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Kreis Minden-Lübbecke gedenkt mit Partner in der Uckermark

Minden-Lübbecke, 17.11.2009


Kreis Minden-Lübbecke gedenkt mit Partner in der Uckermark des Mauerfalls

Schulprojekt wird vorgestellt


Anlässlich des 20. Jahrestages zum Fall der Berliner Mauer reiste eine Delegation aus dem Kreis Minden-Lübbecke in den Partnerkreis Uckermark in Brandenburg. Dort wurde im Rahmen der Ausstellungseröffnung „20 Jahre friedliche Revolution“ die Projektarbeit des Christa- und Peter-Scherpf-Gymnasiums Prenzlau und der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule Minden präsentiert.
Die Schülerinnen und Schüler haben die Erlebnisse um den 9. November 1989 aus unterschiedlichen Blickwinkeln aufgearbeitet und in einer Ausstellung zusammengetragen. „Die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte macht deutlich, wie eng damit auch persönliche Schicksale, unsere Schicksale, verbunden sind“, so die stellvertretende Landrätin Kirstin Korte in ihrem Grußwort. Landrat Klemens Schmitz bedankte sich stellvertretend für alle Beteiligten bei dem anwesenden Landrat a.D. Heinrich Borcherding für die vom Kreis Minden-Lübbecke geleistete Verwaltungshilfe nach der Wende. Zu dem Projekt sagte er: “Es ist Ihnen aus meiner Sicht sehr gut gelungen aus den vielfältigsten subjektiven Anschauungen und Sichtweisen ein klares Bild auf die zahlreichen Facetten dieses Themas zu zeichnen.“

Ca. 150 Menschen aus der Region Uckermark waren an diesem historischen Tag in den Plenarsaal des Landkreises gekommen, um der Veranstaltung beizuwohnen und sich die interessante Ausstellung anzusehen.

Die Ausstellung reflektiert in Dokumenten, Zeitzeugenberichten und Fotos den Alltag in der DDR, die Geschichte der Berliner Mauer, die Geschichte des Ministeriums für Staatssicherheit in der DDR sowie den Weg zur Währungsreform und zur Wiedervereinigung. Weiterhin wurden die Erzählungen von Zeitzeugen und persönliche Lebensläufe festgehalten. „Auf der Spurensuche im eigenen Familien- und Bekanntenkreis entdeckten die Schülerinnen und Schüler Parallelen zu den Ereignissen und Schicksalen im geteilten Deutschland“, so der Projektlehrer der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule Volker Holstein. Interessant waren auch die ausgestellten DDR Dokumente, Papiere und Anträge sowie das ostdeutsche Zahlungsmittel, die Ostmark.

An der sich anschließenden Podiumsdiskussion nahmen Zeitzeugen wie Landrat a.D. Heinrich Borcherding und sein damaliger Amtskollege Dr. Joachim Benthin und Vertreter des Runden Tisches teil.
Die beiden ehemaligen politischen Vertreter berichteten authentisch von den ersten Kontakten und Erlebnissen um die Wendezeit. „Ich kam von einer Veranstaltung zum Gedenken der Opfer der Reichspogromnacht, als ich von der Öffnung der Berliner Mauer erfuhr“, erinnert sich Landrat a.D. Heinrich Borcherding. „Die am Projekt beteiligten Schülerinnen und Schüler haben den Fall der Mauer aufgrund ihres Alters nicht bewusst erlebt. Sie sind ohne die Ost-West-Grenze aufgewachsen und leben ohne Vorbehalte in einem vereinten Deutschland“, freut sich Peter Bülow, Podiumsteilnehmer und damals aktiv in der Protestbewegung in Prenzlau.

Als Vertreter der Mindener Projektgruppe beteiligte sich Mirko Hoefermann an der Diskussion. „Während der Projektarbeit haben wir viel gelernt“, so Hoefermann. „Wir alle sollten aus der Geschichte lernen und offen und verständnisvoll miteinander umgehen“, formulierte der Schüler quasi das Schlusswort der Veranstaltung.

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