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Datum: 05.05.2023

Schulamtsleiterin Antje Gieselmann verabschiedet sich in den Ruhestand

Fast vierzehn Jahre lang war sie das Gesicht des Schulamts im Kreis Minden-Lübbecke, jetzt geht Antje Gieselmann in den Ruhestand. Sie begann ihren beruflichen Werdegang in der Finanzverwaltung des Landes NRW. Als Diplom-Finanzwirtin war sie seit 1983 im Finanzamt Lübbecke in der Sachbearbeitung in der Körperschaftssteuer- und Rechtsbehelfsstelle tätig. Von dort aus näherte sie sich der Kreisverwaltung immer weiter an: Im Jahr 1990 wechselte sie zunächst in den Dienst der Stadt Porta Westfalica in die städtische Kämmerei und von dort im Juni 1992 zum Kreis Minden-Lübbecke.

Immer offen für neue Aufgabenfelder war sie in den Folgejahren in den unterschiedlichsten Aufgabenbereichen der Verwaltung engagiert tätig. „Da heißt es immer mal wieder, Verwaltung sei nicht abwechslungsreich – das kann ich nicht bestätigen“, sagt Antje Gieselmann rückblickend. Sie war im Rechts- und Ordnungsamt, im Amt für zentrale Aufgaben als Organisatorin, im Landratsreferat in den Jahren 2001/2002 in der ersten Planungsphase in der „Projektkoordination Klinikum Neubau“. Im Umweltamt hat sie im Bereich Altlasten gearbeitet und – mit Übernahme der Aufgaben einer Optionskommune durch den Kreis – in der KomJob im Mühlenkreis. Nach weiteren zweieinhalb Jahren als stellvertretende Amtsleiterin und Sachgebietsleiterin im Dezernat Verwaltung und Personal bei der Kreispolizeibehörde startete sie schließlich Im Juli 2009 mit einem bereits reichhaltigen Erfahrungsschatz als Amtsleiterin im Schulamt.

Als sie dort anfing, gehörte zu den Aufgaben des Schulamtes die Schulverwaltung der kreiseigenen Schulen sowie die Aufgaben im Dienstbereich des Schulamts für den Kreis als untere staatliche Schulaufsichtsbehörde für die Grund-, Haupt- und Förderschulen. Auch bildete die Kreisabteilung im Kommunalarchiv Minden ein Aufgabenfeld. Der Kreis ist Träger für die drei berufsbildenden Schulen Leo-Sympher-Berufskolleg und Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg in Minden mit Außenstelle in Bad Oeynhausen sowie Berufskolleg Lübbecke mit Außenstelle in Espelkamp, außerdem für die drei Förderschulen Schule Rodenbeck in Minden, Schule Eickhorst und Mindenerwald in Hille sowie für die Klinikschule des Kreises (ehemals Schule für Kranke).

Antje Gieselmann ging es in den Folgejahren darum, die kreiseigenen Schulen – also die Berufskollegs und Förderschulen – zukunftsfähig weiterzuentwickeln, passend zu den jeweiligen Rahmenbedingungen und dem erforderlichen Bedarf für die Region. So ging es vor allem um die Planungen in der Schul- und Medienentwicklung sowie um die sukzessive Umsetzung. Besonders freut es sie, dass die Digitalisierung in den letzten Jahren so gut vorangekommen ist – in enger Zusammenarbeit mit den Schulen, bei denen es natürlich immer auch um die allgemeine Schulentwicklung ging und geht. Hilfreich und notwendig waren hier die finanziellen Förderprogramme von Bund und Land, beispielsweise der DigitalPaktSchule.

Im Zusammenhang mit der Entwicklung neuer Formen der Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen in NRW kamen neue, wichtige und zentrale Aufgabenbereiche im Schulamt dazu: Aufbau und Weiterentwicklung eines regionalen Bildungsnetzwerkes in der Bildungsregion Minden-Lübbecke, Angebote in der Sprach- und MINT-Förderung und die Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA), mit der der Übergang von der Schule in den Beruf gefördert wird. Dies gemeinsam mit Schulaufsicht, den weiterführenden Schulen sowie einer Vielzahl von Kooperations- und Netzwerkpartnern.


Ebenso wichtig war Antje Gieselmann in ihrer Zeit im Schulamt der Bereich Teilhabe und Integration, denn dazu gehörte die Einrichtung des Kommunalen Integrationszentrums 2013. Hier werden vielfältige Beratungs-, Koordinierungs- und Unterstützungsleistungen aufgebaut, und zwar sowohl im Bildungsbereich als auch in besonderen Querschnittsbereichen wie der interkulturellen Öffnung von Gesellschaft und Verwaltung. Hinzu kam als wichtiger ergänzender Baustein seit 2021 das Landesförderprogramm „Kommunales Integrationsmanagement“, mit dem der Kreis ein Kommunales Integrationsmanagements aufbaut. „In meiner langen Zeit im Schulamt hat sich viel bewegt, vieles ist schneller, dynamischer, offener und moderner geworden – es war schön, das mit meinen engagierten Teams im Schulamt mitgestalten zu können“, sagt Antje Gieselmann.

Was wird sie nun tun, wenn sie all diese vielen Aufgaben abgegeben hat? „Zunächst rufen das Haus und der Garten“, ist sie sich sicher. „Da werden endlich mal wieder meine handwerklichen Fähigkeiten und der grüne Daumen verstärkt zum Einsatz kommen. Ich freue mich auch schon darauf, mehr Zeit für meine bisherigen Hobbys zu haben. Dann wird mich bestimmt so manche Laufrunde wieder im Glacis entlang der alten Wirkungsstätte führen. Und ich möchte in diesem Jahr auf jeden Fall weitere bislang noch nicht bereiste Ecken in Deutschland mit Bahn, Fahrrad oder zu Fuß erkunden. Für die weiteren Planungen halte ich es mit dem Zitat von Oscar Wilde: Sich selbst zu überraschen ist, was das Leben lebenswert macht.“

Foto: Antje Gieselmann an ihrem Schreibtisch. Foto: Mirjana Lenz/Kreis Minden-Lübbecke

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