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Hähnchenmastanlage in Tonnenheide

Kreis wird Keimgutachten fordern

Im Zusammenhang mit der Genehmigung eines Hähnchenmaststalls in Tonnenheide wird Landrat Dr. Ralf Niermann ein weiteres Gutachten fordern im Sinne des vorbeugenden Gesundheitsschutzes. Mit diesem Gutachten soll die Hintergrundbelastung am geplanten Standort der Hähnchenmastanlage festgestellt werden. Damit soll beurteilt werden, ob eine zusätzliche Belastung durch den Hähnchenmaststall möglich ist. "Gerade mit Blick auf die Schülerinnen und Schüler der benachbarten Grundschule ist dieser Schritt zur Gesundheitsvorsorge wichtig", so Dr. Niermann.

In dem Gutachten geht es um die Belastung der Luft mit Mikroorganismen, die aus der Tierhaltung hervorgehen können. Eine Hintergrundbelastung mit Keimen ist generell von Natur aus gegeben. Durch den Bau des Stalles dürfe sich diese aber nicht zusätzlich erhöhen. Bisher ist wissenschaftlich nicht bekannt, wann eine Konzentration an Mikroorganismen eine konkrete Gesundheitsgefahr für bestimmte Personen bedeutet. Auch gibt es keine anerkannten Ermittlungsverfahren für die gesundheitliche Gefährdung. Eine überarbeitete VDI (Verband Deutschter Ingenieure)-Richtlinie, die im Entwurf vorliegt, zeigt aber eine Möglichkeit zur Ermittlung auf. Dabei wird die Hintergrundbelastung und die Vorbelastung durch die bestehenden Ställe gemessen. Eine Ausbreitungsberechnung zeigt die erwartete Zusatzbelastung für den neuen Stall. Das Ausbreitungsmodell soll sich an dem vom Feinstaub orientieren. Falls Grenzwerte des Feinstaubs überschritten werden, könnten dann entsprechende Maßnahmen gefordert werden. Der Rechtsanwalt des Antragstellers hat hierzu im Landwirtschaftlichen Wochenblatt ausführlich berichtet. Nach seinem Fazit müssen Landwirte sich in Zukunft darauf einstellen, dass sie auch ein Keimgutachten vorlegen müssen.

In dieser Woche hatte Dr. Niermann die Bürgerinitiative Tonnenheide und den Bürgermeister der Stadt Rahden Bernd Hachmann zu einem Gespräch ins Kreishaus eingeladen. Dabei ging es auch um die Problematik des geplanten Hähnchenmaststalles und seine Auswirkungen auf die Schule. "Wir nehmen uns der Sorgen der Eltern an, deshalb möchten wir, dass dieses zusätzliche Keimgutachten erstellt wird", so Dr. Niermann. "Es gehört zu den Aufgaben einer Behörde, Vorsorge zu betreiben und auch bei großen Vorhaben den Gesundheitsschutz sicher zu stellen."

Bereits jetzt hat der Antragsteller eine Neuplanung der Zufahrt von der Landesstraße her angekündigt. Die sich aus dieser Anbindung ergebenden neuen Fragestellungen müssen zudem geprüft werden.
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