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Neue Broschüre zur Suchtvorbeugung

Minden-Lübbecke, 26.03.2007

Neue Broschüre zur Suchtvorbeugung

Wie kann man verhindern, dass junge Menschen süchtig werden? Gemeinsam mit Jugendlichen und Erziehern hat die Drogenberatungsstelle des Kreises Minden-Lübbecke Methoden zur Vorbeugung zusammengestellt. Daraus ist eine Broschüre entstanden, die Landrat Wilhelm Krömer jetzt vorgestellt hat.

Kinder und Jugendliche aus stationären Jugendhilfe-Einrichtungen sind aufgrund ihrer Vorgeschichte besonders gefährdet. Das hat eine Untersuchung der Katholischen Fachhochschule NW ergeben. „Heimkinder" beginnen demnach im Durchschnitt mit zehn Jahren Alkohol oder Zigaretten zu konsumieren. Über 65 Prozent der 11- bis 16-Jährigen rauchen regelmäßig, mehr als jeder Zehnte trinkt regelmäßig Alkohol.

Ursache sind oft die Lebensumstände dieser Kinder und Jugendlichen. Viele der rund 27.000 Heimkinder in Deutschland sind in ihren Familien vernachlässigt, psychisch oder körperlich misshandelt worden. Viele haben alkoholabhängige oder psychisch kranke Eltern, oft leiden sie heute an mangelndem Selbstbewusstsein und in der Folge an Verhaltensauffälligkeiten wie Angst, Aggressivität, Depressionen, psychosomatischen Störungen und anderen mehr.

Eine Fortbildung, die Vorbeugungsexpertin Sabine Schulz von der Drogenberatung des Kreises für Pädagogen der Elsa-Brändström-Jugendhilfe durchgeführt hatte, gab den Anstoß für die Projektarbeit. Die Erzieher Melanie Finke, Elke Kühl, Thomas Rudolf und Thorsten Bertram planten daraufhin gemeinsam mit Sabine Schulz ein Wochenendseminar für Jugendliche. „Dabei wurde schnell klar, dass es für die Arbeit mit dieser Zielgruppe nur wenige Vorbeugungsmethoden gibt", berichtet Sabine Schulz.

In mehreren Seminaren haben die Pädagogen nun gemeinsam mit Jugendlichen Übungen und Spiele entwickelt. Damit soll der Schutz vor Sucht gestärkt werden, unter anderem durch bessere Kommunikationsfähigkeit, mehr Verantwortungsbewusstsein und ein positives Selbstwertgefühl.

„Die Arbeit mit stationär untergebrachten Kindern und Jugendlichen ist wegen der häufigen Verhaltensauffälligkeiten nicht einfach", erklärt Sabine Schulz, „außerdem können sie oft nicht ausreichend lesen, schreiben und sich ausdrücken." Darum haben die Autoren der Vorbeugungsbroschüre Methode entwickelt, die sich beispielsweise stark auf Bilder konzentrieren und relativ einfach zu begreifen sind. Dazu gehören Gruppenarbeit und erlebnispädagogische Übungen.

Damit Erzieherinnen und Erzieher von der Entwicklungsarbeit profitieren und die Methoden in den pädagogischen Alltag ihrer Einrichtungen übernehmen können wurde mit finanzieller Unterstützung des Landesgesundheitsministeriums und der Landeskoordinierungsstelle Suchtvorbeugung die neue Broschüre erstellt. Zudem bieten die Autoren eine Fortbildung an, die am 25. Oktober 2007 von 9 bis 17 Uhr in Frille stattfindet.

Fragen zum Thema, Anmeldung für die Fortbildung und Broschüren-Bestellung bei der Drogenberatungsstelle des Kreises Minden-Lübbecke, Fachdienst Suchtvorbeugung, Telefon 0571/82854-0.

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