgesamt 17.250 Kubikmetern Trinkwasser. Diese Speicher dienen dem Ausgleich täglicher Verbrauchsspitzen, sie bilden keinen mehrtägigen Vorrat. Eine solche Vorratsspeicherung wäre aus hygienischen Gründen auch nicht möglich.

• Der WBV „Am Wiehen“ setzt auf das Instrument der Trinkwasserampel, um die Bevölkerung im Verbandsgebiet frühzeitig über Veränderungen des verfügbaren Trinkwasser-Dargebots zu informieren und zunächst zum freiwilligen Wassersparen zu animieren. Die Ampel hat vier Schaltstufen – Grün, Gelb, Rot und „Ausnahmezustand“

Die wichtigsten Ereignisse rund um die Trinkwasser-Situation seit der Hitzeperiode ab 18. Juni 2026

• Im Zuge der ersten längeren Hitzperode des Jahres (18. Juni bis 28. Juni 2026) lag die tägliche Abgabemenge stets im extrem hohen Bereich, deshalb wurde am Mittwoch, den 24. Juni 2026 der „Ausnahmezustand“ erklärt. In allen vier Verbandskommunen wurde eine ordnungsbehördliche Verordnung erlassen. Diese Verordnung endete am 24. Juli 2026.

• Der höchste Abgabewert wurde am Freitag, den 19. Juni 2026 erreicht – hier lag die Abgabemenge bei ca. 20,2 Mio. Litern.

• Mithilfe langjähriger Zulieferer und neu gewonnener Not-Kooperationspartner konnte der Pegelstand des zentralen Hochbehälters des WBV „Am Wiehen“ während der Hitzephase im Juni und im Zeitraum der ordnungsbehördlichen Verordnung stets über der kritischen Marke von 1,50 Metern gehalten und dann stabilisiert werden. Dafür haben sich alle Zulieferpartner verlässlich hinter den WBV „Am Wiehen“ gestellt und nach Kräften und Vermögen Trinkwasser geliefert. Manche haben sogar täglich über die vertraglich vereinbarten Liefermengen hinaus teils erhebliche Mehrmengen bereitgestellt. Neu gewonnene Not-Kooperationspartner haben eine zusätzliche Wasserlieferung über Not-Übergaben möglich gemacht.

• Die am 24. Juni 2026 erlassene ordnungbehördliche Verordnung ging für die Bürgerinnen und Bürger mit klaren Regeln einher: Erlaubt ist in einem solchen Fall die Trinkwassernutzung zum Trinken und Kochen, zur Körperpflege und Hygiene sowie zur Nutzung für medizinische und lebensnotwendige Zwecke. Verboten dagegen ist die Nutzung von Trinkwasser u. a. für die Befüllung und Nachbefüllung von Pools, die Bewässerung von Rasenflächen, Ziergärten, Spielund Sportplätzen sowie die Reinigung von Terrassen, Hofflächen etc. Der genaue Wortlaut fand sich jeweils auf den Webseiten der Verbandskommunen. Die Ordnungsämter haben die Einhaltung kontrolliert, Bußgelder bis 1.000 € waren möglich.

• Um die Bevölkerung über alle Kanäle zu informieren und zu erreichen, wurde seit Beginn der Hitzeperiode im Juni die Öffentlichkeitsarbeit intensiviert – begleitet durch die lokalen und überregionalen Medienvertretungen (Tageszeitungen, Hörfunk, Fernsehsender). Sowohl der WBV „Am Wiehen“ als auch die vier Verbandskommunen und deren Versorgungsbetriebe informieren weiterhin über regelmäßige Presse-Updates, die eigenen Webseiten und Social Media-Beiträge (Instagram/ Facebook). Zudem wurden im Zuge der ordnungsbehördlichen Verordnung E-Mail- und Telefon-Hotlines in den Verbandskommunen eingerichtet sowie FAQs auf deren Webseiten bereitgestellt.

• Die ordnungsbehördliche Verordnung wurde am 24. Juli 2026 in den vier Verbandskommunen aufgehoben. Seit dem legt der WBV „Am Wiehen“ die Verantwortung bewusst in die Hände aller vor Ort und setzt auf Zusammenarbeit, gute Beispiele und gemeinsame Ziele.

