Katastrophenschutz: Kreis und Bundeswehr arbeiten zusammen
Kreis Minden-Lübbecke, 05.05.2008
Katastrophenschutz: Kreis und Bundeswehr arbeiten zusammen
Bahnunglück, Hochwasser, Stromausfall, Flugzeugabsturz, Massenkarambolage: Katastrophen wie diese könnten jederzeit den Kreis Minden-Lübbecke treffen. Die Kreisverwaltung bereitet sich gemeinsam mit Polizei, Feuerwehren und Hilfsorganisationen seit Jahren auf denkbare Großeinsätze vor, um Hilfsmaßnahmen zentral und effizient steuern zu können. Dabei arbeitet der Kreis auch mit der Bundeswehr zusammen. Dort gibt es jetzt mit dem Kreisverbindungskommando Minden-Lübbecke (KVK) eine neue Anlaufstelle für die zivil-militärische Zusammenarbeit (ZMZ).
Bundesweit hat die Bundeswehr KVK aufgestellt, in denen sich Reserveoffiziere und -unteroffiziere um die Verbindung zwischen Militär und zivilen Stellen vor Ort kümmern sollen. Hilfe beim Katastrophenschutz und bei Großschadensereignissen ist eine der Aufgaben des KVK Minden-Lübbecke, wie dessen Leiter Ulrich Meyer jetzt bei einer Schulung für Krisenstabsmitglieder im Mindener Kreishaus berichtete. Das Kommando, so der Oberstleutnant der Reserve aus Petershagen, unterstützt Einsatzverbände der Bundeswehr bei Einsätzen im Katastrophenschutz und ist für die zivilen Dienststellen erste Anlaufstelle in allen Fragen der zivil-militärischen Zusammenarbeit.
Die KVK in den nordrhein-westfälischen Kreisen und Großstädten unterstehen dem Düsseldorfer Landeskommando der Bundeswehr. Zum KVK Minden-Lübbecke gehören insgesamt 14 Reservisten aus der Region, darunter zwei Spezialisten für den Sanitätsdienst.
„Es sind verschiedene Szenarien denkbar, in denen die Bundeswehr Hilfe leisten könnte“, erläutert Kreisdirektorin Cornelia Schöder, deren Dezernat im Kreishaus für den Katastrophenschutz zuständig ist. So verfügt beispielsweise das Mindener Pionierregiment über schweres Gerät, das bei der Hochwasser-Bekämpfung gute Dienste leisten könnte. Auch Stromaggregate, geländegängige Lastwagen oder Sanitätseinheiten wären je nach Situation willkommen.
Um für Großunglücke aller Art gerüstet zu sein, bereitet sich die Kreisverwaltung permanent auf den Einsatz eines Krisenstabs vor. Dieser würde sich im Falle eines Falles zum Beispiel um den Schutz und die Versorgung der betroffenen Bevölkerung kümmern, die Arbeit der Behörden koordinieren und sich bei Bedarf um überörtliche Unterstützung bemühen.
Im Krisenstab wäre bei Bedarf auch ein Vertreter des KVK als Verbindungsmann der Streitkräfte angesiedelt. Dieser würde im Falle eines Falles den Krisenstab beraten, Hilfsanfragen an die zuständigen Dienststellen der Bundeswehr weitergeben und Kontakte herstellen, um die Kreisverwaltung zu unterstützen. Diese Zusammenarbeit wird bereits in Übungen geprobt.