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Landrat besucht türkisch-islamische Gemeinde in Stemwede

„Iyi günler“ - so sagt man in der Türkei „Guten Tag“

Landrat besucht türkisch-islamische Gemeinde in Stemwede


„Iyi günler“ - so sagt man in der Türkei „Guten Tag“. Mit einem herzlichen „iyi günler“ begrüßte die türkisch-islamische Gemeinde Stemwede/Oppenwehe Landrat Dr. Ralf Niermann und die Integrationsbeauftragte des Kreises Minden-Lübbecke, Sabine Schulz. Vorsitzender Ali Aydin und der Iman Hüseyin Cinar führten die Besucher durch die Räumlichkeiten und erklärten, dass die Gemeinde einen Erweiterungsbau plane, da die vorhandenen Kapazitäten nicht mehr ausreichen würden. "Die Gemeinde ist in den letzten Jahren auf 86 Personen gewachsen und somit auch der Platzbedarf“, erklärt Aydin, während er die Planungszeichnungen für eine Erweiterung vorstellte.

Die türkische Gemeinde Stemwede besteht seit 1982 und ist eine von bundesweit 896 Ortsgemeinden, die Mitglied im Dachverband DITIB sind. Ziel des Verbandes ist es, Muslimen einen Ort zur Ausübung ihres Glaubens zu geben und einen Beitrag zur Integration zu leisten. „Darüber hinaus engagieren wir uns intensiv im sozialen Bereich“, sagt Gemeindemitglied Ahmet Aktan. „Bei uns ist jeder willkommen. Wir wollen Vorurteile abbauen und Integration aktiv leben.“ Die Gemeinde bietet regelmäßig Führungen und Treffen für Kindergärten, Schulen und Vereine an. „Für mehr Integration ist es wichtig, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen und somit Ängste und Vorurteile abzubauen. Es gilt, in der Demokratie den anderen fair zu behandeln und ihn zu akzeptieren“, sagte Dr. Niermann.

Viele der Gemeindemitglieder leben schon seit 30 Jahren in der Gemeinde Stemwede und fühlen sich hier heimisch. „Die Kinder sprechen besser Deutsch als Türkisch“, erklärt Aktan. Seine Eltern haben ihm als Kind immer gesagt: „Lerne Deutsch - denn eine gute berufliche Zukunft ist ohne Sprachkenntnisse nicht möglich.“ Wie wichtig die deutsche Sprache ist, haben die meisten Familien in der Gemeinde schon selbst erlebt. Wird innerhalb der Familie verstärkt türkisch gesprochen, schlägt sich dies merklich auf die Schulnoten der Kinder nieder. Es ist egal, welcher Religion man angehört, für seine Kinder möchte man die möglichst beste Ausbildung. „Zum Leben des Glaubens gibt es in Deutschland die Religionsfreiheit, zur wirklichen Gleichberechtigung müssen in Schule und Alltag immer noch Vorurteile abgebaut werden“ sagte Iman Cinar. Dennoch sieht er die Integration auf dem richtigen Weg. Ein Weg zum Miteinander, den beide Seiten gehen müssen.

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