Kommunale Arbeitsmarktstatistik SGB II für Dezember 2010
Kreis Minden-Lübbecke, 04.01.2011
► Jahresbilanz zufriedenstellend
► über 10.000 Menschen aktiviert
► Fast 5.000 Integrationen in Arbeit und Ausbildung
Rückläufige Zahlen der Hilfebedürftigen und Langzeitarbeitslosen, Verringerung der Zahl der Bedarfsgemeinschaften, deutliche Steigerung der Integrationen in Arbeit und Ausbildung gegenüber dem Vorjahr - so lässt sich in kurzen Worten die Jahresbilanz der Entwicklung im SGB II-Bereich im Kreis Minden-Lübbecke beschreiben.
Das Jahr 2010 war von unterschiedlichen Entwicklungen geprägt. Die einsetzende Konjunkturbelebung war zu Jahresbeginn im SGB II-Leistungsbereich noch nicht auszumachen. So nahm die Zahl der Hilfeempfänger wie auch die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften bis zum Anfang des 2. Quartals zu. Erst im Mai setzte dann ein sich Prozess des Rückgangs ein, der sich erfreulicherweise verstetigt hat. Dies gilt auch für den Dezember 2010. Die Zahl der auf SGB II-Leistungen angewiesenen Personen ging auch in diesem Monat um rund ein Prozent auf 21.383 zurück. Im Vergleich zum Vorjahresmonat (22.649) spiegelt dies einen Rückgang von 5,6 Prozent wider. Damit bedürfen rund 6,8 Prozent der Einwohner des Kreises Minden-Lübbecke der Hilfeleistung aus dem SGB II. Als arbeitslos sind 7.124 dieser Hilfebezieher registriert. Das ist ein Rückgang um 3,9 Prozent im Vergleich zum Jahresbeginn.
Die Zahl der Familien im Hilfebezug ist im Vergleich zum Vorjahresmonat (10.731) um 1,6 Prozent zurückgegangen. Sie beträgt nun 10.565.
Besonders erfreulich ist es, dass 4.999 Personen in Arbeit oder Ausbildung integriert werden konnten. Amtsleiter Ralf Bierstedt dazu:Trotz der zu Jahresbeginn verhaltenen Konjunktur ist es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelungen, die Zahl der Integrationen um knapp 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu erhöhen.
Im Rückblick ist festzustellen, dass der gewählte Maßnahme-Mix positiv bewertet werden konnte. So konnten 2010 durch das Amt proArbeit über 10.000 Menschen aktiviert werden. Dabei ist es immer wieder gelungen, Teilnehmer einer Maßnahme danach direkt oder in der Folge in Arbeit oder Ausbildung zu integrieren. Auch im Bereich der Arbeitsgelegenheiten, deren Ziel eher die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit und die Heranführung an den allgemeinen Arbeitsmarkt ist, konnten von rund 1300 Teilnehmern ca. 25 Prozent in Arbeit, Ausbildung oder andere arbeitsmarktpolitische Maßnahmen integriert werden. In anderen Maßnahmen sind Vermittlungsquoten von bis zu 43 Prozent erreicht worden. In dem Projekt Generation Gold, das speziell Menschen über 50 Jahre in den Fokus nahm, ist das Ziel 588 Teilnehmer zu aktivieren und 170 davon in Arbeit zu vermitteln erreicht worden. Es konnten 593 Teilnehmer in die Aktivierung aufgenommen werden und es wurden 185 in Arbeit vermittelt.
Für 2011 erwarten Sachverständige eine wenn auch nicht mehr so schnell voranschreitende doch weiterhin positive Konjunkturentwicklung. Das gibt Anlass zur Hoffnung, dass viele Menschen den Weg in Beschäftigung finden. Dabei ist es von besonderer Bedeutung, dass die erwirtschafteten Einkünfte auch auskömmlich sind und die hilfebedürftigen Personen keine ergänzenden Hilfeleistungen mehr benötigen. Die Zahl der Hilfeempfänger mit ergänzendem Bezug ist von Januar (4.748) bis Dezember (5.139) um 391 gestiegen. Dabei hat die Zahl der Geringverdiener (Minijobs) nur um 107 zugenommen.
Das Jahr 2011 ist nur mit verhaltenem Optimismus zu betrachten, zumal der Bund seine Finanzzuweisungen erheblich reduzieren wird. Für den Kreis Minden-Lübbecke bedeutet dies einen Mittelrückgang um rund 20 Prozent, so dass das Arbeitsmarktprogramm des Kreises für das kommende Jahr den finanziellen Gegebenheiten angepasst werden muss. Im Wesentlichen werden davon Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, die Förderung der beruflichen Weiterbildung, Eingliederungs- und Beschäftigungszuschüsse sowie Beschäftigung schaffende Maßnahmen (AGH) betroffen sein. So werden beispielsweise bei den Arbeitsgelegenheiten mehr als 300 Teilnehmerplätze für 2011 nicht mehr angeboten werden können. Aufgrund der verringerten Zuweisung wird auch im Bereich der Qualifizierungen, wie zum Beispiel Staplerführerschein oder anderen Aus- oder Zusatzausbildungen eine Verringerung des Angebotes notwendig werden. Dies ist besonders im Hinblick auf den Fachkräftemangel sehr zu bedauern. Bei den Eingliederungszuschüssen wird sich die Mittelveränderung auch dahingehend auswirken, dass der letzte Anreiz für Arbeitgeber eine Übernahme in ein Beschäftigungsverhältnis vorzunehmen, nur noch in besonderen Fällen möglich sein wird.