Trinkwasser-Verbräuche beim WBV "Am Wiehen": Auch Kommunen, Kliniken und Unternehmen leisten ihren Beitrag zum Wassersparen
Hille.- Der trockene und heiße Sommer beschäftigt seit Wochen das Verbandsgebiet des Wasserbeschaffungsverbands (WBV) „Am Wiehen“. Auch aktuell zeigt sich: Steigen die Temperaturen, steigt meist auch der Trinkwasserverbrauch. Rund 18,3 Millionen Liter Trinkwasser wurden am Donnerstag, den 13. August 2026 nach Bad Oeynhausen, Hille, Hüllhorst und Löhne abgegeben, einhergehend mit reichlich Sonnenschein und Temperaturen über 32 Grad. Damit lag der Verbrauch erneut über dem Zielbereich des WBV von 16 bis 17 Millionen Litern täglich. Die insgesamt fürs weitere Jahr verfügbare Trinkwassermenge ist knapp und die Lage bleibt angespannt: Die Trinkwasser-Ampel für Bad Oeynhausen, Hille, Hüllhorst und Löhne steht weiterhin auf Rot. Es gilt also, Trinkwasser zu sparen – auch die Kommunen, Unternehmen und Gesundheitseinrichtungen machen dabei mit.
„Aufgrund der hohen Trinkwasser-Verbrauchswerte haben sich einige gewünscht, dass wir nicht nur den Gesamtverbrauch in unserem Verbandsgebiet nennen, sondern auch die Werte pro Kommune aufschlüsseln“, berichtet Michael Kasche, Verbandsvorsteher des WBV „Am Wiehen“. „Dem kommen wir nach.“ Dafür hat das Team des Wasserbeschaffungsverbands den bisher höchsten Sommerwert betrachtet, der am 19. Juni 2026 angefallen ist. Dieser hat dazu beigetragen, dass in den Kommunen die ordnungsbehördlichen Verordnungen ausgerufen und in Kraft gesetzt wurden: 20,2 Mio Liter Trinkwasser wurden an dem Tag gebraucht.
10,2 Mio Liter Trinkwasser wurden am 19. Juni in Bad Oeynhausen genutzt.
Im Vergleich wies die Stadt Bad Oeynhausen zwar den höchsten Verbrauch auf. Hier zählen aber u.a. die Gesundheitseinrichungen zu den gößten Nutzern. „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Kliniken und Pflegeeinrichtungen Menschen aus der gesamten Region und darüber hinaus behandeln“, so Michael Kasche. „Auch Bürgerinnen und Bürger aus Löhne, Hille und Hüllhorst möchten hier im Krankeitsfall gut versorgt werden. Und die Kliniken bemühen sich an vielen Stellen, Trinkwasser einzusparen.“ Am Beispiel der Berolina Klinik Löhne/Bad Oeynhausen zeigt sich, was das Rehabilitationszentrum im Rahmen der eigenen Nachhaltigkeitsziele erst kürzlich erreicht hat: Die Klinik hat z. B. die alte Geschirr-Waschstraße in der Großküche ersetzt. Die neue Anlage verbraucht nun 60 % weniger Wasser und Energie. Zudem werden die Gäste gebeten, beim Duschen zeitlich flexibel zu sein, um von 6:00 Uhr bis 7:30 Uhr morgendliche Verbrauchsspitzen zu vermeiden.
In Löhne lag der Verbrauch am 19. Juni bei rund 5,5 Mio. Litern. Hier zeigt sich, dass sich auch Industrieunternehmen dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen. Ein Getränkehersteller hat seine Flaschenwaschprozesse z. B. freiwillig so weit wie unter den Hygieneanforderungen möglich reduziert, um zum Trinkwassersparen beizutragen. Und das Löhner Werk der Refresco Deutschland GmbH, einer der führenden Getränkeabfüller für Handelsmarken und Markenprodukte, geht sogar noch einen Schritt weiter: Refresco bezieht das benötigte Wasser für die Produktion zum Teil über eigene Brunnen in Gohfeld und entlastet damit das öffentliche Trinkwassernetz. Während der ordnungsbehördlichen Verordnung stellte das Unternehmen einen Brunnen während der Produktionspausen am Wochenende den Löhner Stadtwerken zur Verfügung. So konnte zusätzliches Wasser aus dem Refresco-Brunnen ins öffentliche Wassernetz fließen. Und das Getränkeunternehmen unterstützt weiterhin: Nach wie vor kann der Brunnen alle 14 Tage am Wochenende zur Einspeisung genutzt werden.
