Kurs erfolgreich abgeschlossen
Kreis Minden-Lübbecke, 29.12.2008
"Damit Pflege nicht zur Qual wird …"
Kurs für pflegende Angehörige erfolgreich abgeschlossen
Offenheit und viel gegenseitiges Verständnis brachten die Teilnehmenden schon vom ersten Treffen an mit in den Kurs "Damit Pflege nicht zur Qual wird …", den der Kreis Minden-Lübbecke in diesem Jahr erstmals angeboten hat. An zehn Abenden hatten sich 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Räumen der Caritas-Sozialstation getroffen, um über Ängste, Sorgen und Probleme zu reden. Schon die hohe Zahl der Anmeldungen ließ großes Interesse erahnen. "Wir mussten eine Warteliste anlegen", sagt Andrea Strulik, die als Gleichstellungsbeauftragte des Kreises gemeinsam mit Klaus Marschall, Koordinator für Behinderten- und Seniorenbelange im Sozialamt, den Kurs organisiert hat.
Alle Teilnehmenden kümmern sich bereits seit längerer Zeit um einen Angehörigen, mitunter schon mehrere Jahre - einige pflegen einen Elternteil, andere ihr Kind oder ihren Ehepartner. Die Belastung, unter der sie stehen, ist für alle ähnlich. "Jemanden zu pflegen ist körperlich ebenso anstrengend wie psychisch", sagt Marie Lapp von der Kompetenzwerkstatt Pflege und Demenz, die gemeinsam mit Renate Purwins-Oltmanns von der AWO-Frauenberatungsstelle den Kurs geleitet hat. In der Regel hat die Beziehung der Beteiligten eine langjährige Vorgeschichte, die natürlich die Pflegesituation beeinflusst. "Besonders schwierig ist das Verhältnis zwischen pflegender Tochter und ihrer Mutter", so Marie Lapp. "Denn hier kehrt sich ungewollt das Abhängigkeitsverhältnis sehr deutlich um."
Dass zwischen den Beteiligten in einer Pflegesituation auch Spannungen entstehen, dass sie sich gegenseitig bewusst oder unbewusst unter Druck setzen oder es sogar zu Gewalt kommt, ist allen nachvollziehbar, die selbst Erfahrungen in diesem Bereich haben. So war der Austausch der Pflegenden untereinander ein wichtiger Bestandteil des Kurses. Darüber hinaus hat ein Neurologe die Besonderheiten der jeweiligen Krankheiten der Pflegebedürftigen erklärt. Ungewohnte Verhaltensweisen und Reaktionen wurden so erklärbar für die Angehörigen. Weitere hilfreiche Informationen gab es über den Umgang mit Medikamenten, über rechtliche Grundlagen, Pflegetechniken, den Umgang mit Belastungssituationen und Hilfestellungen zur Entlastung. Der Kurs wurde finanziell unterstützt von der Vereinigten IKK und war für die Teilnehmenden kostenlos. "Wir würden uns freuen, wenn wir wieder einen Partner finden würden, der im nächsten Jahr gemeinsam mit uns dieses Angebot fortsetzt," sagten Andrea Strulik und Klaus Marschall. Der Bedarf ist groß. Und die Teilnehmenden des vergangenen Kurses waren sich ebenfalls einig, dass sie sofort weitermachen würden. In diesem Zusammenhang wurde ein Treffen nach ungefähr drei Monaten zu einem Gedanken- und Erfahrungsaustausch vereinbart.
Kontakt und weitere Informationen:
Andrea Strulik (Gleichstellungsbeauftragte), Tel.: 0571 / 807 -2109 oder E-Mail: a.strulik@minden-luebbecke.de
Klaus Marschall (Koordinator für Behinderten- und Seniorenbelange), Tel.: 0571 / 807 -2287 oder E-Mail: k.marschall@minden-luebbecke.de.