Die vorherigen Krisen und die Konsequenzen daraus

Bereits 2019 sowie 2022 gab es beim WBV „Am Wiehen“ einen Versorgungsengpass, der eine ordnungsbehördliche Verordnung mit sich brachte. Nach dem Versorgungsengpass 2019 wurde die Lage gründlich analysiert und ein umfangreiches Maßnahmenprogramm umgesetzt, unter anderem mit diesen Punkten:

• 2019/2020: Machbarkeitsuntersuchung zur Erschließung weiterer Gewinnungsstandorte im gesamten Verbandsgebiet

• 2019: Schaffung einer Verbundleitung zwischen Porta Westfalica und Bad Oeynhausen

• 2021: Inbetriebnahme des dritten und bislang größten Hochbehälters mit zusätzlich 10.000 m3 Volumen

• 2022: Inbetriebnahme eines weiteren Brunnens; Schaffung einer weiteren Verbundleitung zwischen Lübbecke und Hüllhorst

• 2023: Einrichtung einer eigenen Öffentlichkeitsarbeit

• 2024: Erweiterung des Liefervertrags mit dem langjährigen Partner WBV Kreis Herford-West mit jährlicher Bindefrist

• 2025: Schaffung einer weiteren Verbundleitung von Bad Oeynhausen nach Vlotho und Erneuerung von Brunnenpumpen in der Brunnengalerie des WBV „Am Wiehen“ – dieses Projekt dauert an

• Seit 2025: Sanierung der Filteranlagen – einer von sechs Filtern im Wasserwerk Südhemmern ist bereits saniert, die weiteren fünf Filter werden sukzessive folgen

• 2026: Bau einer Rohwasser-Redundanzleitung in Hille (Projekt ist in Umsetzung)

Welche weiteren Maßnahmen sind geplant:

Der WBV „Am Wiehen“ plant zwei Brunnenneubauten in Hille, dafür wurden die Grundstücke bereits erworben und die Planungen laufen. Die Stadtwerke Löhne planen ebenfalls Brunnenneubauten. Die Bohrung des ersten Löhner Brunnens ist für Ende des Jahres geplant, der Austausch mit der unteren Wasserbehörde wurde angestoßen. Dieser Brunnen soll in wenigen Jahren zur Verfügung stehen und das Gesamtsystem des WBV „Am Wiehen“ ebenfalls unterstützen. Zudem wurde inzwischen ein weiterer möglicher Brunnenstandort in Löhne lokalisiert und soll nach weiterer Erkundung als zusätzlicher Trinkwasserbrunnen erschlossen werden.

Zum Hintergrund: Ein Brunnenbauprojekt für die öffentliche Trinkwasserversorgung weist – von der Beschlussfassung des Brunnenneubaus bis zur Inbetriebnahme – sehr viele Projekt- und Genehmigungsschritte auf. Verschiedene Fachbehörden sind einzubinden, bevor überhaupt über hydrogeologische Voruntersuchungen ein geeigneter Brunnenstandort ermittelt werden kann. Die weiteren Projektschritte sind (grob zusammengefasst): Grundstückserwerb, Erkundungsbohrung, Gutachtenerstellung, Konzeption zur Einbindung ins Netz, ggf. Prüfung der Möglichkeiten zur Aufbereitung. Zudem sind weitere Genehmigungsplanungen und Antragsunterlagen zu bearbeiten und einzureichen. Erst dann kann es in die Ausführungsplanung gehen und eine Ausschreibung erfolgen. Sind alle vorherigen Projektschritte erfolgreich umgesetzt, kann mit der Bohrung und dem Brunnenausbau begonnen werden. Diese Prozesse benötigen in der Regel ca. 4-5 Jahre.

Warum die Lage trotzdem angespannt ist

Wasserknappheit hat in dieser Region strukturelle Wurzeln: Der WBV „Am Wiehen“ wurde 1961 als Reaktion auf extreme Trockenjahre gegründet. Im Jahr 2026 zeigt sich dabei eine neue Dimension der Spitzenlast: An mehreren aufeinanderfolgenden Hitzetagen wird gleichzeitig extrem viel Wasser abgerufen wie es in dieser Höhe und Dauer zuvor nicht vorkam: Bis zu 20,2 Mio. Liter Wasser reichte die Spitzenabnahme an nur einem Tag, dem 19. Juni 2026. Solche zuvor nicht gesehenen Höchstabnahmemengen werden nun schon früh im Jahr erreicht und nicht erst im eigentlichen Hochsommer im Juli/August. Aufgrund der klimatischen Veränderungen ist mit solchen Vorkommnissen in diesem und den kommenden Jahren weiterhin zu rechnen.

