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Masern: Kreisgesundheitsamt empfiehlt Impfung

Kreis Minden-Lübbecke, 11.04.2008

 
Masern: Kreisgesundheitsamt empfiehlt Impfung

„Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit, sondern eine ernst zu nehmende Infektionserkrankung“, betont Dr. Peter Witte. Schwere Hirnschäden und sogar der Tod können Folge einer Infektion sein. Nachdem in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz eine Epidemie ausgebrochen ist, empfiehlt der Leiter des Kreisgesundheitsamtes allen Eltern, den Impfschutz ihrer Kinder zu überprüfen.

Auch jüngere Erwachsene sollten das tun. „Menschen, die vor 1974 geboren sind, haben wahrscheinlich schon eine Masern-Erkrankung durchgemacht und gelten darum als immun“, erklärt Dr. Witte. Für alle anderen Bürger des Mühlenkreises gilt: Ins Impfbuch gucken, den Impfschutz überprüfen. Bei Fragen oder Unklarheiten hilft der Haus- oder Kinderarzt weiter.

Masern werden oft verharmlost, sind aber tatsächlich nicht zu unterschätzen. Etwa jeder tausendste Kranke erleidet eine schwere Hirnentzündung, die bei jedem Fünften zum Tod und bei wiederum jedem Fünften zu bleibenden Hirnschäden führt. Zudem tritt bei einem von 10.000 Masernfällen nach etwa sechs bis acht Jahren eine schwere Hirnentzündung auf, die zu einem schleichenden Verfall des Hirns bis hin zum Tod führt. Bei einer Impfung müssen dagegen nur bei einem von einer Million Fällen schwere Nebenwirkungen befürchtet werden.

Sorgen macht den Medizinern des Kreises der Blick nach Süden. Seitdem die Masern 2006 in der Nordschweiz ausgebrochen sind, wurden allein dort 2.100 Fälle registriert. Inzwischen verbreitet sich die Krankheit auch in Baden-Württemberg und Österreich. Vor allem Reisende in diese Regionen sollten auf ihren Impfschutz achten - das gilt auch für Fußballfans, die Spiele der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz besuchen wollen.

Hundertprozentiger Masernschutz wird erst nach zwei Impfungen erreicht. Kinder werden in der Regel zwischen dem 11. und 13. und zum zweiten Mal zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat geimpft. Das Serum ist spätestens nach vier bis sechs Wochen vollständig wirksam. Die Weltgesundheitsorganisation WHO strebt eine Zweitimpfungsquote von 95 Prozent an.

Im Mühlenkreis ist diese Zahl noch nicht erreicht. „Die Quote liegt für die Erstimpfung bei 93 Prozent, für die Zweitimpfung je nach Region zwischen 70 und 80 Prozent“, berichtet Dr. Witte. Aus diesem Grund setzt der Kreis seit mehreren Jahren das Impfmobil des Landes ein, um gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten kostenlose Impfungen an Schulen anzubieten.

Seit drei Jahren kontrolliert der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst des Kreises die Impfausweise aller Sechstklässler und gibt bei Bedarf Empfehlungen, um Lücken im Impfschutz zu schließen. Im Rahmen einer landesweiten Masernimpfkampagne werden seit November in den Schulen die Impfbücher ab der 9. Klasse kontrolliert und niedergelassene Ärzte bieten parallel Impfsprechstunden an. „Durch diese Maßnahmen konnten wir in den vergangenen vier Monaten bereits bei 6.500 Schülern die Impfausweise überprüfen“, betont Dr. Witte. Auch im September wird das Impfmobil wieder im Einsatz sein, dieses Mal schwerpunktmäßig in Bad Oeynhausen.

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