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Souverän bleiben auch bei Konflikten

Schule Rodenbeck arbeitet nach dem PART-Konzept

Souverän bleiben auch bei Konflikten: „Wenn zwei große Jungs aufeinander losgehen, will Ich nicht nur einfach irgendwie reagieren“ – dieser Gedanke der Lehrerinnen und Lehrer stand am Beginn einer mittlerweile seit über zwei Jahren erfolgreichen Fortbildungsreihe an der Schule Rodenbeck, einer Förderschule des Kreises Minden-Lübbecke mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung. Um auch bei Konflikten besonnen und souverän reagieren zu können, startete die Schule 2012 mit dem PART-Konzept (Professional Assault Response Training / Professionell handeln in Gewaltsituationen). Finanziell unterstützt wird das Projekt von der Rudloff-Stiftung.

„Einige unserer Schülerinnen und Schüler haben einfach Schwierigkeiten, sich in einer Gruppe gut zurechtzufinden und sich einzuordnen“, sagt Schulleiterin Andrea Born. „Es fehlt vielfach an Gelassenheit im Umgang mit Gleichaltrigen, und da gilt dann manchmal: Angriff ist die beste Verteidigung. Hinzu kommt, dass Kinder mit dem Asperger Syndrom beispielsweise Mimik und Gestik ihrer Mitschüler und Lehrer nicht deuten können und dementsprechend Situationen vollkommen falsch interpretieren, auch das kann zu Streitigkeiten führen.“

Seit es die Fortbildung gibt, kommt es zu deutlich weniger Konflikten. „Durch die PART-Fortbildung ist es gelungen, dem Kollegium größere Handlungssicherheit in schwierigen Situationen zu vermitteln“, so Andrea Born. „Nur wer die Auslöser von Aggression und Gewalt erkennt, kann alternative Reaktionen anbieten. Und damit haben wir für unsere Schüler ein ruhigeres und sicheres Umfeld geschaffen.“ Alle haben ein Bewusstsein dafür entwickelt, beispielsweise erste Anzeichen von Wut und Streit zu sehen und direkt deeskalierend einzugreifen. Meist reichen kleine Maßnahmen, um zum Beispiel umzulenken oder ein klares gemeinsames Auftreten zu zeigen. „Die Entlastung im Schulalltag als positive Auswirkung ist klar spürbar“, ist Andrea Born überzeugt.

Die Fortbildung umfasst kommunikative Möglichkeiten ebenso wie Wege, im Zweifelsfall auch durch Festhaltetechniken oder Isolierungsmaßnahmen handeln zu können. Das Konzept hat sich bewährt: „Alle Erwachsenen, die an dieser Schule dauerhaft arbeiten, müssen die Basisqualifizierung und die halbjährlichen Übungseinheiten absolvieren. Von der Sekretärin über die Schulsozialarbeiter bis zu den Lehrern sind alle eingebunden“, erklärt die Schulleiterin.

Auch Bettina Krachudel von der Rudloff-Stiftung ist von dem Konzept überzeugt. Weil solche Maßnahmen nicht durch den regulären Fortbildungsetat der Schule abgedeckt werden können, hilft die Stiftung hier mit finanziellen Mitteln: „Für uns war wichtig, dass das PART-Konzept in den gesamten Schulentwicklungsprozess aufgenommen werden kann,“ so Bettina Krachudel. „Dafür ist eine kontinuierliche Fortbildung mit wiederkehrenden Übungseinheiten erforderlich, die wir nun seit 2013 aus Fördermitteln der Stiftung unterstützen.

Den Aspekt der Nachhaltigkeit sehen wir durch die engagierte Umsetzung und Etablierung des PART-Konzeptes im Schulalltag gewährleistet. Wir freuen uns sehr, dass sich aus der Anfrage für eine einmalige Fortbildungsförderung in 2012 diese Qualifizierungsmaßnahme entwickelt hat.“

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