Neue Grippe: Kreis ist gut vorbereitet
Kreis Minden-Lübbecke, 30.04.2009
Seit der Meldung der ersten Fälle der Neuen Grippe (Schweinegrippe) ist das Gesundheitsamt des Kreises Minden-Lübbecke in regelmäßigem Kontakt mit dem federführenden Robert-Koch-Institut in Berlin und beobachtet permanent die Lage, um bei Verdachtsfällen schnell reagieren zu können. Die Risikoeinschätzung für Deutschland ändert sich nicht durch die Erhöhung der WHO-Einstufung auf 5. Im Pandemie-Plan des Kreises sind dennoch weitere Maßnahmen in Kraft getreten.
Das Gesundheitsamt des Kreises hat eine 24-stündige Rufbereitschaft und Urlaubsbeschränkungen eingerichtet. Ärztekammer, Kassenärztliche Vereinigung und alle beteiligten Personen und Gremien sind informiert. Alle Krankenhäuser und Labore des Kreises Minden-Lübbecke sind gut vorbereitet auf eventuelle Verdachtsfälle.
Durch einen Schnelltest kann ermittelt werden, ob der Virus-Stamm A vorliegt (die Neue Grippe hat den Stamm A/H1N1). Ist dies der Fall, wird Untersuchungsmaterial an das Nationale Referenzzentrum, das Robert-Koch-Institut, zur Bestätigung geschickt, da es sich natürlich auch um einen anderen Virus des gleichen Stamms A handeln kann.
Hinsichtlich der Verwendung eines Mundschutzes sieht das Land vor, dass medizinische Einrichtungen für Kranke und Personal entsprechende Filter vorhalten. Diese Einrichtungen sind gut vorbereitet und verwenden Mundschutz häufig in ihrer täglichen Arbeit.
Der gegenwärtige Grippeimpfstoff wirkt nicht oder nur unzureichend gegen das neue Virus. Impfstoff kann nach ersten Schätzungen frühestens in 3 bis 6 Monaten verfügbar sein. Den ersten produzierten Impfstoff verteilt das Land zuerst an Menschen, die unmittelbar mit der Bekämpfung der Krankheit befasst sind (Ärzte, Krankenschwestern, Rettungsdienst, Katastrophenschutz). Die Impfungen erfolgen über Betriebsärzte und Gesundheitsamt.
Für die dann folgende Impfung der weiteren Bevölkerung wird das vorhandene Gesundheitssystem (niedergelassene Ärzte, Krankenhäuser) genutzt und für eine evtl. notwendige rasche Impfaktion hat der Kreis Minden-Lübbecke im Rahmen der Pockenvorsorgeplanung einen Plan zum Aufbau einer Stammimpfstelle in Minden und 13 weiteren Impfstellen im Kreis, die schnell und effektiv auf breiter Basis Impfungen vornehmen können
Ein ausführlicher Katalog mit Fragen und Antworten des Bundesministeriums für Gesundheit und des Robert Koch-Instituts zur Neuen Grippe beim Menschen steht auf der Webseite des Robert-Koch-Institutes zur Verfügung.
Information zur Schweine-Influenza
Die bisher bekannte Schweine-Influenza (Schweinegrippe) ist eine fiebrige Atemwegserkrankung, die durch Influenzaviren hervorgerufen wird. Sie verläuft meist gutartig mit einer Erkrankungsrate innerhalb der Schweinebestände von fast 100 Prozent der Schweine bei einer Todesfallrate von ca. einem Prozent. Hierbei handelt es sich um eine in Schweinebeständen "übliche" Infektionskrankheit, die saisonal (Herbst/Winter) vorkommt und nicht der staatlichen Tierseuchenbekämpfung unterliegt.
Ein Viruseintrag in hiesige Schweinebestände über Tierverkehr ist unwahrscheinlich, da entsprechende Handelsbeziehungen nach Mexiko nicht bestehen. Mögliche Eintragsquellen sind Reisende, die sich in betroffenen Gebieten aufgehalten und gegebenenfalls infiziert haben und den Erreger direkt oder indirekt (über andere Personen) in Schweinebestände eintragen könnten. Die ohnehin geltenden Hygienevorschriften für Schweinebestände, die jeder Tierhalter einzuhalten hat, sind derzeit aus veterinärmedizinischer Sicht ausreichend.
Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat eine Hotline zur Neuen Grippegeschaltet. Unter der Telefonnummer 030-18754 4161 (Ortstarif aus dem Festnetz der Deutschen Telekom) können sich Interessierte von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr informieren.
Beim Bundesministerium für Gesundheit in Berlin können sich Bürger über die kostenpflichtige Nummer 01805-996619 von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und Freitag von 8 bis 12 Uhr informieren (in der Regel 14 Cent/Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; abweichender Mobilfunktarif).