Neuer Beitrag des Stadtarchivars: Zwischen Krieg und Frieden in der Provinz in den Jahren 1814/15
Ausgebeutet in den Napoleonischen Kriegen, ausgenommen von den Steuerbehörden und von Schicksalsschlägen heimgesucht, versuchte die Bevölkerung des ehemaligen Königreichs Westfalen im Jahre 1814 wieder Vertrauen in die Zukunft zu gewinnen. Das „französische Joch“, wie es mancher bezeichnete, schien abgeschüttelt. Die unmittelbare Not vor der Haustür ließ sich jedoch trotz patriotischer Appelle nicht abschütteln. In Wien begannen die Siegermächte in zahlreichen Verhandlungsrunden, Europa ein neues Staatsgefüge zu geben. Es sollte ein Staatengebilde entstehen, das nach dem Kriegselend einen „ewigen Frieden“, wie es mancher formulierte, garantieren sollte. In dem Wiener Geschacher um Macht und Einfluss, war das kleine preußische Fürstentum Minden ein kaum wahrnehmbarer Statist. Das Fürstentum Minden[1] zählte zu dieser Zeit rd. 71.000 Einwohner. Da die neue Staatenbildung noch im Fluss war, stand das Fürstentum Minden unter einer „interimistischen Regierungskommission“, die vorläufig das Regieren übernommen hatte. Übergeordnet war das Königlich-Preussische Militair-Gouvernement zwischen Weser und Rhein mit Sitz in Münster. Es war eine weit gefasste Formulierung, die bei den Wiener Verhandlungen genügend Spielraum ließ.
Im Dezember des Jahres 1813 schien Ruhe und Frieden eingekehrt zu sein, nachdem Napoleon bei Leipzig geschlagen worden war. Mancher Soldat, der die Schrecken der Schlachtfelder erlebt hatte, war zurückgekehrt, unversehrt, wenn er Glück im Unglück gehabt hatte. Am 4. Januar 1813 erhielt der Lübbecker Bürgermeister Kind ein regierungsamtliches Schreiben der Militärregierung zwischen Weser und Rhein ...
Den vollständigen Artikel des Stadtarchivars Helmut Hüffmann können Sie hier nachlesen.