Kinder brauchen Freiräume für Bewegung - »Sport macht stark« lockte zahlreiche Heranwachsende auf das Sportgelände des SV Weser Leteln
„Sport macht stark“ – Unter diesem Motto startete am Freitagnachmittag das kleine Sportfest für Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren auf dem Sportgelände des SV Weser Leteln. Im Rahmen der Suchtaktionswochen des Kreises Minden-Lübbecke unter Schirmherrschaft von Landrat Dr. Ralf Niermann hatte der Letelner Sportverein gemeinsam mit dem Jugendhaus „Alte Schmiede“ ein vielfältiges Aktionsangebot auf die Beine gestellt, das Lust auf sportliche Aktivität in der Gemeinschaft machte. Mit Fußballturnier, Hip-Hop-Dance, Akrobatik und Selbstverteidigung war für Mädchen und Jungen sowie kleinere und größere Bewegungsfreudige etwas dabei. Neben Tanz-Trainerin Lisa Loewen und Tricking-Experte Besnick Selimaj hatten die Organisatoren auch die Sportakademie Dr. Lee als Kooperationspartner gewinnen können, die mit Darbietungen in Tae-Kwon-Do und Karate eindrucksvoll für ihre Sportarten warb. Ausprobieren und Mitmachen war ausdrücklich erwünscht.
„Tae-Kwon-Do ist eine tolle Sportart, die nicht jeder macht”, schwärmt Kim Berlin. Die 13-jährige trainiert erst seit einem halben Jahr in der Sportakademie – und das dreimal die Woche. „Das hält fit und danach fühl ich mich immer freier, entspannter und rundum wohl.“
„Mit meinen Kumpels draußen sein und kicken – das ist für mich das Größte. Das ist cooler als jedes PC-Spiel“, waren sich Ferhat und Barzan (beide 10 Jahre) einig. Bewegung war für die beiden Jungen auch am Freitag oberstes Gebot. Daher ließen sie es sich nicht nehmen, in den Spielpausen des Fußballturniers immer mal wieder in die anderen Sportarten hineinzuschnuppern. „Der Sport und die Bewegung helfen mir, dass ich in der Schule konzentrierter bin“, hat Ferhat festgestellt. „Das Tricking find ich total klasse. Ich kann Saltos auf dem Trampolin, Tricking ist eine Herausforderung, für die ich noch viel mehr Körperbeherrschung brauche.“
Wer eine Verschnaufpause einlegte, hatte zudem Gelegenheit, sich am Stand des Teams der Drogenberatungsstelle des Kreises bei Antje Priesmeier und Dieter Kavermann über die vielen Facetten von Suchtverhalten zu informieren. Mittels Rauschbrillen der Fahrschule Zöllner konnten die Heranwachsenden zudem die Fahruntüchtigkeit unter Alkoholeinfluss ausprobieren.
Angelika Dobbersalzke, Jugendleiterin des SV Weser Leteln und Mitorganisatorin, zeigte sich wie auch Achim Weber vom Jugendhaus „Alte Schmiede“ mit dem Zuspruch auf die Veranstaltung zufrieden. „Es sind viele bekannte, aber auch viele neue Gesichter hier.“ Sportvereine seien eine entwicklungsfördernde Freizeitbeschäftigung für Kinder und Jugendliche. „Dort können Kinder nicht nur körperlich stark werden, sondern auch persönliche Stärken und ein gesundes Selbstbewusstsein in der Gemeinschaft entwickeln.“ Aus diesem Grunde könne Vereinssport eine wichtige Rolle bei der Suchtvorbeugung einnehmen. Doch Dobbersalzke ging noch weiter: „Wir müssen Kindern und Jugendlichen auch darüber hinaus Plätze und Freiräume für gemeinschaftliche Aktivitäten bieten“, unterstrich sie. Gerade in größeren Städten würden Grünflächen für freies Spiel und Sport immer mehr Mangelware. „Und Sportanlagen von Vereinen dürfen aus Haftungsfragen nicht für die Öffentlichkeit freigegeben werden.“ Froh ist die Jugendleiterin daher über die erst unlängst mit Vereinsunterstützung erfolgte Reaktivierung des Spiel- und Bolzplatzes am Fort C.
Fotos und Text: Anja Schubert
Foto: Auch die Sportakademie Dr. Lee hatten die Organisatoren für den Aktionstag gewinnen können, deren Mitglieder eindrucksvolle Tae-Kwon-Do-Vorführungen präsentierten.