Hinzu kommt ein wachsendes Problem bei der verfügbaren Jahresmenge beim WBV „Am Wiehen“: Durch die notwendigen Mehrabnahmen bei den Zulieferern im Zuge der Hitzeperiode und während der ordnungsbehördlichen Verordnung wurden bereits Trinkwassermengen aus den vereinbarten Jahreskontingenten verbraucht, die im weiteren Jahresverlauf fehlen werden.

Auch durch die sich verändernde Eigenförderung der Stadtwerke Bad Oeynhausen, die die Gesamtversorgung des WBV „Am Wiehen“ unterstützt, bleibt die Lage angespannt: Der größte Teil des in Bad Oeynhausen gewonnenen Trinkwassers ist Uferfiltrat der Weser (6 Brunnen). Zusätzlich betreiben die Stadtwerke zwei Brunnen, die Tiefengrundwasser fördern. Durch die sechs Uferfiltrat-Brunnen ist die Wasserversorgung der Stadt stark vom niederschlagsbeeinflussten Wasserstand der Weser abhängig.

Aufgrund des trockenen Winters 2025/26 (Niederschlagsdefizit Juni 2025 – Juni 2026: -11,8 %, LANUK NRW, Stand Juni 2026) und der nun andauernden Dürreperiode ist der Wasservorrat der Edertalsperre am 22. Juli 2026 unter das für die Normalwasserabgabe erforderliche Speichervolumen von 40 Mio. Kubikmetern gefallen. Daraufhin wurde die Abgabe auf die Mindestabgabe von 6 m3 /s reduziert, inzwischen wurde diese auf 5 m3 /s weiter abgesenkt (Quelle: Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser). Damit endet die Stützung des Weser-Wasserstands durch die Edertalsperre und es ist mit weiter sinkenden Pegeln der Weser zu rechnen. Dadurch verringert sich die Förderleistung in Bad Oeynhausen deutlich. Das Pumpwerk Rehme und die dazugehörigen Brunnen bleiben weiterhin in Betrieb, die Förderleistung der Brunnen wird jedoch aufgrund des aktuellen Weserpegels angepasst. Dennoch steht weiterhin Wasser aus den Brunnen zur Verfügung, zusätzlich besteht die Möglichkeit, über das Pumpwerk Rehme Trinkwasser von den Stadtwerken Porta Westfalica sowie den Stadtwerken Vlotho zu beziehen und in das Versorgungsnetz einzuspeisen. Weitere Optionen zur Sicherung der Wasserversorgung stehen somit bereit. Die Entwicklung der Wasserstände wird von den Stadtwerken engmaschig beobachtet und die Versorgungslage laufend bewertet.

Diese Herausforderungen treffen auch auf ein veränderes Verbrauchsverhalten der Bürger*innen. Der BDEW beschreibt dies in seiner Pressemitteilung vom 18.6.2026 so: „Anhaltend hohe Temperaturen führen jedoch zum Beispiel in den Haushalten zu einem sprunghaften Anstieg des Wasserbedarfs – insbesondere durch häufigeres Duschen und Baden, Gartenbewässerung oder das Befüllen privater Pools. Das kann zu einer technisch-hydraulischen Spitzenbelastung der Versorgungsanlagen führen.“

Die Verbrauchswerte des Sommers 2026 im Vergleich der letzten Jahre

Zur Einordnung der hohen Verbrauchszahlen hat der WBV „Am Wiehen“ die durchschnittlichen Sommerwerte der letzten drei Jahre miteinander verglichen (jeweils 1. Juni bis 31. August):

JahrDurchschnittliche Abgabe / Tagbetrachter Zeitraum
2024 16,5 Mio. Liter kompletter Sommer (1.6.-31.8.)
2025 17,2 Mio. Liter kompletter Sommer (1.6.-31.8.)
2026 18,0 Mio. Liter berechnet bis 12. Juli

Entscheidend ist der Zeitpunkt der Vergleichserstellung: Der Wert für 2026 bildet den Durschnittsverbrauch bis 12. Juli ab, die Vorjahreswerte umfassen den vollständigen Sommer bis Ende August. Eine vollständige Vergleichbarkeit wird sich erst Ende August ergeben, wenn die weiteren Verbräuche in die Berechnung für 2026 eingeflossen sind.

Wie stellt sich der WBV „Am Wiehen“ unter diesen Rahmenbedingungen für die Zukunft auf?

Er setzt auf 6 Säulen der Versorgungssicherheit:

1. Redundanz, Reserve, Resilienz: Kontinuierliche Erweiterung der eigenen Anlagen, enge Kooperation mit Zulieferpartnern, Erweiterung von Lieferpartnerschaften.

