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Datum: 19.12.2006

Letzte Initiative für das Haus Niedernstraße 13

Die Stadt Lübbecke hat das eingetragene Baudenkmal Niedernstraße 13 im Jahre 2002 erworben, um eine Notsicherung durchzuführen und es anschließend zu veräußern und damit einer angemessenen Nutzung zuzuführen. Nach dem in den vergangenen Jahren alle Versuche einer Vermarktung gescheitert sind, startet die Stadtverwaltung jetzt eine letzte Initiative, um doch noch einen Käufer für das Gebäude zu finden. Parallel dazu wurde vor dem Hintergrund der finanziellen Situation der Stadt ein Abbruchantrag gestellt, über den nach Ablauf der Frist für die Käufersuche Ende Februar 2007 im Einvernehmen mit dem Westfälischen Amt für Denkmalpflege in Münster entschieden werden muss.

Das Gebäude in der Niedernstraße 13 ist ein um 1800 gebautes, giebelständiges Vierständer-Hallenhaus mit Fachwerkfassade. Es ist als baufällig eingestuft. Der Verkaufspreis für das Gebäude inklusive Grundstück liegt bei rund  50.000 Euro. Ausführliche Informationen zum Objekt sind bei der Stadtverwaltung erhältlich, Ansprechpartner ist Bernd Schröder. Weiterhin sind die Daten zum Objekt in das Internetportal der Bauernhausbörse sowie auf der Internetseite der Stadt Lübbecke eingestellt.

In einem gemeinsamen Erörterungsgespräch waren sich die anwesenden Vertreter der Ratsparteien und der Stadtverwaltung weitgehend einig, dass alle Möglichkeiten zum Erhalt des Baudenkmals ausgeschöpft wurden. Insbesondere aufgrund der hohen zu erwartenden Investitionskosten konnte in den vergangenen Jahren kein seriöser Interessent für das Baudenkmal gefunden werden. Sollten nun auch die letzten Vermarktungsbemühungen scheitern, hofft die Stadt auf das erforderliche Einvernehmen des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege zum gestellten Abbruchantrag. Die Prüfkriterien der wirtschaftlichen Zumutbarkeit für den Erhalt eines solchen Gebäudes sind bei einem städtischen Denkmal gleich denen für ein privates Denkmal. Der Vertreter des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege bestätigte, dass ihm die Problemlage der Stadt Lübbecke deutlich gemacht worden sei. Er hoffe jedoch, dass das Ergebnis eines "letzten Aufrufes" doch noch zum weiteren Erhalt des Gebäudes führen könne.

Durch den Abbruch des Gebäudes und eine anschließende Neubebauung verspricht sich die Stadtverwaltung eine Verbesserung des Stadtbildes in der Niedernstraße. Die derzeitige Ensemblewirkung der Denkmäler und der erhaltenswerten Bausubstanz in diesem Bereich soll in jedem Fall dadurch erhalten werden, dass durch die Aufstellung eines Bebauungsplanes und den Erlass einer Veränderungssperre Einfluss auf die Fassadengestaltung eines Ersatzbaus genommen wird. 

Ansprechpartner:

 

 

 

Niedernstraße 13 - Eines der letzten Dielenhäuser von Lübbecke

Objektbeschreibung
Karten und Pläne
Bildergalerie

Objektbeschreibung

Giebelständiges Vierständer-Hallenhaus der Zeit um 1800 mit hoher, mittlerer Längsdeele und seitlichen, zweigeschossigen Kammereinbauten. Deele mit Sandsteinboden aus diagonal gelegten, quadratischen Platten. Geschweifte Kopfbänder als Verstrebung der 6 Deelenständer mit den Dachbalken. Im rückwärtigen Teil des Hauses wird die Deele von einem quergelagerten, zweigeschossigen Kammerfach abgeschlossen.

Das Obergeschoss von Kammerfach und Seitenschiffen der Deele wird über eine bauzeitliche Treppe mit Galerie, deren Geländer barocke Brettbaluster aufweist, erschlossen. Zahlreiche Türen der Bauzeit bzw. des späteren 19. Jahrhunderts mit alten Beschlägen erhalten. Ein steingepflasterter, geschosshoher Gang unter dem rückwärtigen Kammerfach verbindet den hinteren Teil der Deele mit einer Außentür zum Hinterhof/Garten.

Das Haus besitzt einen bauzeitlichen Keller unter dem östlichen Seitenschiff, der von der Deele aus betreten wird und der sich bis unter einen utluchtartigen, unter eigenem Satteldach stehenden Flügelbau am Rückgiebel des Hauses hinzieht.

Im späten 19. Jahrhundert wurde das ehemalige Einfahrtstor mit lnschriftbalken zur Straße zugesetzt und mit einer Haustür versehen. Das Dach wurde neu aufgeschlagen und das Giebeldreieck zur Straße verbrettert.

 

 Die Ausfachung besteht aus ehemals verputzten Bruchstein- und Ziegelsteinmauerwerk. Die Gefache des Vordergiebels sind bis heute verputzt. Die Dachdeckung wird aus roten Tonhohlpfannen gebildet.

Karten und Pläne

Übersichtsplan, Maßstab 1:2500
Übersichtsplan, Maßstab 1:1000
Aufmaß des Gebäudes Niedernstraße 13
Entwurf: Umbau zu einer Gaststätte

Bildergalerie
(Bilder zum Vergrößern anklicken)

  

  

  

  

  

  

  

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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