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Premiere im Kreis: Konferenz zur Eingliederungshilfe Wohnen

Kreis Minden-Lübbecke, 11.04.2008

  
Premiere im Kreis: Konferenz zur Eingliederungshilfe Wohnen

 „Die Vorstellung, dass alle Menschen mit Behinderungen in Heimen leben müssen, gehört erfreulicherweise der Vergangenheit an.“ Mit diesen Worten hat Landrat Dr. Ralf Niermann die erste Regionalplanungskonferenz Eingliederungshilfe Wohnen eröffnet, die jetzt im Mindener Kreishaus stattgefunden hat. Vertreter von Behörden, Menschen mit Behinderungen, Institutionen und Verbänden diskutierten über das Angebot an ambulanten Wohnformen für behinderte Menschen im Mühlenkreis.

Bisher gab es in den nordrhein-westfälischen Kreisen und kreisfreien Städten sehr unterschiedlich entwickelte Angebote. Das Land hatte sich darum entschlossen, die Steuerung in diesem Bereich zu verändern. Für stationäre und ambulante Leistungen der Eingliederungshilfe zum Wohnen für Menschen mit Behinderungen sind darum jetzt die beiden Landschaftsverbände zuständig, zunächst befristet bis 2010. Sie kümmern sich auch um die Ermittlung des Bedarfs und die Planung.
 
Im vergangenen Herbst haben der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und der Kreis Minden-Lübbecke eine örtliche Zielvereinbarung geschlossen, die unter anderem eine jährliche Regionalplanungskonferenz vorsieht. „In dieser Konferenz sollen Verbesserungen in der Wohnsituation für Menschen mit Behinderungen zwischen den beteiligten Akteuren abgestimmt werden“, erklärt Klaus Marschall, Koordinator des Kreises für Behinderten- und Seniorenbelange. Zur ersten Konferenz waren neben Fachleuten von Kreisverwaltung und LWL Vertreter der örtlichen Leistungsanbieter, der Menschen mit Behinderungen, der elf Städte und Gemeinden des Kreises, der Pflege- und Krankenassen sowie des Kreistages gekommen.

In seiner Begrüßung hob Landrat Dr. Ralf Niermann hervor, dass die Planungsverantwortung im Bereich der Eingliederungshilfe vor Ort und nur gemeinsam von LWL und Kreis wahrgenommen werden kann. „Mit der Regionalplanungskonferenz soll ein kooperativer Prozess entstehen, der dazu beiträgt, dass behinderte Menschen weitgehend normal und selbstbestimmt im Kreis Minden-Lübbecke leben können“, beschrieb der Landrat die zentrale Aufgabe der Konferenz.

Der LWL stellte umfangreiches Datenmaterial zu stationären und ambulanten wohnbezogenen Hilfen im Kreis Minden-Lübbecke vor. Darüber hinaus ging er auf die Steuerung der Bedarfsdeckung, komplementäre Angebote, betreutes Wohnen in Gastfamilien, das individuelle Hilfeplanverfahren sowie auf Planungen und Perspektiven im stationären und im ambulanten Wohnen im Kreis Minden-Lübbecke ein.

Die Konferenzteilnehmer waren sich einig, dass weitere Anstrengungen unternommen werden sollen, damit behinderte Menschen, wenn sie es wünschen, auch außerhalb von Heimen leben können. Dabei muss neben der Zahl der Betreuungsangebote auch deren Qualität beachtet werden. In diesem Zusammenhang stellte die Konferenz fest, dass es im Mühlenkreis auch in der Eingliederungshilfe vielfältige Kompetenzen gibt.

Diese Kompetenzen müssen nun mit Hilfe der Regionalplanungskonferenz gebündelt werden. „Zum Beispiel wenn es darum geht, neben neuen ambulanten Wohn-Angeboten gleichzeitig die entsprechende öffentliche Infrastruktur für behinderte Menschen zu verbessern oder Angebote für neue Zielgruppen wie beispielsweise ältere Menschen mit Behinderungen zu entwickeln“, verdeutlicht Klaus Marschall. Außerdem will die Konferenz verstärkt deutlich machen, dass es, wie es ein Teilnehmer auf den Punkt brachte, im Kreis Minden-Lübbecke „normal ist, verschieden zu sein“.

Zum Abschluss machten die Teilnehmer Vorschläge für künftige Schwerpunktthemen. Die Entscheidung, welche Bereiche vertieft werden sollen, trifft eine Arbeitsgruppe. Sie wird auch die nächste Regionalplanungskonferenz im Jahr 2009 vorbereiten.

Ansprechpartner ist Klaus Marschall, im Kreissozialamt Koordinator für Behinderten- und Seniorenbelange, Telefon 0571/807-2287, E-Mail k.marschall@minden-luebbecke.de.

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