Unternehmen auf Erfolgskurs unterstützt Jugendliche durch Ausbildung
„Zukunft Ausbildung im Mühlenkreis e.V.“ - der Name ist durchaus Programm. Seit dem Jahre 2003 konnte durch diese Initiative für Ausbildung im Verbund über 360 Jugendlichen die Möglichkeit gegeben werden, eine qualifizierte Ausbildung zu beginnen. Im nächsten Jahr kann der Verein bereits sein 10-jähriges Jubiläum feiern. Seit 2005 besteht eine Kooperation des ZAM e.V. mit der ZF Friedrichshafen AG in Lemförde. Die ZF Friedrichshafen AG (ZF) ist ein weltweit führender Automobilzulieferkonzern in der Antriebs- und Fahrwerktechnik mit 121 Produktionsgesellschaften in 27 Ländern. Auf der Rangliste der Automobilzulieferer ist ZF eines der zehn größten Unternehmen weltweit. Auch in diesem Jahr bildet das Unternehmen 14 Jugendliche im Bereich der Metallverarbeitung aus, die Landrat Dr. Ralf Niermann zum Ausbildungsbeginn in Lemförde zusammen mit weiteren Vertretern der Kreisverwaltung begrüßt hat. „Ich freue mich, dass der Kreis Minden-Lübbecke Jugendlichen, die noch keinen Ausbildungsplatz bekommen haben, eine Chance gibt und sie jetzt eine Ausbildung durchlaufen können.“ Finanziert wird die Maßnahme in diesem Jahr erstmals vom Kreis Minden-Lübbecke, da die bisherige Bundesförderung weggefallen ist. „Ihre Vorgänger wurden fast alle in Beschäftigungsverhältnisse übernommen. Das wünsche ich mir auch für Sie!“ so Dr. Niermann weiter. Zukunft durch Ausbildung: Von dem Projekt profitieren alle Beteiligten. Für die Jugendlichen ist es eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben außerhalb von „Hartz IV“. Sie erhalten über diese Kooperation die Möglichkeit einer Berufsausbildung und haben so langfristig die Chance, dem SGB-II-Bezug zu entkommen. Für den Kreis ist es gut angelegtes Geld. „Was wir hier in Ausbildung investieren, brauchen wir später nicht als Sozialhilfe auszugeben“, bringt es der Kämmerer des Kreises Minden-Lübbecke und Geschäftsführer der ZAM, Hartmut Heinen, auf den Punkt. Auszubilden bedeutet für ZF, auch die eigene Zukunft zu sichern und dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Seit mehr als 50 Jahren werden von ZF am Standort Lemförde junge Menschen in kaufmännischen und technisch-gewerblichen Berufen ausgebildet. Rund 30 Auszubildende werden jährlich neu eingestellt. In diesem Jahr kommen neben weiteren externen Teilnehmern aus einer zweiten Ausbildungskooperation von ZF die 14 ZAM-Azubis noch dazu. „Die Kooperation mit ZAM ist ein großartiges Projekt, beispielgebend in der Region am Dümmer See“, so Alexander Hesselbarth, Diplom-Pädagoge und Senior Manager bei ZF. Er bezeichnet es schmunzelnd als „OWL-Geheimrezept“. Tatsächlich hat es bisher nur der Kreis Minden-Lübbecke geschafft, ein solches Projekt ins Leben zu rufen und auf Dauer erfolgreich durchzuführen. 68 Ausbildungsplätze für Jugendliche aus dem Rechtskreis des SGB II wurden seit 2005 durch die Kooperation des ZAM mit der ZF bereitgestellt. 43 Auszubildende in den Ausbildungsberufen Industriemechaniker/in, Zerspannungsmechaniker/in sowie Technische/r Zeichner/in haben ihre Ausbildung bereits erfolgreich abgeschlossen, 34 von ihnen haben sofort nach Ausbildungsabschluss eine Anschlussbeschäftigung erhalten, die übrigen neun Absolventen konnten ebenfalls auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen. Zwei Ausbildungsjahrgänge mit insgesamt 17 Auszubildenden befinden sich aktuell noch in der Ausbildung zum Industriemechaniker. Der Erfolg des Projektes steht und fällt mit den beteiligten Firmen. Dies sieht auch der Ausbildungsleiter von ZF, Martin Waitz, so: „Ausbildung hat nicht nur mit den Auszubildenden, sondern auch mit den ausbildenden Betrieben zu tun. Besonderes Augenmerk legen wir auf den Umgang mit neuen Technologien und viel Praxisbezug. Wir wollen Jugendliche für Technik begeistern.“ Und der Erfolg gibt ihm Recht. Zahlreiche Auszeichnungen belegen dabei Jahr für Jahr die hohe Qualität der Ausbildung und die hohe Motivation der Auszubildenden.