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Datum: 30.04.2007

Spielplatzbau in Gehlenbeck mit Holzbildhauerworkshop abgeschlossen

Am Anfang stand der Wunsch der Anwohner des Neubaugebietes Hüllgarten nach einem Spielplatz in oder nahe ihres Wohngebietes. Dieser sollte zeitnah errichtet werden, da in dem neuen Wohngebiet viele kleine Kinder wohnen und ein entsprechender Bedarf vorhanden sei. Ein entsprechendes Grundstück zur Neuerrichtung war in anliegenden Baugebiet Kleiberweg bereits vorhanden. Doch was sollte, was konnte man mit einer ca. 900 m² großen Wiese machen, auf der sich lediglich ein Sandkasten befand?

Schnell wurde der Verwaltung klar, dass aufgrund der Lage des Spielplatzes in dem Neubaugebiet, der Größe des Spielplatzes und des nachbarschaftlichen Engagements hier die Möglichkeit bestand, etwas Anderes, etwas Außergewöhnliches zu schaffen. So beschloss man seitens der Stadtverwaltung Neuland zu betreten und etwas Neues zu probieren. Ein Kooperationspartner wurde schnell in dem Verein "Lebens(t)raum" gefunden und so fasste man gemeinsam den Entschluss, an die Bewohner der Baugebiete Hüllgarten und Lerchenweg heranzutreten und Ihnen den Vorschlag zu unterbreiten:

"Lasst uns gemeinsam einen Spielplatz bauen"

Dieser Spielplatz sollte sich nicht nur durch seine äußere Form, sondern auch durch die Art der Planung von dem normalen Spielplatz abheben. So wurden die Anlieger zu einem ersten Informationsgespräch am 4. Dezember 2006 in die Grundschule Gehlenbeck eingeladen. Im Rahmen eines Vortrages wurde den Anliegern die Idee nahegebracht, dass Eltern für ihre Kinder einen Spielplatz planen und in die Tat umsetzen. Unter dieser Voraussetzung traf man sich dann am 12. Januar 2007 um im Rahmen eines Kreativworkshops 3 Modelle eines möglichen Spielplatzes zu bauen, auf deren Grundlage dann eine Planskizze entstand. Diese Planskizze wurde von Fachplanern in einen Bauplan umgesetzt, der neben allen Ideen der Anlieger auch die sicherheitsrelevanten Fragen berücksichtigte. Der fertiggestellte Bauplan konnte den Anliegern bei einem Treffen am 16. Februar 2007 vorgestellt werden.

Nachdem in den ersten beiden Aprilwochen 2007 das Gelände mittels Baggereinsatz modelliert worden war und die zugekauften Spielgeräte (eine Vogelnestschaukel, eine Rutsche, ein Spielhaus und eine Doppelreckstange) aufgestellt worden waren, konnte es am Freitag, dem 13. April 2007, endlich losgehen. Etwa 75 Personen (45 Erwachsene und 30 Kinder) nahmen die Schaufel in die Hand und fingen unter fachmännischer Leitung des Vereins Lebens(t)raum und mit Unterstützung durch den Baubetriebshof der Stadt Lübbecke an, selbst Hand an ihrem Spielplatz anzulegen. Für das leibliche Wohl wurde an diesem Tage durch die Bürgermeisterin Susanne Lindemann und die Ortsvorsteherin Ulrike Bökenkröger gesorgt.

Die Arbeiten wurden dann am Samstag, dem 14. April 2007, fortgesetzt. Auch an diesem Tage fand sich nahezu die gleiche Anzahl an freiwilligen Helferinnen und Helfern ein, um ihrem Spielplatz ein individuelles Äußeres zu verleihen.

Nach dem ersten harten Arbeitswochenende gönnte man sich zwei Wochen Pause, um dann mit neuem Tatendrang frisch ans Werk zu gehen und das Begonnene zu vollenden.

Am 27.04.2007 standen die Helfer wieder "Schüppe bei Fuß" und ließen es sich nicht nehmen, Spielgeräte zu bauen, Sandflächen zu schaffen, Indianerzelte zu errichten, Sträucher zu pflanzen und alle Spielbereiche durch Palisaden abzutrennen. Keine einfache Aufgabe bei Temperaturen jenseits der 25-Grad-Marke.

Am letzten angesetzten Arbeitstag, dem 28.04.2007, sollten die ohnehin schon durch Ihre natürliche Form anschaulichen Palisaden noch verschönert werden. Während sich die einen mit der Fertigstellung der Spielgeräte und Palisadeneinfassungen befassten wurden die anderen kreativ und begannen unter Anleitung einer Holzbildhauerin diverse Baumstämme zu bearbeiten und zu verschönern. Sechs nebeneinander stehende Holzpfähle erhielten die Gesichter von Zwergen. Der siebte Zwerg indes hält sich in einem anderen Bereich des Spielplatzes versteckt. Andere Baumstämme erhielten die Form von Drachenköpfen.

Aber auch die größte Anstrengung und die härteste Arbeit hat einmal ein Ende und so konnte pünktlich um 17.30 Uhr auch die letzte Schaufel und der letzte Hammer fallengelassen werden als es hieß:

"Wir sind fertig. Wir haben zusammen einen Spielplatz gebaut."

Das sich anschließende Grillfest hatten sich alle Beteiligten mehr als verdient.

Das der Spielplatz angenommen und reichlich frequentiert wird, zeigte sich am Sonntag, dem 29.04.2007. Schon morgens wurden die neu gebauten Spielgeräte belagert. Dieser Zustand sollte sich den ganzen Tag über nicht ändern.

Hier ein kleiner Überblick über die in Eigenleistung verbauten Materialien:

 

  • ca. 40 t Rohfelsblöcke
  • 6 Findlinge
  • 36 m² Natursteinpflaster
  • 10 m³ Sand
  • 2 t Weserkies
  • 8 t Schotter
  • 30 m³ Holzhackschnitzel
  • 2 m³ Lehm    
  • 90 m³ Unterboden
  • 6,5 m³ Fertigbeton
  • 500 kg Zement                      
  • 5 m² Fliesen                       
  • 270 lfd. Meter Stammholz (Eiche) Durchmesser 40 bis 60 cm 
  • 160 lfd. Meter Stammholz (Eiche) Durchmesser 30 bis 40 cm 
  • 60 lfd. Meter Stammholz (Lärche) Durchmesser 15 bis 25 cm   
  • 10 lfd. Meter Kanthölzer (Lärche)
  • 150 lfd. Meter Bretter (Lärche)                                                         
  • 1200 Senkholzschrauben
  • 40 lfd. Meter Polypropylenseil mit Stahleinlagen 20 mm
  • ca. 100 Stück div. Sträucher            
  • und vieles mehr

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