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Kommunale Arbeitsmarktstatistik SGB II für März 2009

Kreis Minden-Lübbecke, 01.04.2009


► Integration in Arbeit rückläufig

► Bedarfsgemeinschaften wieder auf Niveau vom Vorjahr


Nach den ersten drei Monaten des neuen Jahres ist die bisherige Bilanz des Amtes proArbeit der Wirtschaftskrise entsprechend ernüchternd. Konnten im vergleichbaren Vorjahreszeitraum noch 960 Menschen in ein Beschäftigungsverhältnis oder eine Ausbildung vermittelt werden, ist es in diesem Jahr bislang in 745 Fällen gelungen Langzeitarbeitslosigkeit zu überwinden. Der Rückgang um 22,4 % bei den Integrationen in Arbeit schlägt sich vor allem bei der Vermittlung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nieder. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist in diesem Segment die Integration um 56 % von 282 auf 124 zurückgegangen. Dagegen konnte die Anzahl der Aufnahme von geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen, den sogenannten 400 € Jobs, im ersten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 235 Beschäftigungsaufnahmen konstant gehalten werden.

Es zeigt sich, dass in der jetzigen Phase, in der abhängige Beschäftigungsverhältnisse eher abgebaut werden, die Aufnahme einer selbständigen Beschäftigung auch von Langzeitarbeitslosen zusehends als Alternative zur abhängigen Beschäftigung gesehen wird. Gegenüber dem Vorjahr hat sich seit Jahresbeginn die Zahl der Existenzgründungen durch ALG II-Empfänger von 14 in 2008 auf 33 in 2009 mehr als verdoppelt. Der Weg in die Selbständigkeit ist hierbei vielfältig und reicht vom mobilen Imbiss-Stand über den Handel mit gebrauchten Kraftwagen bis hin zur Änderungsschneiderei.
„Der Weg in die Selbstständigkeit kann in Einzelfällen eine gute Alternative sein, bedarf aber sicherlich einer umfassenden Vorbereitung und Prüfung der wirtschaftlichen Situation und der Absatzstrukturen,“ erklärt Landrat Dr. Niermann zu diesem in Krisenzeiten bekannten Phänomen.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im März entgegen dem allgemeinen Trend auf dem Arbeitsmarkt um 0,5 % auf 6.143 Personen gesunken. Der Rückgang ist insbesondere auf eine verstärkte Vermittlung von Arbeitslosengeld II-Empfänger in Qualifizierungsmaßnahmen zurückzuführen. Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gelten nach den Regeln der bundesweit von der Bundesagentur für Arbeit geführten Statistik nicht als arbeitslos.

Im Gegensatz zur Langzeitarbeitslosigkeit ist die Zahl der Bedarfsgemeinschaften seit Jahresbeginn angestiegen. Im Vergleich zum Vormonat hat sich der Bestand zum dritten Mal in Folge um mehr als 100 Fälle erhöht und beläuft sich im März auf 10.362 Bedarfsgemeinschaften. Nach dem bisherigen Tiefstand im Dezember 2008 mit 9.954 Bedarfsgemeinschaften hat sich nach den ersten drei Monaten des neuen Jahres die Entwicklung vom Vorjahr umgekehrt und die Zahl der Bedarfsgemeinschaften wiederum auf das Niveau vom März 2008 (10.366 BG) ansteigen lassen.

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