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Datum: 04.05.2016

Mit viel Spaß »Rauschfrei in den Mai« - Auch ohne Alkohol war im »Jugi 71« ausgelassene Partystimmung angesagt

„Trink doch einen mit, alt genug bist Du jetzt.“ „Hab dich nicht so, wir haben damit doch alle unseren Spaß.“ So oder ähnlich wird Alkohol ab dem Jugendalter immer mehr zu einem Stimmung erheiternden Gesellschaftsgetränk. Wer ablehnt, wird oft ein wenig schief angesehen oder muss sich Hänseleien gefallen lassen. Folgen des Alkoholkonsums kurz- oder langfristig werden ausgeblendet bzw. sind vielen jungen Menschen nicht bewusst.

Dass es auch anders geht, hat das „Jugi 71“ in Porta Westfalica-Lerbeck am Freitagabend einwandfrei bewiesen. Unter dem Motto „Rauschfrei in den Mai“ hatte das Team der Jugendpflege um Jan Patrick Sasse zu einer besonderen Party in das Jugendhaus geladen. Im Mittelpunkt standen neben Spiel und Spaß alkoholfreie Drinks und Cocktails.

„Mit dieser Aktion wollen wir im Rahmen der Aktionswochen „Sucht hat immer eine Geschichte“ des Kreises Minden-Lübbecke auf die Gefahren aufmerksam machen, die Alkohol in sich birgt“, so Jan Patrick Sasse von der Jugendpflege. Die Aktionswochen unter Schirmherrschaft von Landrat Dr. Ralf Niermann fanden zum Monatsende mit letzten Aktionen ihren Ausklang. Bereits bei der Auftaktveranstaltung zu den Aktionswochen in der Mindener Kampa-Halle waren die Jugendlichen des Lerbecker Jugenhauses mit leckeren alkoholfreien Cocktails präsent.

Am Freitagabend gab es neben den Mixgetränken mit fantasievollen Namen wie „die Schöne“ und „das Biest“ mit leckerem Crêpes noch eine nahrhafte Stärkung dazu.

„Es geht uns nicht darum, Alkohol schlecht zu machen oder zu verteufeln, sondern über dessen Wirkung aufzuklären und für einen verantwortungsbewussten Umgang zu sensibilisieren“, erläutert Sasse. Denn insbesondere die Verharmlosung alkoholhaltiger Getränke und der bei Jugendlichen Gruppenzwang zum Mittrinken, dem sich viele nicht so leicht entziehen können, vereinfachten dieses Vorhaben nicht. „Warum soll ein 14-jähriger bei seiner Konfirmation als Zeichen des Erwachsenwerdens unbedingt seinen ersten Schnaps trinken, wenn er es eigentlich gar nicht möchte?“ sieht nicht nur Sasse den Druck aus dem engeren familiären und gesellschaftlichen Umfeld skeptisch.

„Meine Schwester ist 16 und trinkt noch immer keinen Alkohol. Das führt oftmals zu Diskussionen im Freundeskreis und bei Familienfeiern“, weiß Dyan (10), der mit seinem Freund Marcel (11) erstmalig im „Jugi 71“ Party machte. „Das ist super cool hier mit den alkoholfreien Cocktails“, waren sich die beiden einig. Noch haben die beiden mit Alkohol nichts am Hut. „Und der Zeit, bis wir offiziell Alkohol trinken dürfen, fiebern wir auch nicht entgegen.“ Milchshakes und Smoothies seien viel besser und angesagter. Auch die weiteren Jugendhausbesucher, meist im Alter zwischen zehn und 13 Jahren, ließen sich dazu hinreißen, nicht nur die gemixten Cocktails zu genießen, sondern - angespornt von den zahlreichen alkoholfreien Zutaten - neue Varianten selbst zu kreieren. Denn angesichts der alkoholfreien Varianten von Blue Curacao und Co. stehen die rauschfreien Mixgetränke der promillehaltigen Variante auch optisch in nichts nach. Wer dann doch einmal berauscht sein wollte, konnte dieses Gefühl mit Hilfe von Rauschbrillen äußerst intensiv erleben. Immer wieder taumelten die bebrillten Kids durch die Räume, Ballfangversuche scheiterten meist kläglich. „Wer weiß wie sich so ein Rausch anfühlt und was man dann von seiner Umwelt noch wahrnimmt, ist für die Folgen des Alkoholkonsums grundlegend sensibilisiert“, hofft Sasse, der mit der Resonanz auf den rauschfreien Abend mehr als zufrieden war. Auch sonst würden im „Jugi 71“ immer wieder mal Cocktailmix-Tage eingelegt, um zu zeigen: „Es geht auch ohne Promille.“

Foto: Von Rauschbrillen berauscht, ansonsten absolut nüchtern: So genossen Lilly (v.l.), Adrian-Julius, Romy und Francis mit Jugendpfleger Jan Patrick Sasse die Party „Rauschfrei in den Mai“.

Foto und Text: Anja Schubert

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