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Neues rund um die Mülldeponie: Experten diskutieren in Minden

Kreis Minden-Lübbecke, 13.05.2009


Wie wirkt sich die neue Deponieverordnung aus? Wie kann eine Deponie wirtschaftlich betrieben werden? Wie kann die Umwelt vor alten Mülllagern geschützt werden? Wie behandeln andere Staaten ihren Abfall? Diese und andere Fragen diskutierten am 5. und 6. Mai rund 150 Fachleute aus ganz Deutschland. Sie waren zur dritten Auflage der Deponietage in die Mindener Stadthalle gekommen.

„Ihr Kommen ist für den Kreis Minden-Lübbecke auch ein Stück Anerkennung für unsere Abfallwirtschaft“, begrüßte Landrat Dr. Ralf Niermann die Gäste. Der Kreis habe schon Ende der 80er Jahre mit dem Bau der Mülldeponie Pohlsche Heide in Hille Standards im Deponiebau mitbegründet und sei auch danach immer auf dem aktuellen Stand geblieben.

Aus der einstigen Mülldeponie ist heute ein Entsorgungs- und Verwertungszentrum geworden, zu dem ein Kompostwerk und eine mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage gehören. Eine weitere Biogasanlage ist im Bau, mit deren Hilfe der Kreis sein Mindener Berufsschulzentrum, das Krankenhaus Bad Oeynhausen, das Mindener Kreishaus und die Kampa-Halle umweltfreundlich mit Energie versorgen möchte. „Ein innovatives und ehrgeiziges Pilotprojekt“, betonte Dr. Niermann. Schon heute werden in Hille Holzhackschnitzel produziert, die für die Energiezentrale des neuen Mindener Klinikums als Brennstoff verwendet werden.

Einen „Umbruch in der Deponiewirtschaft“ erwartet Burkart Schulte, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Verwertung organischer Abfälle (GVoA), die das Entsorgungszentrum Pohlsche Heide betreibt und zu zwei Dritteln dem Kreis Minden-Lübbecke gehört. Die neue Deponieverordnung bringt verschiedene Neuerungen für die Abfallbehandlung mit sich, die es jetzt umzusetzen gilt.

Bisher hatte der Gesetzgeber vor allem den Deponiebau im Blick, künftig wird es verstärkt um Stilllegung und Nachsorge gehen. Darüber informierten sich die Fachleute ebenso wie über europäische Vorgaben, Rechtsprobleme in der Praxis, wirtschaftliche Fragen und Müllentsorgung in Entwicklungs- und Schwellenländern. Ein Besuch auf der Pohlschen Heide rundete das zweitägige Vortragsprogramm ab.

Die Deponietage waren eine Veranstaltung der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) gemeinsam mit anderen Fachverbänden. Neben den Fachvorträgen informierten mehrere Aussteller über ihre neuen Angebote für die Entsorgungsbranche.

Foto (v.l.): Burkart Schulte (Geschäftsführer GVoA), Dr. Axel Kopp, BMU, Landrat Dr. Ralf Niermann und Karl Wagner, BMU, begrüßten die Gäste der Deponietage in der Mindener Stadthalle.

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