Sie versprachen mir ein herrliches Fest. Über den ungeheuren Schmerz hat mir niemand etwas gesagt ...
heißt der Titel einer Wanderausstellung von Terre des Femmes zur weiblichen Genitalverstümmelung.
Zur Auftaktveranstaltung am Dienstag, 8. März um 17.30 Uhr, in der Mediothek (Altes Rathaus), Am Markt 3, wird die Berliner Anwältin und Menschenrechtsaktivistin Regina Kalthegener eine Einführung in die Thematik Genitalverstümmelung, Begriffsbestimmungen und gesundheitliche Folgen geben.
Weibliche Genitalverstümmelung ist nach wie vor ein Tabuthema. Für die einen weit weg, für die anderen ein kulturelles Problem, das keine Einmischung erlaubt, für dritte die Vorlage für rassistische Äußerungen, die vor allem afrikanische Gesellschaften als barbarisch abwertet. Zweifelsohne sind der Eingriff an sich und seine lebenslangen Folgen für die beschnittenen Mädchen und Frauen barbarisch, ganze Gesellschaften und deren Kultur zu verteufeln hilft jedoch niemandem. Aufklärung, alternative Handlungsstrategien und Unterstützung der engagierten Menschen vor Ort sind die Voraussetzungen für die Abschaffung der Genitalverstümmelung.
Mit der Ausstellung „Sie versprachen mit ein herrliches Fest ...“ will die Gleichstellungsstelle am Internationalen Frauentag verdeutlichen, was Genitalverstümmelung wirklich ist, nämlich Ausdruck einer weltweit verbreiteten Diskriminierung und Gewalt gegen das weibliche Geschlecht. Zudem soll die Ausstellung dazu beitragen, dass die Betroffenen nicht ausschließlich als Opfer, sondern vielmehr als Überlebende wahrgenommen werden. Die Ausstellung, die gänzlich auf voyeuristische Elemente verzichtet, überzeugt durch präzise Information und Authentizität.
„Im Zuge der Immigration sind auch in Deutschland viele Frauen und Mädchen von der Praktik bedroht, das Thema löst unterschiedliche Reaktionen aus, deshalb ist es so wichtig sich zu informieren, damit in den Köpfen, im Denken sich etwas bewegt.“ betont Angelika Lüters, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lübbecke und lädt herzlich zur Auftaktveranstaltung ein. Bürgermeister Eckhard Witte wird ein Grußwort an die Gäste richten, die Gruppe "IWIMO" mit afrikanischen Rhythmen und Trommelklängen ein kulturelles Rahmenprogramm bieten und der Verein Verständigung und Integration wird kulinarische Speisen kredenzen.
Aus organisatorischen Gründen wird um eine Anmeldung gebeten.