2. Zukunftsaufstellung im Verband: Enges Zusammenstehen der Verbandskommunen, Diversifizierung der Versorgungsquellen (geplante Brunnen Löhne), erfolgte Erweiterung der technischen Anlagen in Löhne und Bad Oeynhausen (Hochbehälter Bischofshagen in Löhne, Schaffung Verbundleitung Porta-Bad Oeynhausen sowie Bad Oeynhausen-Vlotho).In einer Sitzung der Bürgermeister und der Technik Mitte Juli 2026 wurden darüber hinaus weitere Maßnahmen ermittelt, die nun auf ihre Machbarkeit geprüft werden. Dazu zählen u. a. die Reaktivierung des Brunnen Flachssiek in Bad Oeynhausen sowie die Prüfung weiterer möglicher Brunnenstandorte dort mithilfe der Hydrogeologen. Auch zusätzliche Kooperationen mit benachbarten Versorgern werden geprüft.

3. Regionale Vernetzung durch das Projekt ÜKOWA: 2 Bundesländer, 4 Kreise, 21 Kommunen, 25 Wasserversorgungsunternehmen haben sich zusammengeschlossen, um sich stärker zu vernetzen, vorausschauende Maßnahmen zu entwickeln und eine gemeinsame Steuerungs- und Handlungsgrundlage zu schaffen. Das geförderte Projekt nähert sich dem Abschluss. Weitere regionale Vernetzung durch das Projekt wasser^Plus OWL – ein sektorübergreifendes Netzwerk der Wasserwirtschaft. Ziele hier: Identifikation von Wasser-Akteur*innen, verbesserte Zusammenarbeit mit Fachämtern/Kreisen/Kommunen, Integration weiterer Disziplinen in die Wasserwirtschaft, Öffentlichkeitsarbeit, Bewusstseinsstärkung, Nachwuchsförderung.

4. Wasserwiederverwendung forcieren: Projekt DigiWaVe in Bad Oeynhausen (abgeschlossen): Ermöglichung einer bedarfsgerechten Bewässerung der städtischen Grünflächen mit aufbereitetem Abwasser, insbesondere in Hitzeperioden mit geringer Wasserverfügbarkeit. Prüfung weiterer solcher Möglichkeiten im Verbandsgebiet.

5. Ressourcenschutz: Systematisches Energiemanagement nach DIN EN ISO 50001, Mitgliedschaft in der Kooperation Landwirtschaft/Wasserwirtschaft im Kreis Minden-Lübbecke seit 1993, Mitgliedschaft im Projekt „Ackerwasser aus Winterwasser“ in Löhne mit der TH OWL, wasser^plus OWL.

6. Öffentlichkeitsarbeit: Ziel: Wasserbewusstsein in der Bevölkerung zu schaffen und zu stärken. Instrumente: Neben Webseitenaufbau und -pflege, Social Media und PR-Arbeit auch Vortragsangebote in den Verbandskommunen. Ebenso die Schaffung von weiteren Bildungsangeboten: Trinkwasser-Unterricht in Grundschulen seit Schuljahr 2023/24 mit der Deutschen Umwelt-Aktion e. V., Verteilung kostenfreier Kinderbücher an Kitas und Grundschulen (2.000 Pixi-Bücher für Kitas aus BM-Fördermaßnahme LURCH, 1.000 Pixi-Wissen-Bücher für Grundschulen aus BM-Fördermaßnahme Wasser-Extremereignisse (WaX)). Initiierung und Durchführung einer 14-tägigen Wasserausstellung mit dem Netzwerk wasser^Plus OWL (März 2026), die von weiteren Bildungspartnern täglich flankiert wurde. Entwicklung eines „EscapeRoom“-Konzeptes zur handlungsorientierten wasserwirtschaftlichen Wissensvermittlung / Berufsfindung mit Partnern des Netzwerks wasser^Plus OWL. Erprobung des Escape-Rooms auf der „MakerFaire“ in Minden im Mai 2026 mit dem Ziel, die Konzeption allen Partnern im Netzwerk sowie den Verbandskommunen für eigene Auftritte zur Verfügung stellen zu können. Initiierung und Durchführung eines VR-Projektes zum Wasserkreislauf in Kooperation mit dem Projekt „MINT for all“ des zdi Zentrum Minden-Lübbecke. Mitarbeit in einem Citizen ScienceProjekt des Netzwerks wasser^Plus OWL. Auch die Trinkwasserampel ist ein Instrument der Öffentlichkeitsarbeit.