Rund 2,6 Mio. Liter Trinkwasser gingen am 19. Juni an den WBV des Amtes Hartum in Hille und rund 1,9 Mio. Liter an die Gemeinde Hüllhorst. Die beiden kleineren Gemeinden Hille und Hüllhorst wiesen am Spitzenverbrauchstag im Vergleich zu den beiden Städten natürlich geringere Verbräuche auf. In Hille werden mit dem Trinkwasser vom WBV „Am Wiehen“ die Ortsteile Hartum, Hille, Holzhausen II, Nordhemmern, Südhemmern sowie anteilig die Mindener Stadtteile Hahlen und Minderheide versorgt. In beiden Gemeinden sind kaum Großverbraucher angesiedelt.
Auch die Verbandskommunen sparen Trinkwasser
Die Verbandskommunen verfolgen ebenfalls vielfältige Ansätze, um Trinkwasser zu sparen. So hat das Sielbad in Bad Oeynhausen beispielsweise die Rückspülzeiten der Filteranlagen verkürzt – immer im Einklang mit den einzuhaltenden Wasserwerten. Das aufbereitete Spülwasser wird stets dem Regenwasserkanal zugeführt. Zudem wurden alle mit Trinkwasser gespeisten Springbrunnen in der Stadt abgeschaltet. Die Bewässerung der Grünanlagen wird durchgängig mit Brauchwasser durchgeführt. Und Spülungen des Trinkwassernetzes wurden reduziert, ebenfalls stets unter Einhaltung aller Hygienemaßnahmen.
Ähnlich ist die Stadt Löhne vorgegangen. Auch hier wurden die Filterspülungen im Freibad Löhne auf das technisch machbare Minimum reduziert. Dabei wurden die zu erreichenden Hygienewerte stets eingehalten. Bei der Aqua Magica wurden zudem die Sprühgartenwasserspiele und die Bachläufe abgestellt. Darüber hinaus werden städtische Sportplätze wie auch in den anderen Verbandskommunen nicht mit Trinkwasser bewässert.
„Die Beispiele zeigen, dass das Wassersparen nicht nur für Privathaushalte gilt, sondern auch Gesundheitseinrichtungen, Kommunen und Industrieunternehmen wichtige Beiträge leisten“, so Michael Kasche. „Wenn wir im Verbandsgebiet alle gemeinsam weiterhin sparsam mit unserem kostbaren Trinkwasser umgehen, können wir einen weiteren Ausnahmezustand verhindern. Und wir selbst werden unsere Projekte in der Technik und der Öffentlichkeitsarbeit vorantreiben, um die Versorgung auszubauen und mehr Wasserwissen zu verbreiten: Wir freuen uns über alle, die sich mit uns engagieren und mit gutem Beispiel vorangehen.“
Übrigens: Gute Tipps, wie Wasser sparsam und gezielt im Haushalt und Garten eingesetzt werden kann, finden Bürgerinnen und Bürger u.a. bei den Verbraucherzentralen – oder auf der Webseite des WBV „Am Wiehen“: Trinkwasser sparen im Alltag - so geht's.
Über den Wasserbeschaffungsverband „Am Wiehen“
Der WBV „Am Wiehen“, gegründet 1961, fördert Trinkwasser im Gebiet Hille-Südhemmern und beliefert damit seine vier Verbandsmitglieder: die Stadt Bad Oeynhausen, die Gemeinde Hüllhorst, die Stadt Löhne und den WBV des Amtes Hartum in Hille. Die Bürger*innen erhalten ihr Trinkwasser von ihren Trinkwasserversorgungsunternehmen vor Ort.
Verbandsvorsteher: Michael Kasche
Technische Betriebsführung: Stadtwerke Bad Oeynhausen (AöR)
Kaufmännische Betriebsführung: Stadtwerke Löhne