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"Wir produzieren in Deutschland und liefern weltweit"

Landrat besucht Stanger in Espelkamp

Textmarker, Klebstoffe, Lacke für Autofelgen - mit rund 1.400 Produkten ist die Firma Stanger aus Espelkamp weltweit auf dem Markt vertreten. Von der großen Produktpalette "made in Germany" überzeugte sich jetzt Landrat Dr. Ralf Niermann bei einem seiner Unternehmensbesuche vor Ort in den Produktionshallen des Unternehmens. Er sprach gemeinsam mit dem Amtsleiter für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung Oliver Gubela mit dem Unternehmer-Ehepaar Andreas und Hannelore Deranco über die Produktionsbedingungen, Ausbildung und Fachkräftegewinnung - nicht immer leicht für ein mittelständisches Unternehmen ohne eigenes Personalmanagement.

Stanger ist nicht überall als eigene Marke vertreten, ungefähr die Hälfte der Produktion läuft als sogenanntes private-label-Geschäft. "Wir beliefern Firmen von Portugal bis Moskau unter den jeweiligen Labeln", erklärt Geschäftsführer Andreas Deranco. Er und seine Frau Hannelore sind vor 23 Jahren aus Schwaben nach Ostwestfalen gezogen. "Als ich gehört habe, dass das Ehepaar Stanger verkaufen will, habe ich zugegriffen", sagt Deranco. "Mit acht Leuten haben wir damals angefangen", erinnert sich seine Frau, die als Prokuristin in der Firma tätig ist. Mittlerweile haben die Derancos die Firma zu einem Unternehmen mit rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgebaut, das sich sehr positiv entwickelt. 2013 wollen sie nochmal zehn Prozent mehr Personal einstellen.

Selbst in der Krise 2009 konnten sie alle Mitarbeiter halten. Die meisten Mitarbeiter gehören schon mehr als zehn Jahre zum Betrieb. Ganz spurlos ist die Krise allerdings nicht an ihnen vorbei gegangen: "Wenn die wirtschaftliche Entwicklung zurückgeht, merken wir das sofort", sagt Andreas Deranco. "Wir haben zwar keinen einzigen Kunden verloren, aber wir hatten durchaus Auftrags-Rückgänge." Da hatte die Firma aber schon einen ganz anderen Rückschlag erfolgreich überwunden, einen Brand im Jahr 2005. "Das war eine Katastrophe", erinnern sich die Derancos. "Aber mittlerweile ist der Neubau ein echter Vorteil für uns, und auch das Gelände ist hier optimal."

Stanger bekennt sich klar zum Standort Deutschland und baut konsequent seine Stärken aus. "Wir bringen unser Know-how im Chemie-Bereich ein", sagt Andreas Deranco. "Wir haben ein eigenes Labor. Unsere Stoffe werden in Deutschland hergestellt und weltweit versandt. Wir sind schnell, flexibel, bieten vernünftige Preise und achten außerdem streng auf die Qualität unserer Ware." Dr. Niermann informierte sich umfassend über die Produktionsabläufe und die verschiedenen Produkte der Firma. Deranco erzählte ihm auch vom neusten Trend: Ein Sprühlack, mit dem zum Beispiel Felgen lackiert werden könnten, der autowaschanlagenfest und trotzdem wieder abziehbar sei. "Wir fühlen uns wohl im mittleren Segment, aber wir müssen uns auch immer wieder was einfallen lassen", so Deranco.
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