Eine bundesweite Herausforderung

Die Aufgabe stellt sich nicht allein dem WBV „Am Wiehen“. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) weist darauf hin, dass Deutschland insgesamt über ausreichende Wasserressourcen verfügt, diese aber ungleich verteilt sind. Der Klimawandel erfordere eine stärkere Anpassung von Verhalten und Infrastruktur. Genau diesen Weg geht der Wasserbeschaffungsverband „Am Wiehen“.

Weitere häufige Fragen

Hat die ordnungsbehördliche Verordnung das Verhalten geändert?

Nur zum Teil. Nach Inkrafttreten der ordnungsbehördlichen Verordnung und mit Einsetzen von kühlerem Wetter ging der Verbrauch zurück – von rund 20,2 Mio. Litern am 19. Juni sank er einmalig bis auf rund 16,9 Mio. Litern am 5. Juli 2026. Meist lag die Abgabemenge jedoch über 18 Mio. Litern am Tag und blieb damit zu hoch. Das Ziel von 16-17 Mio. Litern Trinkwasser am Tag wurde nicht dauerhaft erreicht. Erst seit Beginn der Sommerferien liegen die Werte häufig in dem gewünschten Zielkorridor – oftmals einhergehend mit kühleren Temperaturen weit unter 30 Grad.

Kann es in diesem Jahr einen weiteren „Ausnahmezustand“ geben?

Grundsätzlich ist das möglich. Der Ausnahmezustand beim Trinkwasser und die damit einhergehende ordnungsbehördliche Verordnung, die von den Kommunen ausgerufen werden, kommen dann zum Einsatz, wenn die Trinkwasserversorgung nicht mehr anders gesichert werden kann.

Ist in den kommenden Jahren mit ähnlichen Situationen zu rechnen?

Es ist generell dauerhaft notwendig, sorgsam mit Trinkwasser umzugehen. Bei einem weiteren heißen, trockenen Sommer ist mit erneuten Schaltungen der Trinkwasser-Ampel zu rechnen – die Auswirkungen des Klimawandels, verändertes Verbrauchsverhalten und eine angespannte Beschaffungslage würden dann erneut aufeinandertreffen. Der WBV „Am Wiehen“ stellt deshalb gemeinsam mit seinen Verbandskommunen die Versorgung noch breiter und krisenfester auf. Diese Maßnahmen werden jedoch erst Schritt für Schritt greifen – sie lösen die Herausforderungen nicht schon im kommenden Jahr.

Wie viel Trinkwasser gebrauchen Betriebe, Industrie, Landwirtschaft und die privaten Haushalte?

Die Trinkwasserabgabe wird von den Versorgungsbetrieben der Verbandskommunen nicht nach den Kategorien gewerbliche Betriebe, Industrie, Landwirtschaft und private Haushalte ausgewertet – dies sehen die jeweiligen Abrechnungssysteme nicht vor. Eine entsprechende Differenzierung der Verbrauchsdaten ist daher nicht möglich.

Darf es den Bürgerinnen und Bürgern untersagt werden, große Trinkwassermengen zu gebrauchen – z. B. für die Poolnutzung, die Gartenbewässerung etc.?

Ja, die ordnungsbehördliche Verordnung ist das rechtliche Instrument der Kommunen, um in einer Versorgungskrise nicht notwendige Trinkwassernutzungen zu untersagen.

Wie steht es um die Trinkwasser-Qualität? War diese aufgrund der Knappheit beeinträchtigt?

Nein, die Qualität des gelieferten Trinkwassers ist unverändert hoch und entspricht jederzeit den Vorgaben der Trinkwasserverordnung.

Könnte ein Rohrbruch oder Wasserverlust im Netz die Ursache für die hohen Verbräuche sein?

Nein, ein größerer Rohrbruch im Netz konnte seit der beschriebenen Hitzeperiode ausgeschlossen werden. Bei den Dimensionen der Leitungen des WBV „Am Wiehen“ würde austretendes Wasser auch rasch an die Oberfläche treten und zugleich messtechnisch sofort angezeigt werden. Auch in den Verbandskommunen wurde ein möglicher Rohrbruch anhand der vorliegenden Daten geprüft und bisher ausgeschlossen.

Warum werden die Behälterkapazitäten nicht weiter ausgebaut?

Aus hygienischen Gründen können die Kapazitäten nicht unbegrenzt erweitert werden. In einem Hochbehälter muss ein kontinuierlicher Wasseraustausch stattfinden, ansonsten kann die Wasserqualität negativ beeinflusst werden. Im Winter mit geringeren Wasserabgaben wäre dies nicht gegeben.

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