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Neues Angebot zur Stabilisierung häuslicher Pflege

Kreis Minden-Lübbecke, 24.08.2009


Etwa zwei Drittel aller pflegebedürftigen Menschen im Kreis Minden-Lübbecke werden zu Hause versorgt, meist von nahen Angehörigen.
Ohne darauf vorbereitet zu sein, übernehmen vor allem Ehefrauen, Töchter und Schwiegertöchter die häusliche Pflege und Betreuung, zunehmend aber auch Ehemänner und Söhne. Für wie lange, ist meist nicht absehbar.

Die große körperliche und seelische Nähe zwischen Pflegenden und Gepflegten kann zu Aggressionen führen, z.B., weil nicht verarbeitete Beziehungskonflikte aus vorherigen Jahren aufbrechen und Angehörige durch die Pflege und Betreuung insgesamt überlastet werden. Sie fühlen sich häufig alleingelassen damit, den Spagat zwischen den eigenen Bedürfnissen und den Anforderungen der häuslichen Pflege zu bewältigen.

Angesichts dieser Erkenntnisse können Pflegebedürftige und pflegende Angehörige unter den bekannten kostenlosen Telefonnummern (0800) 111 0 111 oder (0800) 111 0 222 der TelefonSeelsorge Ostwestfalen ab sofort auch Konflikte und Probleme in der häuslichen Pflege ansprechen. Schwierige Pflegesituationen sollen hierdurch entspannt und Pflegende emotional unterstützt werden. Die TelefonSeelsorge Ostwestfalen ist rund um die Uhr, 24 Stunden, an jedem Tag, das ganze Jahr über mit geschulten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besetzt.

Entwickelt worden ist das Angebot dieser telefonischen Begleitung in kritischen Pflegesituationen im Zusammenhang mit dem Arbeitskreis „Häusliche Gewalt in der Pflege“, einem gemeinsamen Arbeitskreis von Gleichstellungsstelle und Sozialamt des Kreises Minden-Lübbecke. In diesem Arbeitskreis wirken seit Anfang 2008 Fachleute aus Verwaltung, frauenunterstützenden Einrichtungen, Pflegeberatungsstellen, ambulanten Pflegediensten, Wohlfahrtsverbänden, Pflegekassen, der Polizei, Telefonseelsorge und aus dem Bereich Betreuung zusammen.

Das spezielle Angebot der TelefonSeelsorge Ostwestfalen in Zusammenarbeit mit dem Kreis Minden-Lübbecke soll auch dazu beitragen, das Thema „Häusliche Gewalt in der Pflege“ aus der gesellschaftlichen Tabuzone herauszuholen und Hilfestellungen zu geben. Eine Pflegeberatung erfolgt ausdrücklich nicht. Bei Bedarf werden die Anruferinnen und Anrufer an die entsprechenden Pflegeberatungsstellen und weitere Angebote im Kreis Minden-Lübbecke verwiesen.


Ansprechpartnerin und Ansprechpartner beim Kreis Minden-Lübbecke:

Andrea Strulik
Gleichstellungsbeauftragte
Tel.: (0571) 807-2109, E-Mail: a.strulik@minden-luebbecke.de

Klaus Marschall
Koordinator für Behinderten- u. Seniorenbelange
Tel.: (0571) 807-2287, E-Mail: k.marschall@minden-luebbecke.de

Infoplakat und Info-Flyer

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