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Datum: 09.04.2025

Stellungnahme zur Nutzung und Rückbau des Sportplatzes Hindenburgring

Zur Klärung der aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang mit dem Sportplatz Hindenburgring möchten wir die Hintergründe und die Entscheidungsprozesse ausführlich darlegen. Die Stadt Espelkamp hat zu jedem Zeitpunkt wirtschaftlich und verantwortungsbewusst gehandelt, wobei die Entwicklungen durch äußere Umstände beeinflusst wurden, die nicht in der städtischen Verantwortung lagen.

1. Ausgangslage und Beschlusslage zum Sportplatz Hindenburgring

Der Bau des Sportplatzes Hindenburgring wurde notwendig, weil der Verein Türk Gücü Espelkamp seine vorherige Spielstätte aufgeben musste und eine Ausweichlösung benötigte. Die Gründe dafür sind vielfältig: Die Lage des Platzes mitten in Wohngebieten hatte erhebliche Probleme im Immissionsschutz; der Lärmschutz war ungeklärt. Das bisher genutzte Umkleidegebäude stünde dort perspekti-visch nicht mehr zur Verfügung. Städtebaulich sollte an der Stelle (und wurde mittlerweile) ein Wohngebiet errichtet.
Ein Umzug ins Albert-Pürsten-Stadion (APS) war zu diesem Zeitpunkt nicht möglich, da dort alle Kapazitäten durch den FC Preußen Espelkamp belegt waren.
Daher wurde 2017 der Bau eines neuen Rasensportplatzes beschlossen. Der Rat der Stadt Espelkamp fasste überwiegend einstimmige Beschlüsse zur Umsetzung, gestützt auf eine umfassende Bedarfsermittlung und unter Berücksichtigung der damaligen Rahmenbedingungen.

2. Bau des Sportplatzes und unvorhergesehene Herausforderungen

Die Realisierung des Sportplatzes am Hindenburgring erfolgte in mehreren Schritten:
1) Rodungsarbeiten & Kampfmittelräumung: Aufgrund der historischen Nutzung des Geländes mussten zunächst Altlasten beseitigt werden.
2) Sportplatzbau mit Ballfangzäunen & Zuwegung: Der Platz wurde inklusive Schotterparkplatz fertiggestellt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 750 000 €. Dem stehen allerdings hohe Einnahmen durch Verkaufserlöse (Vermarktung des aufgegebenen alten Platzes zum Zwecke der Wohnbebauung) entgegen.
3) Notwendiges Umkleidegebäude: Ein Umkleidegebäude ist essenziell für den Spielbetrieb. Jedoch kam es dann vor dem Bau des Umkleidegebäudes zu massiven äußeren Einflussfaktoren, die eine Umsetzung verhinderten.
Hierzu zählten Corona-Pandemie & Ukraine-Krieg: Durch die wirtschaftlichen Folgen ist der städtische Haushalt stark belastet worden. In Folge der Corona-Pandemie und der Auswirkungen konnte das Umkleidegebäude nicht wie ursprünglich geplant 2020 bzw. 2021 errichtet werden.

Daneben ergab sich eine Steuer-Rückzahlung von 20 Mio. €: Die Stadt Espelkamp musste unverschuldet eine hohe Gewerbesteuer-Rückzahlung leisten, wodurch geplante Investitionen für den Bau des Umkleidegebäudes in Höhe von geschätzt ca. 660 000 € nicht mehr realisiert werden konnten.

3. Antrag von Türk Gücü Espelkamp auf Spielstättenwechsel

Nachdem der FC Preußen Espelkamp seinen Trainings- und Spielbetrieb im Albert-Pürsten-Stadion zwischenzeitlich deutlich reduziert hatte, ergaben sich dort unerwartet neue Kapazitäten. Türk Gücü Espelkamp stellte daraufhin 2024 einen Antrag auf einen Spielstättenwechsel an die Stadt Espelkamp, um den Sportplatz am Hindenburgring nicht mehr nutzen zu müssen.
Die Stadt Espelkamp hat diesen Antrag geprüft und die kosteneffizienteste Lösung gefunden: Der Verein konnte ohne Zusatzkosten ins APS wechseln. Die Stadt hat für den Sportplatz am Hindenburgring keine alternative Nutzung. Der Rückbau und Verkauf des Grundstücks stellt eine wirtschaftliche Entscheidung dar.

4. Entscheidung zum jeweiligen Zeitpunkt nachvollziehbar

Die Stadt Espelkamp hat keine unnötigen Investitionen getätigt, sondern flexibel und vorausschauend auf veränderte Rahmenbedingungen reagiert:

  • Der Neubau war notwendig: Zum Zeitpunkt der Entscheidung bestand ein eindeutiger Bedarf, und der Bau wurde parteiübergreifend beschlossen.
  • Wirtschaftliche Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen: Durch die unvorhersehbaren Ereignisse (Corona, Steuer-Rückzahlung, Ukraine-Krieg) konnte das Umkleidegebäude nicht finanziert werden, wodurch eine vollständige Nutzung des Platzes nicht möglich war.
  • Der Verein wollte selbst den Spielstättenwechsel: Türk Gücü Espelkamp hat selbst einen Antrag gestellt, nicht mehr am Hindenburgring zu spielen.
  • Kostenneutrale Lösung: Durch den Rückbau und den Verkauf des Grundstücks vermeidet die Stadt langfristige Unterhaltungskosten für einen nicht genutzten Platz.

Die Stadt Espelkamp hat gezeigt, dass sie umsichtig und sparsam mit öffentlichen Mitteln umgeht. Der Bau des Platzes war zum damaligen Zeitpunkt absolut gerechtfertigt. Die veränderten Rahmenbedingungen haben dazu geführt, dass die ursprünglichen Pläne nicht vollständig umgesetzt werden konnten – ein Umstand, den die Stadt weder vorhersehen noch beeinflussen konnte.

Die beste Lösung für die Stadt und ihre Bürger ist daher der Rückbau und die wirtschaftliche Weiternutzung des Grundstücks. Diese Entscheidung stellt sicher, dass langfristig keine unnötigen Folgekosten für einen ungenutzten Platz entstehen. Aufgrund der erwarteten Verwertungserlöse durch den Verkauf des Grundstücks als Gewerbefläche (ca. 700 000 €) gehen wir davon aus, dass die Stadt am Ende eine mehr als kostenneutrale Lösung realisieren kann. Insgesamt übersteigen die Verkaufserlöse (Wohnbebauung am ursprünglichen Standort, Gewerbeflächen am Hindenburgring) die Ausgaben.

Im Übrigen werden die Tore, Ballfangzäune und Flutlichter nachgenutzt, die geschaffenen Stellplätze sowie die Drainage zur Entwässerung werden für die gewerbliche Nachnutzung mit veräußert. Und für die nun vorgesehene gewerbliche Nutzung wären die erfolgten Rodungsarbeiten/Aufforstungen an anderer Stelle und die Kampfmittelräumung ebenfalls erforderlich gewesen.

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