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Tanz der Hormone: Vortrag über Wechseljahre im Kreishaus

Kreis Minden-Lübbecke, 22.02.2008

  
Tanz der Hormone: Vortrag über Wechseljahre im Kreishaus

Symptome richtig deuten, Zusammenhänge erkennen, Tipps geben zum Umgang mit den Wechseljahren: Das waren die Ziele des Vortrages von Brigitte Hieronimus im Kreishaus. Die Frauenberatungsstellen in Minden und Espelkamp hatten zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises die Expertin aus Borken eingeladen.

120 Interessierte konnte die stellvertretende Landrätin Birgit Härtel im großen Sitzungssaal begrüßen, darunter auch einige Männer. Denn nicht nur Frauen kommen in die Wechseljahre, auch bei Männern finden hormonelle Umstellungen statt, die sich auf die Psyche und in Beziehungen entsprechend auswirken.

Bei Frauen dauert die Zeit der Wechseljahre etwa 14 Jahre. „Wechseljahre sind eine Umstellungsphase wie die Pubertät und keine Krankheit, aber viele werden in dieser Zeit krank“, betonte Brigitte Hieronimus. „Wichtig ist es, die Chancen der neuen Lebensphase zu erkennen und dem Leben einen neuen Sinn zu geben.“

Birgit Hieronimus stellte einige Symptome der Wechseljahre vor. Dabei wurde deutlich, dass viele Entwicklungen bei Männern und Frauen in dieser Zeit gegenläufig verlaufen. Während bei Frauen der Östrogenspiegel (das weibliche Hormon) sinkt und der Testosteronspiegel (das männliche Hormon) ansteigt, ist es bei Männern genau umgekehrt.

Der Stoffwechsel läuft ab der Menopause auf Sparflamme. Dies bedeutet, dass Frauen schneller zunehmen. Brigitte Hieronimus wies darauf hin, dass dies von der Natur so gewollt sei, damit der Körper in der späteren Lebensphase beispielsweise bei Krankheit etwas zuzusetzen habe. Sie betonte, wie schädlich sich gerade in dieser Lebensphase Diäten auswirken können. Förderlich hingegen seien eine gesunde Ernährung und mäßige Bewegung.

Als schwierig werden vielfach die auftretenden Stimmungsschwankungen empfunden. Sie sind häufig für Krisen in Partnerschaften verantwortlich. Frauen vertreten dann ihre Ansprüche mitunter vehementer als zuvor. Parallel dazu sind die Männer durch das Absinken ihres Testosteronspiegels manchmal empfindsamer geworden und können sich zuweilen nur schwer auf die neue Situation einstellen. Brigitte Hieronimus rät dazu, sich mit den Auslösern der Konflikte auseinanderzusetzen, um so ein erneutes Auftreten zu verhindern.

Viele Frauen haben in den Wechseljahren mit Antriebslosigkeit zu kämpfen. Das betrifft insbesondere Frauen, die sich bislang zu viel zugemutet haben. Brigitte Hieronimus schlägt vor, „einen Gang zurückzuschalten“, sich nicht ständig selbst anzutreiben und zu überfordern, da die Energien altersgemäß abnehmen. Bedeutsamer sei es, sich darauf zu besinnen, was einem wirklich wichtig sei und dies in Angriff zu nehmen, neue Dinge auszuprobieren, geistig beweglich zu bleiben. 

Auch depressive Stimmungen und Schlaflosigkeit gehören zu den verbreiteten Symptomen der Wechseljahre. Brigitte Hieronimus rät, den zugrunde liegenden Konflikten nachzugehen und die Symptome weniger als störend, sondern als Hinweisgeber zu betrachten. In akuten Fällen kann ein Gespräch bei der Telefonseelsorge Entlastung verschaffen, viele wenden sich auch an Heilpraktiker oder psychologisch geschulte Fachkräfte.

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