Legendäres, Leckeres und Lustiges gegen bare Münze
Lübbecke. Auf Einladung des Unternehmerinnentreffs Lübbecke trafen sich am Donnerstag, dem 13.09.2012, 15 Frauen aus dem Netzwerk. Monika Unterkötter, Leiterin des Deutschen Automatenmuseums, führte die Gäste durch die Sammlung Gauselmann und konnte nicht nur mit Ihrem fundierten Fachwissen, sondern auch mit viel Humor überzeugen.
Mehr als 1800 historische Geräte, so berichtete die engagierte Museumsleiterin, seien aktuell im Bestand. Rund 150 Exponate sind derzeit in der Ausstellung zu sehen. Die historischen Münzautomaten, die zum Teil aus dem vorigen Jahrhundert stammen, sind allesamt kleine Kunstwerke und darüber hinaus stumme Zeugen des Alltags und der Wünsche vergangener Generationen. Eine besondere Rolle für die Automatenentwicklung in Deutschland spielt der Schokoladenautomat „Merkur“ von Stollwerk aus dem Jahr 1888, der im Eingangsbereich die Teilnehmerinnen sogleich durch seine Optik faszinierte. Neben Schokolade waren Parfüm, Postkarten, Kugelschreiber und auch Zigaretten weitere begehrte Artikel für den Verkauf durch Waren- und Dienstleistungsautomaten. Einige alte Ideen sind in die heutige Zeit übertragen worden, wie z. B. das Überraschungsei, das als buntes Blechei, gefüllt mit Süßigkeiten, schon vor über 80 Jahren die Kinderherzen höher schlagen ließ.
Unter Anleitung ausprobieren konnten die Unternehmerinnen auch die zum Teil kuriosen Spielautomaten vergangener Tage. Mit einfachster Technik, so Frau Unterkötter, wurden schon damals interessante Spielideen umgesetzt. Riesige Orchestrien im aufwändig gestalteten Holzgewand begeisterten die Gäste ebenso wie die gute alte Wurlitzerbox; Kraftmesser oder so genannte Guckkästen, die alle zur Gruppe der Unterhaltungsautomaten zählen.
Störche und Märchenfiguren, fantasievolle Gehäusedekorationen, wertvolle Technik – das Museum bietet den Besucherinnen eine ungewöhnlich beeindruckende Vielfalt durch die rund 125 Jahre alte Geschichte der Münzautomaten. Darüber und über vieles mehr wurde im Anschluss lebhaft diskutiert und eigene Erinnerungen ausgetauscht. Das Museum, so betonte Frau Unterkötter, ist gegen Voranmeldung für Jedermann geöffnet und das kostenlos. Fachkundige Führungen gehören zum Service. Für eben diesen tollen Service und die lebendige Führung bedankte sich Angelika Lüters, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lübbecke, im Namen der Frauen mit einem Blumenstrauß.