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Sammelunternehmen beginnen mit Kontrollen der Biotonnen

Zur Verbesserung der Bioabfall-Qualität im Kreis

Kreis Minden-Lübbecke/Hille. Die KreisAbfallVerwertungsGesellschaft Minden-Lübbecke (KAVG) und die gemeinsame „Arbeitsgruppe Qualität Bioabfall“ kündigen an, in den kommenden Wochen vor Ort über die sachgerechte Mülltrennung zu informieren und die Bioabfall-Behälter im Kreisgebiet stichprobenartig zu kontrollieren, um die Reinheit des Bioabfalls zu verbessern. Fehlbefüllte Biotonnen könnten dabei nicht entleert werden.

Warum ist „sauberer“ Bioabfall ohne Störstoffe so wichtig?

Die Abfallwirtschaft leistet insbesondere durch die getrennte Erfassung der Abfälle und durch deren Verwertung einen ganz wesentlichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. An keinem anderen Abfallstoff lässt sich die Grundidee einer Kreislaufwirtschaft so plastisch darstellen wie beim Bioabfall.

Aus Lebensmittelresten und anderen Biostoffen wird auf der Pohlschen Heide in der Vergärung zunächst Biogas gewonnen. Aus den Reststoffen der Vergärung wird in einem zweiten Schritt wertvoller Kompost für Garten und Landwirtschaft hergestellt, ein wichtiger Einsatzstoff, um wiederum neue Lebensmittel zu erzeugen.

All das funktioniert aber nur ohne Plastik im Kompost. Auch die modernste Technik der Aufbereitungsanlagen kann niemals 100 Prozent des Kunststoffes aus dem Kompost entfernen. Voraussetzung für die optimale Verwertung ist also eine hohe Bioabfallqualität ohne Störstoffe wie z.B. Kunststoff, Metalle, Glas oder ähnliche. Dafür braucht es insbesondere auch die Mitwirkung aller Bürgerinnen und Bürger.

Was wurde bisher zur Aufklärung getan?

Was viele einfach nicht wissen: sowohl Plastiktüten als auch sogenannte „kompostierbare Folienbeutel“ gehören nicht in die Biotonne, denn auch letztere dürfen einen Anteil Erdöl enthalten, der aber innerhalb des Produktionsprozesses der Anlagen nicht vollständig biologisch abgebaut werden kann.

Mit der deutschlandweiten Kampagne „#WIRFUERBIO Gegen Plastik in der Biotonne“ wirbt die KAVG seit 2018 gemeinsam mit den Kommunen des Kreises für die Verbesserung der Bioabfallqualität. Öffentlichkeitsarbeit mit Aktionen, Plakaten, Flyern und Presseberichten sollten der intensiven Aufklärung über die Gefahren von Plastik im Bioabfall dienen. Erfolge sind durchaus erkennbar: Viele Bürgerinnen und Bürger trennen ihren Bioabfall schon sehr gut und achten genau darauf, was in die Biotonne darf und was nicht.

Warum genügt das nicht?

Der Anteil an Störstoffen ist nach wie vor zu hoch. Die KAVG als Betreiber der Bioabfall-Verwertungsanlagen betrachtet nach gründlichen Analysen der Anlieferungen mit Sorge, dass noch immer vor allem Plastiktüten viel zu häufig im Bioabfall landen. Eine Reduzierung der Grenzwerte in der novellierten Bioabfallverordnung wird die Situation noch einmal verschärfen. Die Folge: Ein Großteil der wertvollen Bioabfälle muss als Restmüll verarbeitet werden und geht somit dem umwelt- und klimaschützenden Bioabfall-Kreislauf verloren.

Daher leitet die „Arbeitsgruppe Qualität Bioabfall“ nun den nächsten Schritt ein: Die Abfallberatung und Behälterkontrolle direkt vor Ort. Ein Vorgehen, dass sich bereits in vielen Teilen Deutschlands bewährt und die Qualität spürbar verbessert hat und auch bei dem Großteil der Bevölkerung auf große Zustimmung getroffen ist.

Hierbei überprüfen in den nächsten Wochen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abfuhrunternehmen stichprobenartig den Inhalt der Biotonnen. Diese Kontrollen werden vor oder zwischen den Leerungen durch Mitarbeitende der Abfuhrunternehmen durchgeführt. Dort, wo Anwohner nicht direkt angetroffen werden, erhalten diese im Fall einer Fehlbefüllung eine direkte Rückmeldung mit Hinweisen zur korrekten Befüllung, z.B. in Form von Aufklebern oder Anhängern. Wenn der Grad der „Verschmutzung“ durch Plastik, Metalle oder Restabfälle am Abfuhrtag zu hoch ist, kann es durchaus auch dazu führen, dass die Biotonne nicht geleert wird. In diesem Fall gilt es dann, die Störstoffe bis zur nächsten Abfuhr zu entfernen. Ansprechpartner sind in diesem Fall die Abfallberater der jeweiligen Kommune.

Informationen zur Bioabfallkampagne unter: www.wirfuerbio.de/kavg-ml

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