Sekundarschule im zweiten Anlauf
Nachdem zum Schuljahr 2012/13 das Vorhaben, in Preußisch Oldendorf eine Sekundarschule zu errichten und damit langfristig die Verschmelzung von Realschule und Hauptschule herbeizuführen, an zwei fehlenden Anmeldungen gescheitert ist, sind Verwaltung und die Fraktionen im Stadtrat einhellig zuversichtlich, dass in diesem Jahr im zweiten Anlauf die Hürde „gepackt“ wird: 75 Anmeldungen.Preußisch Oldendorf sieht sich gut gerüstet, zumal das Schulamt von der Vorarbeit und den Erfahrungen des letzten Jahres profitieren kann.
Außerdem ist die Elterninitiative des letzten Jahres weiter mit im Boot. Im September fand bereits noch einmal eine Informationsveranstaltung statt, in der das pädagogische Konzept der Sekundarschule überzeugend dargelegt wurde. Im Anschluss wurden die Eltern der Dritt- und Viertklässler angeschrieben und befragt. Der Rücklauf
war sehr positiv, für das dritte Schuljahr sind 103 und für das vierte Schuljahr 87 zustimmende Antworten abgegeben worden. Dies sind natürlich noch keine Anmeldungen, das Anmeldeverfahren wird erst Anfang kommenden Jahres stattfinden, jedoch sind ein eindeutig po-sitiver Trend und eine gute Stimmung festzustellen.Die Sekundarschule wird auf die Dauer die einzige weiterführende Schule – mit allen Chancen, im Anschluss an die 10. Klasse die gymnasiale Oberstufe bei einem der Kooperationspartner zu besuchen – in Preußisch Oldendorf sein, die Hauptschule kann nicht einzügig überleben. Die Vorteile sind nicht zu übersehen: Wohnortnähe, kleinere überschaubare Klassen, individuelle Förderung durch ein besseres Lehrer-Schüler-Verhältnis, ein Jahr mehr Zeit auf dem Weg zum Abitur, wenn es denn angestrebt wird. Interessant waren dabei die Äußerungen der Schulleiter/-in des Söderblom-Gymnasiums, Frau Seidel, und des Wittekind-Gymnasiums, Herr Sauerländer, die sich im Grunde beide für das Abitur nach 13 Jahren, das G 9, aussprachen, aber mit der Situation der verkürzten Gymnasiallaufbahn nach 8 Jahren mit allen daraus resultierenden Nachteilen leben müssten.
Weitere Kooperationspartner der Sekundarschule werden sein die Gesamtschule in Rödinghausen und das Berufskolleg Lübbecke, sodass hier in noch engerer Abstimmung bereits frühzeitig berufliche Perspektiven aufgezeigt werden können.
Der Schul-, Bildungs-, Kultur- und Sportausschuss geht einstimmig mit folgendem Empfehlungsbeschluss in die Ratssitzung am 24. Oktober: Die Sekundarschule soll als drei- bis vierzügige Ganztagsschule beantragt werden.
Bis zum Anmeldeverfahren wollen die Elterninitiative, Stadtrat und Verwaltung mit passenden Argumenten auf Elternabenden und in Einzelgesprächen mit den betroffenen Eltern eifrig Überzeugungsarbeit leisten.
Die räumlichen Voraussetzungen an der jetzigen Hauptschule sind bereits hervorragend bzw. ausbaufähig, z. B. Bau einer größeren Mensa für die über Mittag Verpflegung. Die Stadt hat auch schon einiges Geld in die Hand genommen, um die naturwissenschaftlichen Fachräume auf den neuesten Stand zu bringen, nachdem mit Hilfe des Konjunkturpaketes II eine energetische Sanierung des Gebäudes vorgenommen worden ist. Die räumlichen Voraussetzungen sind also nahezu ideal, die Verantwortlichen ziehen an einem Strang – jetzt müssen nur noch die Eltern wollen und mit der Anmeldung ihrer Kinder „Nägel mit Köpfen“ machen. Preußisch Oldendorf ohne weiterführende Schule – einfach undenkbar!
Kommentar von Rainer Höke